4. Verlauf und mögliche Folgen
Der Verlauf einer Myokarditis ist sehr unterschiedlich und im
Einzelfall nicht vorhersehbar. Leichte Fälle heilen in der Regel
folgenlos aus. Da nicht immer Beschwerden auftreten kann es
durchaus sein, dass die Erkrankung von einem selbst gar nicht
festgestellt wird. Manchmal bleibt aber auch eine dauerhafte
Herzrhythmusstörung zurück. Entscheidend sind hier eine möglichst
frühe Erkennung der Erkrankung und das Einleiten der entsprechenden
Therapie.
Aber auch wenn die Myokarditis folgenlos bleibt, so bleibt doch
häufig auch danach das Risiko einer erneuten Herzmuskelentzündung
zu einem späteren Zeitpunkt erhöht. Deshalb sollte man auch
zukünftig immer genau auf die Signale seines Körpers achten.
Eine Herzmuskelentzündung kann aber ebenso einen chronischen
Verlauf mit steigender Gefahr von Herzversagen nehmen. Hier ist
besonders die Möglichkeit zu nennen, das aus der ursprünglich
akuten Myokarditis eine chronische dilatative Kardiomyopathie wird.
Darunter bezeichnet man eine krankhafte Vergrößerung zunächst der
linken Herzkammer, im weiteren Verlauf auch möglicherweise aller
Herzhöhlen. Die Folge ist, dass sich das Herz nur noch
eingeschränkt zusammenziehen kann. Oft tritt zusätzlich eine
Störung des Kontraktionsablaufs ein, so dass Teile des Herzmuskels
gar nicht mehr mitarbeiten und praktisch absterben, andere nicht
mehr im gleichmäßigen Rhythmus kontrahieren.
Ein solcher chronischer Verlauf zeigt sich in etwa 10% der
Herzmuskelentzündungen, die mit deutlichen körperlichen Beschwerden
verbunden sind. Mit der Entwicklung einer dilatativen
Kardiomyopathie verschlechtern sich die Prognosen drastisch.
Studien zeigen, dass die Überlebensrate auf einen Zeitraum von 10
Jahren nur 30% beträgt, was 70% Todesfälle bedeutet!
In manchen Fällen kann aber eine Herzmuskelentzündung auch bereits
früher zum plötzlichen Herztod führen, was gerade in der
Vergangenheit bei Sportlern gehäuft zu beobachten war. Natürlich
muss hier angeführt werden, das beim Sekundenherztod nicht
zwangsweise eine Myokarditis vorangegangen sein muss, sondern auch
andere Herzkrankheiten in Betracht kommen, die medizinische
Literatur weist aber gerade bei verstorbenen Sportlern unter dem
35. Lebensjahr eine Quote von 30% aus, wo eine frühere Myokarditis
als ursächlich gesehen werden kann. wird.


