1. Die Maximalkraftphase
Grundsätzliches zur Maximalkraftphase
Ziel dieser Phase ist weniger ein größtmöglicher Aufbau an
Muskelmasse als vielmehr eine Verbesserung der intramuskulären
Koordination. Je nach Trainingsstand ist ein Athlet in der Lage
mehr oder weniger Muskelfasern bei einer Übung zu aktivieren.
Gerade bei einem Anfänger wird dieses sehr deutlich, wirken doch
seine Übungsausführungen eher ungelenk in der ersten Zeit. Nach ein
paar Wochen sieht man aber recht deutliche Fortschritte, sowohl was
Trainingsgewichte als auch Ausführung betrifft. In der Praxis sagt
man auch, daß man einige Zeit braucht, um "das Gefühl" für eine
Übung zu bekommen. Etwas genauer betrachtet sind diese Fortschritte
zu einem Großteil auf eine Verbesserung der intramuskulären
Koordination zurückzuführen.
Natürlich können sie als fortgeschrittener Athlet nicht mehr die
gleichen rasanten Verbesserungen erwarten, die sie als blutiger
Anfänger hatten. Dennoch können sie auch in späteren
Trainingszyklen immer noch eine Verbesserung der intramuskulären
Koordination und damit einen Kraftanstieg bewirken.
Die Maxkraft-Phase zeichnet sich dadurch aus, daß die Gewichte
höher sind als in der Hypertrophiephase, ca. 70 - 90% des
Maximalgewichts, dafür aber die Wiederholungsbereiche eher gering
sind. Der normale Wiederholungsbereich liegt zwischen 1-5 Wdh.
Hierbei sollten die Gewichte zwar immer langsam angesenkt, in der
Aufwärtsbewegung aber möglichst explosiv nach oben bewegt werden.
Wie bereits geschrieben geht es in der Maxkraft-Phase nicht darum,
eine möglichst große Muskelmasse aufzubauen, sondern in aller
erster Linie eine Steigerung des Kraftniveaus. Natürlich können sie
in dieser Phase trotzdem Muskulatur aufbauen, aber das ist nicht
das vorrangige Ziel und wird somit dem Kraftgewinn
untergeordnet.
Der Plan für die Maximalkraftphase
Grundlage des Plans bilden die 3 Grundübungen des Powerlifting,
also Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben. Neben der Tatsache, daß
diese Übungen am besten geeignet sind, um das Kraftniveau des
Körpers zu verbessern, sind auch mit ihnen alle wichtigen
Muskelgruppen abgedeckt. Wenn man es genau nimmt, dann ist das
zusätzliche Ergänzen mit weiteren Übungen also nicht nötig.
Trotzdem kann es sinnvoll sein, zusätzlich die bei den Grundübungen
nicht als Hauptmuskelgruppen belasteten Bereiche mit der einen oder
anderen weiteren Übung zu belasten. Gerade für einen Bodybuilder
sollte eine gleichmäßige Entwicklung aller Muskelbereiche im
Vordergrund stehen. Dieses wird im Plan berücksichtigt.
Die Phase zur Steigerung der Maximalkraft wird über 6 Wochen
angewandt. In dieser Phase sollten sie 4 Tage in der Woche
trainieren. Zwischen den Trainingstagen sollte jeweils ein Tag
Pause liegen.
Eine optimale Aufteilung der Trainingstage wäre z.B. folgende:
| Wochentag | Muskelgruppe |
|---|---|
| Montag | Brust, Trizeps |
| Dienstag | Beine |
| Mittwoch | frei |
| Donnerstag | Schultern, Bizeps |
| Freitag | frei |
| Samstag | Rücken |
| Sonntag | frei |
Auf diese Weise hat jede Muskelgruppe den optimalen
Erholungszeitraum, bevor sie erneut belastet wird. Zusätzlich zum
folgenden Plan sollten sie vor dem Training ein allgemeines
Aufwärmtraining bei niedriger Intensität betreiben. Das können z.B.
5 min. auf dem Ergometer oder dem Laufband sein, aber auch
Seilspingen ist eine gute Alternative. Danach sollte ein leichtes
Dehnprogramm für die trainierte Muskulatur erfolgen.
Wichtig: VOR dem Training sollten sie es mit dem Dehnen nicht
übertreiben, da exzessives Dehnen die Verletzungsanfälligkeit beim
nachfolgenden Training erhöhen kann. Es geht beim Dehnen vorher
eher darum, die Muskulatur allgemein auf die Belastung
vorzubereiten. Das intensive Dehnen für die Flexibilität geschieht
NACH dem Training.
Machen sie beim Dehnen, egal ob vorher oder nachher, keine
ruckartigen oder schwingenden Bewegungen, sondern führen sie den
Muskel in die gedehnte Position und halten sie diese 15-20
Sekunden. Das Dehnen ist wichtig, da die Muskulatur durch das
Gewichtstraining zu Verkürzung neigt. Eine verkürzte Muskulatur
führt aber zu mangelnder Beweglichkeit und ist damit gerade bei
schweren Gewichten mit die Verletzungsursache Nr. 1.
Zusätzlich zum Plan sollten sie neben dem Dehnen noch 1-2x in der
Woche den Bauch trainieren. Eine starke, muskulöse Mittelpartie
hilft, die Belastung von der Wirbelsäule zu nehmen und gibt dem
Körper die für schwere Gewichte nötige Stabilität.
Nun aber zum eigentlichen Trainingsplan:
| Tag | Übung | Sätze | Wiederholungen |
|---|---|---|---|
| Montag | Bankdrücken | 7 | 12, 8, 6, 4, 3, 3, 3 |
| Schrägbankdrücken | 4 | 8, 6, 4, 4 | |
| Dips | 4 | max. Wdh. | |
| Dienstag | Kniebeugen | 7 | 10, 8, 5, 4, 4, 4 |
| Beinstrecken | 4 | 10 - 15 | |
| Beinbeugen | 4 | 10 - 15 | |
| Donnerstag | Nackendrücken | 6 | 10, 8, 6, 4, 4, 4 |
| Seitheben | 4 | 8 - 12 | |
| Langhantelcurls | 5 | 5 - 8 | |
| Samstag | Klimmzüge | 5 | max. Wdh. |
| Langhantelrudern | 5 | 6 - 10 | |
| Kreuzheben | 6 | 10, 8, 6, 3, 3, 3 |
Bitte beachten sie, daß beim Bankdrücken, Kniebeugen,
Nackendrücken und Kreuzheben nur die schwersten Sätze mit den 3er,
bzw. 4er Wiederholungen die Trainingssätze sind und nur sie bis zum
Muskelversagen ausgeführt werden. Die Sätze vorher werden mit
niedrigerem Gewicht als Aufwärmsätze absolviert und gehen nicht an
die Grenze.
Die anderen Übungen sollten mit einem Gewicht durchgeführt werden,
mit dem man etwa im angegebenen Wiederholungsbereich liegt. Bei den
Dips und Klimmzügen sollten immer so viele Wiederholungen
ausgeführt werden, wie man schafft. Schafft man in einem Satz mehr
als 12 Wiederholungen, so sollten sie sich zusätzliche
Gewichtsscheiben umhängen oder eine Kurzhantel zwischen die Beine
klemmen






