HST – Hypertrophy Specific Training
Diejenigen, die schon ein paar Jahre bei unserem Sport dabei
sind, werden sich bestimmt erinnern. Kam man in der Mitte der 90er
Jahre mit anderen Bodybuildern zusammen, so war es ein Thema, das
immer wieder zur Sprache kam: der damalige Mr. Olympia Dorian Yates
mit seinem für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Trainingssystem
Heavy Duty. Kaum einer konnte sich seinerzeit vorstellen, dass man
mit lediglich 4 Trainingseinheiten in der Woche, die zudem kaum
mehr als 1 Stunde dauerten, einen solchen Körper aufbauen konnte.
Yates erbrachte den Gegenbeweis und sein Trainingsvideo ist noch
heute eine der am häufigsten verwendeten Motivationshilfen.
Ende der 90er Jahre dann wurde Heavy Duty von seinem Erfinder Mike
Mentzer überarbeitet und es entstand das HIT (High Intensity
Training) Trainingssystem. Auch hier wurde wieder landauf, landab
darüber diskutiert, ob es wirklich geeignet wäre, um einen wirklich
muskelbepackten, meisterschaftsreifen Körper hervorzubringen.
Beide Systeme hatten eines gemeinsam. Sie proklamierten, dass die
Zeit der klassischen, volumenorientierten Trainingseinheiten von 1½
- 2 Stunden vorbei sei und man mit weniger Trainingseinheiten
genauso weit, wenn nicht sogar weiter kommen könnte, wenn nur die
Intensität im Training eine maximale Stufe erreicht. Im Gegenteil,
häufiges Training sei sogar kontraproduktiv, da man der belasteten
Muskulatur damit die Erholung nehme. Kurz und extrem intensiv, so
sollte das bestmögliche Training sein. In Trainingseinheiten von 1
Stunde und länger könne man keine wirkliche Intensität
aufbringen.
Ach ja, die guten alten 90er...
Heute gibt es wieder ein Trainingssystem, welches für sich in
Anspruch nimmt, das derzeit beste am Markt zu sein. Es nennt sich
„HST“ – „Hypertrophy Specific
Training“ und wirft so ziemlich alles über den Haufen, was
von HIT an fundamentale Trainingsprinzipien aufgestellt wurde.
Proklamierte HIT noch möglichst kurze Trainingseinheiten, diese
aber bis zum Muskelversagen und darüber hinaus bei eher wenigen
Trainingseinheiten, so verkehrt HST dieses in das komplette
Gegenteil. Hier wird gefordert, dass man häufig trainieren sollte
bei sehr vielen Sätzen, die aber alle nicht bis zum Muskelversagen
gehen, im Gegenteil. Muskelversagen wird als einer der größten
Fehler eines optimalen Trainings dargestellt.
„Wie ? Kein Muskelversagen ? Und das funktioniert ? Wie kann
so ein System erfolgreich sein ?“, werden Sie sich jetzt
sicher fragen. Nun, viele Anhänger von HST gehen sogar noch weiter
und behaupten, dass HST jedem anderen Trainingssystem überlegen
ist.
Die Frage, welches das beste Trainingssystem ist, soll hier aber
nicht Gegenstand sein. Vielmehr soll Ihnen auf den folgenden Seiten
vermittelt werden, was HST überhaupt ist und wie Sie es für sich
anwenden können. Dabei soll in diesem Artikel das klassische HST im
Vordergrund stehen. Auf BamBam's Corner können Sie aber ebenso eine
fortgeschrittene Abwandlung kennenlernen, das sogenannte
„Cluster-HST“.
- Der Ursprung und die vier Grundregeln von HST
- Aus den Regeln folgende Vorgaben
- Von der Theorie zur Praxis
- Ein Beispiel
- Fazit und Ausblick
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