Ich komme bei Kniebeugen nicht tief nach unten. Bin ich anders?
Um es gleich vorweg zu nehmen: Wirklich jeder kann tiefe
Kniebeugen machen!
Das ist alles nur eine Frage der Technik. Selbst übertriebene
Gelenkigkeit ist dafür nicht erforderlich. Wenn Sie also der
Meinung sind, daß Sie bei Kniebeugen durch ihren Körperbau nicht
tief nach unten kommen können, dann sind Sie entweder mit einem
Holzbein ausgestattet oder aber ein genetisches Wunder.
Der Grund, wieso manche Menschen denken, daß sie nicht runter
kommen, ist ganz einfach - sie stehen einfach viel zu eng.
Irgendwann hat sich im Bodybuilding das Dogma festgesetzt, daß
Kniebeugen nur dann optimal sind, wenn sie mit einem
schulterbreiten Stand ausgeführt werden. Das Problem ist, daß dies
für kaum einen Ungeübten machbar ist, einfach weil ihm die
Beweglichkeit und der Gleichgewichtssinn fehlt. Viele Leute
empfehlen in diesem Fall, daß man mehr dehnen soll. Aber das ist
nur die halbe Miete und hilft nur bei den wenigsten, ihre Probleme
zu beheben.
Was aber wirklich für jeden funktioniert, ist ein ganz einfacher
Trick. Stellen Sie einfach die Füße weiter nach außen. Kein Mensch
zwingt Sie, daß Sie nur schulterweit stehen, nur dieses dumme Dogma
schwebt über allem.
Also nochmals, stellen Sie die Füße so weit auseinander, daß Sie
mit aufgerichteten Oberkörper ganz nach unten kommen und Ihr Rumpf
zwischen den Beinen richtig "abtauchen" kann. Dabei sollten Sie die
Füße so stellen, daß Oberschenkel, Knie und Fußspitzen in eine
Richtung zeigen und beide Beine praktisch ein V bilden. Auf diese
Weise sollen Sie herausfinden, wo der natürliche Schwerpunkt Ihrer
Körpermitte bei Kniebeugen liegt. Probieren Sie dies am besten
entweder nur mit einem Besenstiel auf den Schultern oder der leeren
Hantelstange. Setzen Sie kein Gewicht ein, damit verlagern Sie
ihren Mittelpunkt nur und betrügen sich selbst. Wenn Sie dies
sicher beherrschen (und das können Sie ruhig erst einmal für 2-3
Wochen als Trockenübung neben Ihrem anderen Beintraining machen),
dann fangen Sie langsam an Gewicht einzusetzen. Sie werden sehen,
es ist eine ganz andere Belastung der Oberschenkel- und
Gesäßmuskulatur als die halben Kniebeugen, die Sie im Moment
gewohnt sind.
Beherrschen Sie die Kniebeuge auf diese Weise sicher, dann gehen
Sie zum zweiten Schritt über. Hierbei verlangsamen Sie von
Trainingeinheit zu Trainingseinheit den Fußabstand gerade so weit,
daß Sie immer noch mit aufgerichtetem Oberkörper tief in die Hocke
kommen. Aber auch nicht weiter, der Oberkörper soll aufrecht
bleiben, das ist wichtig. Sie wollen ja schließlich aus den
Kniebeugen keine Good-Morning-Beugen machen. Wenn Sie das für
weitere 2-3 Wochen befolgen, dann werde Sie sich bis auf die
ursprünglich angestrebte Schulterweite vorgearbeitet haben.
Et voila! Aus einem Athleten, der nicht glaubt, zu tiefen
Kniebeugen in der Lage zu sein, wurde ein Bodybuilder, der
problemlos "Ass on the Grass" kommt.


