5. Integration weiterer Periodisierungsformen

Bislang hat sicher dieser Artikel nur der Periodisierung des Trainings durch verschiedene Wiederholungszahlen und die Art der Übungsausführung gewidmet. Aber auch andere Konzepte sind denkbar und werden in der Praxis angewandt. Besonders beliebt sind dabei solche, die das Trainingsvolumen, die Trainingsintensität und die Wahl der Übungen zugrunde liegen haben. Eine solche Form der Periodisierung zielt allerdings weniger auf eine Belastung unterschiedlicher Fasertypen oder Zellanteile ab, sondern eher darauf, den Körper phasenweise stärker und geringer zu fordern oder auch mehr Variation ins Training zu bringen und so negative Begleiterscheinungen wie ein Ausbrennen zu vermeiden und Abwechslung ins Training zu bringen. Für eine maximale Körperentwicklung ist eine solche Periodisierung zwar nicht zwingend erforderlich, bietet sich aber an, da die Alternative in regelmäßigen Trainingspausen zu suchen wäre. Sie können nicht immer im Training an ihrem körperlichen Limit trainieren, ohne über kurz oder lang ins Übertrainings zu kommen.

Da eine solche Periodisierung andere Ziele verfolgt als die obigen drei Konzepte (linear, nichtlinear, konjugiert), kann diese einfach mit ihnen kombiniert oder sogar direkt in sie integriert werden. Besonders bietet sich hierfür das holistische Training an, das zudem ohnehin, wie bereits dargelegt, von allen drei Konzepten das vielversprechendste ist.

Periodisierung nach Übungswahl:
Das holistische Training eignet sich optimal, um verschiedene Übungen in eine Einheit zu integrieren, je nachdem, für welchen Wiederholungsbereich sie am besten geeignet sind. Für die schweren Sätze im Maximalkraftbereich bieten sich hier besonders die klassischen Grundübungen als Verbundübungen an. Da hier viele verschiedene Muskelgruppen angesprochen werden können die in bestimmten Bereichen stärkeren Muskeln den schwächeren über einen toten Punkt hinweghelfen um so eine maximale Kraftentfaltung und damit einen bestmöglichen Trainingseffekt hinsichtlich Maximalkraft zu erreichen.
Für den mittleren Wiederholungsbereich wiederum bieten sich besonders solche Übungen an, bei denen die aktive Komponente über nur ein Gelenk arbeitet, die Isolationsübungen. Hier wird ein höherer Wiederholungsbereich benötigt, um den Muskel stärker an seine Belastungsgrenze zu führen und damit einen optimalen Wachstumsreiz zu setzen.
Im Kraftausdauerbereich lässt sich schließlich jede Art von Übung einsetzen, sowohl Mehrgelenksübungen als auch Isolationsübungen. Aber auch Maschinenübungen, die wenig Anspruch an die Koordination stellen, sowie Kabelübungen, lassen sich hier optimal integrieren.
Beim Brusttraining könnte nach diesen drei Gesichtspunkten z.B. eine Kombination von Langhantelbankdrücken, Fliegenden auf der Schrägbank und zum Schluss Bankdrücken in der Maschine zu einer holistischen Einheit kombiniert werden.

Periodisierung nach Intensität:
Erinnern wir uns, Intensität wird nicht nach gefühlter Intensität oder der Anwendung von Intensitätstechniken definiert, sondern anhand der Höhe der Trainingsgewichte, in der Regel berechnet anhand eines „Repetition Maximum“ (RM), also des höchsten Gewichts, was bei einer bestimmten Wiederholungszahl möglich ist und damit 100% entspricht.
Die Kombinierung von holistischem Training mit Intensitätsperiodisierung ist kinderleicht. Sie fangen zum Beispiel mit 70% des RM an, steigern dann über den Zeitraum eines Trainingszyklus immer um einen bestimmten Prozentsatz, bis Sie am Ende des Zyklus ihr Maximum erreicht haben oder es sogar übertreffen, da anzunehmen ist, daß Sie zum Ende Ihre maximale Kapazität gesteigert haben. Anschließend beginnt ein neuer Zyklus von vorne mit niedriger Anfangsintensität und dem nun erhöhten RM. Auf diese Weise wird eine Überlastung effektiv vermieden, weil Phasen niedriger Intensität mit solchen hoher Intensität kombiniert werden.

Periodisierung nach Trainingsvolumen:
Die Definition der Wortes „Trainingsvolumen“ ist hier eher weit zu fassen. Es muss nicht zwangsläufig im Laufe des Trainingszyklus die Gesamtanzahl an Sätzen erhöht werden. Auch ein schrittweises Einbauen von Intensitätstechniken erhöht das Trainingsvolumen, sei es durch das Einbauen von zusätzlichen Drop-Sätzen, Intensivwiederholungen, Vorermüdung oder Supersätzen. Denkbar wäre hier zum Beispiel die Aufteilung eines Trainingszyklus ein kleinere Einheiten, bei denen schrittweise die Anzahl der Sätze mit Intensitätstechniken vergrößert wird, wobei die Gesamtzahl der Sätze gleich bleibt. Am Ende des Zyklus erreicht man somit das größte Volumen, bevor man beim Folgezyklus mit einem geringeren Volumen beginnt. In diesem Zusammenhang sei auch auf den Artikel zu den Intensitätstechniken auf dieser Website verwiesen.


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