4. Sehnenentzündungen rechtzeitig bekämpfen

Die Entzündung einer Sehne, beispielsweise der Sehnenscheide am Unterarm, Bizepssehne oder Partellasehne, kann eine äußerst schmerzhafte Sache sein. Empfunden werden Sehnenentzündungen meist als erheblicher Druck- oder äußerst heftiger Bewegungsschmerz, manchmal auch als Schwellung in der betreffenden Region. Nach dem Aufwärmen wird der Schmerz meist erträglicher, weshalb viele Sportler annehmen, dass die Symptome im Laufe der Zeit von alleine vergehen. Wird eine Entzündung aber nicht schnell und fachgerecht behandelt, so kann der Verlauf chronisch werden und eine Ruhigstellung, sowie eine längere Trainingspause erforderlich machen. Oft genug gehen Sportler aber gerade erst dann zum Arzt, weil die Schmerzen zu diesem Zeitpunkt unerträglich werden.

Die Ursachen für eine Sehnenentzündung sind beim Gewichtstraining meist nicht plötzlich auftretend sondern Folge einer längeren Trainingsüberbelastung, die durch anhaltend eintönige, zu intensive oder ungewohnt anstrengende Bewegungen, sowie durch eine schlechte Trainingstechnik auftreten kann. Auch ein ständiges Tragen von Hand-, Ellbogen oder Kniebandagen kann eine Sehnenentzündung begünstigen, da zum einen durch das Einschnüren ein mechanischer Reiz von außen gesetzt wird, zum anderen ein Kraftungleichgewicht der entsprechenden Region durch Entlastung der Sehnen und damit einem geringeren Entwicklungsreiz im Verhältnis zur Muskulatur gesetzt wird. Mit anderen Worten, wer ständig eine Bandage trägt läuft Gefahr, dass dieser Bereich im Verhältnis zur Muskulatur immer schwächer wird, was Folgeschäden begünstigt.

Um eine beginnende Sehnenentzündung nicht noch weiter zu verschlimmern, sollten Sie diese gleich bei den ersten Symptomen wirksam bekämpfen. An erster Stelle steht dabei die direkte Kühlung des schmerzenden Bereichs nach dem Training. Zu diesem Zweck nutzen Sie entweder eine Kühlkompresse oder tränken einen Waschlappen in Eiswasser, den sie mit einer Binde ohne Druck anwickeln. Dabei sollten Sie darauf achten, dass durch die Bandage keine Einschnürung oder Faltenbildung entsteht. Lässt der Kühleffekt nach, so sollte der Verband erneuert werden. Diese Prozedur kann auch mehrfach, in schweren Fällen bis zu 8 Stunden, erfolgen.
In der Nacht empfiehlt sich, einen Salbenverband mit einer arnikahaltigen Sport- oder Rheumasalbe anzulegen. Auch eine medikamentöse Unterstützung durch Wobenzym oder Aspirin kann zu einer Beschleunigung der Heilung beitragen.

In besonders schweren und akuten Fällen, bei denen nicht feststeht, ob die Sehne selbst verletzt ist, empfiehlt sich für die betreffende Region eine zeitlich befristete Ruhigstellung, die bei Ellbogen oder Unterarmen z.B. durch eine dem Körper angepasste Gipsschiene erfolgt. Diese Maßnahme sollte aber nicht langfristig eingesetzt werden, da ansonsten eine rasch zunehmende Schwächung der Muskulatur in diesem Bereich eintritt, was eine Wiederaufnahme des Trainings weiter hinauszögert, da der Bereich erst wieder vorsichtig aufgebaut werden muss. Solche Maßnahmen sollten aber grundsätzlich mit einem Arzt oder Physiotherapeuten abgesprochen werden, der dann auch weitere Empfehlungen für die Nachversorgung gibt und gegebenenfalls zum Krankengymnasten überweist.

Gewarnt werden sollte an dieser Stelle vor zu früher und intensiver Belastung nach dem Abklingen der Verletzung. Ein langsames Herantasten an alte Trainingsgewichte mindert das Risiko eines Rückfalls erheblich. Bei einer Sehnenscheidenentzündung kann ein gezieltes Unterarmtraining die betreffende Region stärken und so das Risiko eines erneuten Auftretens drastisch verringern. Außerdem sind Wiederholungen der Belastung, die zur Entzündung geführt haben, zu vermeiden.
Bei richtiger und konsequenter Behandlung klingt eine Sehnenentzündung nach etwa 7-10 Tagen ab. Lässt man sie chronisch werden, so kann die Verletzungsdauer Monate betragen.


Zurück Anfang Weiter
Online-Shop
Forum