2. Cluster-HST als weitergehendes Konzept
Aber bereits beim folgenden Cluster-HST werden diese Vorgaben
eher pragmatisch gesehen, machte doch Haycock bereits die Aussage
„HST is not about sets and reps...“. Hierbei werden
zwar die 4 Grundprinzipien des HST weiterhin als Basis genutzt, die
daraus abgeleiteten Vorgaben aber teilweise anders interpretiert.
Entsprechend der Aussage Haycocks trifft das besonders auf das
starre Schema aus Satz- und Wiederholungszahlen beim klassischen
HST zu.
Cluster-HST sieht Sätze und Wiederholungen hingegen nur noch als
Mittel zum Zweck. Wichtig ist hierbei das Ziel, welches in einer
Gesamtwiederholungszahl angegeben wird, nicht mehr der Weg
dorthin.
Hierbei werden die Wiederholungszahlen der Cluster im Laufe des
Trainingszyklus immer weiter reduziert, bis sie irgendwann bei
Einzelwiederholungen angelangt sind, diese aber dafür umso häufiger
ausführen. Gleichzeitig steigen, wie vom Prinzip der progressiven
Belastung gefordert, die Trainingsgewichte. Mit anderen Worten,
machen Sie z.B. am Anfang des Zyklus vier 5er-Cluster mit 100kg, so
absolvieren sie zum Ende des Zyklus 20 1er-Cluster mit 130kg. Damit
ist das insgesamt bewegte Trainingsgewicht höher als bei
klassischem HST und damit auch der Wachstumsreiz auf die
Muskulatur.
Zusätzlich kann auch noch das Gesamtvolumen an Wiederholungen pro
Übung gesteigert werden. Dies ist aber nicht zwingend, wobei auch
Mischformen möglich sind, bei denen das Gesamtvolumen einer Übung
bis zu einer festgelegten Wiederholungszahl gesteigert wird, um
dann für den Rest des Zyklus konstant zu bleiben. Wer mit
Cluster-HST beginnt sollte erfahrungsgemäß erst einmal mit einem
konstanten Volumen beginnen und sich erst in späteren
Trainingszyklen an steigende Volumina herantasten.
Hier liegt auch vor der Intensität her der größte Unterschied zum
klassischen HST. Bei diesem wurde ja die Satzzahl im Laufe des
Makrozyklus immer konstant gehalten, während mit jedem Mikrozyklus
die Wiederholungszahlen reduziert wurden bei steigendem
Trainingsgewicht. Das Gesamtvolumen sank also mit Fortschreiten des
Zyklus. Beim Cluster-HST hingegen wird das Gesamtvolumen konstant
gehalten oder sogar erhöht. Zwar reduziert sich auch hier mit
fortschreitendem Zyklus die Wiederholungszahl (hier jetzt Cluster
genannt), dafür wird aber die Anzahl der Cluster gesteigert, die
Gesamtwiederholungszahl ggf. damit sogar erhöht. Hierdurch ist das
Trainingsvolumen und damit auch die Intensität ungleich höher als
beim klassischen HST.
Die Vergrößerung des Trainingsvolumens im Laufe eines Zyklus ist
es denn aber auch, die für die meisten Neulinge beim Cluster-HST
das größte Problem darstellen. Da sie am Anfang nämlich nur mit
einem geringen Gewicht trainieren und die Übungen dank der noch
großen Cluster schnell absolviert haben, halten sie die
Trainingsintensität für zu gering und erhöhen oft sehr schnell die
Gesamtwiederholungszahl.
Dieses Verhalten rächt sich aber spätestens dann, wenn man bei den
2er- oder 1er-Clustern bei 100% am Ende des festgelegten
Trainingsgewichts angelangt ist. Es ist schließlich etwas anderes,
ob man 30 Wdh. mit sechs 5er-Clustern von 60% des Zielgewichts
absolviert, oder 30 (oder mehr) 1er-Cluster mit 100%.






