3. ...und Rückenstreckermuskulatur

Die oberen beiden Absätze widmeten sich dem dynamischen Training der Bauchmuskulatur, was aber noch fehlt ist das der Rückenstreckermuskulatur, eines Bereichs, der fast immer vernachlässigt wird bzw. oder gar überhaupt nicht bekannt ist.

Zuvor allerdings ein kurzer Ausflug in die Anatomie des Rückenstreckers. Zur Vereinfachung des Systems lassen sie uns den Rückenstrecker in einen oberflächlichen und einen tiefen Trakt unterteilnen.
Der oberflächliche Trakt wird bei der statischen Haltearbeit am meisten beansprucht, da dieser aus sehr langen, kräftigen Muskeln besteht, die sich, ein wenig vereinfacht, teilweise sogar vom Nacken bis in die Beckenregion erstrecken. Ein wenig leer gehen bei dieser Arbeit aber nun die tieferen Muskeln aus. Diese sind sehr kurze Muskelstränge, die über ein bis mehrere Segmente (Segment = zwei Wirbelkörper) ziehen und dabei sowohl gerade als auch quer arbeiten (stark vereinfacht ausgedrückt).

Da diese Muskulatur für die Bewegung der einzelnen Wirbelkörper ausgelegt ist, müssen nun auch die einzelnen Segmente dynamisch trainiert werden. Zum einen durch Bewegung in die aufrechte Position, zum anderen durch kurze Rotationsbewegungen, da einige Muskeln dieses Systems auch quer und diagonal verlaufen.
Geeignete Übungen dafür sind Hyperextensions, bei denen das Becken auf dem Polster gut fixiert wird, damit die Bewegung nicht aus der Hüfte stattfindet. Anschließend rollt man Segment für Segment beginnen vom Kopf nach unten ein, um anschließend in umgekehrter Reihenfolge die Aufrollbewegung durchführen. Man absolviert quasi einen umgekehrten Crunch.

Neben der bisherigen Einteilung ließe sich das Rumpftrainining nochmals für Lenden- und Brustwirbelsäule unterteilen. Wenn man von Blockierungen im BWS-Bereich betroffen ist, sind „Erector Crunches“ nur für den BWS-Bereich eine gute Wahl. Hierzu fixiert man die Lendenwirbelsäule, indem man man den Bauch bis zum Brustkorb auf eine Hyperextensionsbank legt. Anschließend rollt man nur die Brustwirbelsäule etwas nach unten und oben ein. Dabei wird die BWS gut mobilisiert und die segmentstabilisierende Muskulatur gleich in ihrer Funktion trainiert.

Ein grosser Vorteil dieser dynamischen Varianten ist auch das Beseitigen von Verspannungen und Verkürzungen, die durch zuviel statische Arbeit im Beruf und im Sport entstehen. Einige Studien haben ganz klar gezeigt, das ein dynamisches Training über das volle Bewegungsausmaß die besten Resultate beim Abbau dieser Verkürzungen und Verspannungen bringt.


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