2. Gewicht contra Wiederholungszahl

Ein zentraler Punkt bei der ILB-Methode ist die Wahl des richtigen Trainingsgewichts. Fast jeder erfahrene Bodybuilder wählt sein Trainingsgewicht nach dem Instinktprinzip aus, d.h. er legt vor dem Satz für sich fest, mit welchem Gewicht er trainieren möchte und absolviert so viele Wiederholungen, bis für ihn keine weitere mehr möglich ist. Im Anschluß kommen ggf. noch Intensitätstechniken zum Einsatz.
Dies mag für erfahrene Bodybuilder funktionieren, ein Anfänger und leicht Fortgeschrittener wird aber kaum die nötige Erfahrung und das Körpergefühl mitbringen, um für sich die Gewichte in der richtigen Höhe zu wählen. Außerdem ist es für ihn gar nicht notwendig, so viele Wiederholungen zu absolvieren, bis keine weitere mehr möglich ist, also die Trainingsintensität bei 100% zu halten.

Trennt man sich aber vom Gedanken der maximalen Wiederholungszahl und damit vom Gedanken der maximalen Trainingsintensität, so gibt es keinen Grund mehr die kontinuierlichen Fortschritte im Training an der maximalen Wiederholungszahl festzumachen und beim Erreichen eines bestimmten Wertes das Gewicht zu steigern.
Im Gegenteil, genau hier setzt die ILB-Methode an. So wird vor jedem Trainingszyklus (dazu später mehr) ein Leistungstest durchgeführt, an dem sich die Trainingsgewichte für die kommenden Wochen orientieren. Dabei bleibt von Einheit zu Einheit die Wiederholungszahl konstant. Lediglich die Trainingsgewichte werden stetig erhöht. Dies geschieht aber nicht durch ein ständiges Training am Limit, sondern vielmehr werden die Gewichte im submaximalen Intensitätsbereich gewählt, je nach Trainingserfahrung und Zielsetzung.

Manch einer mag nun erwidern, daß eine Festlegung der Trainingsgewichte anhand eines vorher durchgeführten Maximalkrafttests doch nichts neues ist. Das ist sicher richtig, jedoch hat so ein Maximalkrafttest einen gewaltigen Nachteil. Wird nämlich nur das maximal für eine Wiederholung mögliche Gewicht ermittelt und dann mit Hilfe von Formeln auf ein Trainingsgewicht für z.B. 10 Wiederholungen heruntergerechnet, so wird die individuelle Komponente eines jeden Trainierenden völlig vernachlässigt. Mal angenommen 2 Probanden schaffen mit 100kg jeweils eine Maximalwiederholung im Bankdrücken, so heißt das noch lange nicht, daß auch beide mit 70kg 10 Wiederholungen schaffen. Vielleicht sind es bei dem einen 65 kg, bei dem anderen 75 kg. Die Ursache hierfür liegt in der individuell unterschiedlichen Verteilung der Muskelfaseranteile bei jedem Menschen. Der eine hat mehr langsamzuckende Muskelfasern (Slow Twitch Fibres), der andere mehr schnellzuckende Muskelfasern (Fast Twitch Fibres).

Diese Fehlerquelle umgeht die ILB-Methode, indem jedem Trainingszyklus ein individueller Test im angestrebtem Trainingsbereich voraus geht. Aus diesem nun ermittelten Maximalwert für einen bestimmten Wiederholungsbereich wird im folgenden ein prozentualer submaximaler Wert für das Trainingsgewicht bei gleichbleibender Wiederholungszahl ermittelt.


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