1. Die sieben Sicherungssysteme der Wirbelsäulen-Muskulatur

Grundsätzlich kann die wirbelsäulenstabilisierende Muskulatur in sieben Sicherungssysteme mit folgenden Aufgaben unterteilt werden:

  1. Die Rückenstreckmuskulatur (alle Systeme dieses komplexen Gebildes):
    • Aufrichter aus Flexions- und Lateralflexionsstellung, sowie Flexions- und Lateralflexionsstellung mit Rotationskomponenten.
    • Vertikale Verspannung der Fascia thoracolumbalis
    • Seit- und Rotationsstabilisiation
    • Haltungsstabilisation bei statischer Arbeit

  2. Die seitliche Bauchmuskulatur (Transversus abdominis; Obliquus internus + externus sowie Quadratus lumborum):
    • Aufrichter aus Extensions- und Lateralflexionsstellung (Seitneigung)
    • Horizontale Verspannung der Fascia thoracolumbalis
    • Seit – und Rotationsstabilisation

  3. Latissimus dorsi (sowie die obersten Fasern des Glutaeus maximus):
    • Diagonale Verspannung der Fascia thoracolumbalis

  4. Gerade Bauchmuskulatur (Rectus abdominis):
    • Aufrichter aus Extensionsstellung
    • Beckensicherungs- und Beckenstellungseinfluss
    • WS – Haltung (statische Arbeit)

  5. Beckenaufrichter (Glutaeus maximus, ischiokrurale – Beinbizepsmuskulatur, Rectus abdominis)
    • Beckensicherung- und Beckenstellung
    • ISG Stabilisierung
    • WS-Haltung – Statik

  6. Beckenkipper (Iliopsoas, Rectus femoris, zum Becken ziehende Rückestrecker
    • Beckensicherung und Beckenstellung
    • ISG Stabilisierung
    • WS Haltung – Statik

  7. HWS Mukulatur
    • HWS Stabilisierung in allen Raumpositionen
    • Kopfsicherung
    • WS Haltung – Statik

Was sich bis jetzt ziemlich kompliziert anhört kann, grob gesehen, auf 3 Punkte vereinfacht werden:
  1. Es gibt muskuläre Systeme, die
    • ... den Rumpf aus gebeugter Position aufrichten.
    • ... den Rumpf aus einer Seitneigung aufrichten.
    • ... den Rumpf nach links und rechts rotieren.
    • ... den Oberkörper beugen, z.B. aus am Rücken liegender Position aufrichten (Sit Up, Crunch, etc.)

  2. In Zusammenarbeit können natürlich alle Bewegungen komplex miteinander kombiniert werden – Rotation, Beugung oder Aufrichtung, Seitneigung, etc.

  3. Alle Systeme können zusammen bei statischer Beanspruchung die Wirbelsäule stabilisieren, z.B. bei Kniebeugen, Kreuzheben, etc.

So vereinfacht ergeben sich ganz leicht die notwendigen Trainingsmaßnahmen für dieses komplexe Gebilde.
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