2. Präventives Training für die Bauchmuskulatur

Um allen Alltags- und Trainingsbelastungen gerecht zu werden und präventiv etwas gegen eventuelle Spätfolgen zu unternehmen, muss sowohl ein statisches als auch ein dynamisches Training durchgeführt werden. Am statischen Training mangelt es bei einem ordentlich ausgeführten Kraftsport- oder Bodybuildingprogramm meist nicht (Kniebeuge, Kreuzheben, Good Mornings, alle stehenden Übungen, etc.).

Grosse Defizite bestehen aber meistens beim dynamischen Training der Rumpfmuskulatur. Das dynamische Training der Bauchmuskulatur ist eigentlich zwar jedem ernsthaften Bodybuilder/Kraftsportler bekannt, wird aber doch oft als erstes aus dem Trainingsplan gestrichen, wie bereits in der Einleitung angedeutet. Dies muss sich zwar nicht zwangsläufig negativ auswirken, kann aber doch häufig ernsthafte Konsequenzen auf die Beckenstellung mit allen negativen Folgeerscheinungen haben.

Ein Beispiel:
Wenn man sich das allseits bekannte Kreuzheben ansieht, so sollte man bei richtiger Ausführen die Rückenstreckermuskulatur anspannen und auf diese Weise in ein leichtes Hohlkreuz gehen. Auf diese Weise werden die Zwischenwirbelgelenke „verriegelt“ und ein Großteil der wirkenden Kräfte kann dadurch abgeleitet werden. Dieses Anspannen zieht nun aber auch das Becken nach hinten oben. Die Bauchmuskulatur, die (mit anderen Systemen) dafür verantwortlich ist das Becken nach vorne zu bringen, spannt sich ebenfalls statisch an, aber in einer leicht gedehnten Position.
Das Problem könnte nun werden, dass diese Muskelstellung als normal „programmiert“ wird, es entsteht ein Ilium anterior d.h. das Becken rotiert nach vorne. Auf Dauer wird es wahrscheinlich zu ISG- (Iliosacralgelenk-) Fehlbelastungen mit daraus resultierender Fehlstellung und Fehlbelastungen der LWS- (Lendenwirbelsäulen-) Region kommen.

Dem kann ganz einfach entgegengewirkt werden, indem man Übungen wie etwa reverse Crunches oder Knieheben in sein Training einbaut. Diese revidieren die Fehlstellung und mobilisieren alles wieder an die richtige Stelle. Mit dieser einfachen Maßnahme hat man jetzt schon selbständig die Neuro-Muskuläre-Technik der Stufe I (NMT 1) durchgeführt.


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