3. Therapie
Die Therapie einer Myokarditis hängt von ihrer Ursache ab. Bei
der häufigsten Variante, der Virus-Myokarditis, gibt es bislang
leider keine spezifischen Medikamente mit sicher erwiesenem Nutzen.
Eine Bakteriell hervorgerufene Myokarditis kann gegebenenfalls mit
Antibiotika behandelt werden, bei rheumatisch bedingter Myokarditis
kommt eine Behandlung mit Cortison in Betracht.
Gerade weil es im Fall der Virus-Myokarditis bislang kein direktes
Medikament gegen die Herzmuskelentzündung gibt, ist die von Ärzten
normalerweise verordnete körperliche Schonung so wichtig. Diese
Schonung sollte so lange eingehalten werden, bis die Beschwerden
und EKG-Veränderungen verschwunden sind. Ist die Myokarditis soweit
fortgeschritten, dass Atemnot auch in Ruhe auftritt, so wird sogar
strikte Bettruhe empfohlen.
Aber auch wenn die direkte Medikamention einer Myokarditis nicht
möglich ist, so ist in der Regel neben der körperlichen Schonung
auch die medikamentöse Behandlung der Herzinsuffizienz angeraten,
um auf diese Weise eine weitere Entlastung des Herzens zu
erreichen. Hierfür werden verschiedene Diuretika, ACE-Hemmer und
Beta-Blocker eingesetzt.
Sollte das Herz durch die Entzündung so stark geschädigt worden
sein, dass es zu einer chronischen dilatativen Kardiomyopathie
(s.u.) kommt, so ist eine Herztransplantation in manchen Fällen die
letzte Therapiemöglichkeit. Bei einer Einschränkung der
Pumpleistung unter 40% und dem damit verbundenen Risiko schwerer
Herzrhythmusstörungen oder gar des plötzlichen Herztods, werden
mittlerweile auch Herz-Unterstützungs-Systeme (Herzschrittmacher,
Defibrillator) eingepflanzt.
Eine ganz neue Therapiemöglichkeit, die bei dilatativer
Kardiomyopathie angewandt wird, ist die so genannte
Immunadsorptions-Therapie. Hierbei wird über ein dialyseähnliches
Verfahren das Gewebe von seinen Antikörpern befreit und
anschließend Substanzen gesunder Spender zugeführt (so genannte
Immungluboline), die das Immunsystem des Körpers im Kampf gegen die
Myokarditis unterstützen.


