2. Diagnose
Entscheidend für einen positiven Verlauf der Erkrankung ohne
bleibende Folgen ist, dass eine Myokarditis früh genug erkannt und
entsprechend behandelt wird. Je länger man die Augen davor
verschließt und weiter seinen Körper schweren Belastungen, z.B. im
Training aussetzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit
bleibender Schäden oder eines chronischen Verlaufs.
Besondere Bedeutung kommt deshalb dem ersten Gespräch beim Arzt zu,
bei dem oft festgestellt wird, dass ein viraler Infekt
vorausgegangen ist. Zur Sicherung der Diagnose werden in der Folge
verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Hier sind besonders EKG
und Herzultraschall zu nennen. Bei ersterem ist eine erhöhte
Herzfrequenz zu erkennen und häufig treten Herzrhythmusstörungen
auf. Im Herzultraschall wiederum lassen sich Herzgröße und
Pumpleistung ermitteln. Als Norm gilt hier ein Wert von 65-70%. Je
weiter die Pumpleistung absinkt, desto weiter ist die Myokarditis
fortgeschritten. Bei der Herzgröße sollte natürlich beachtet
werden, dass ein Athlet durchaus ein vergrößertes Sportlerherz
besitzen kann.
Über eine Blutentnahme und anschließende Blutuntersuchung können in
der Frühphase der Myokarditis Entzündungszeichen wie z.B. eine
beschleunigte Blutsenkungsgeschwindigkeit, eine Vermehrung der
weißen Blutkörperchen und eine Erhöhung herzmuskelspezifischer
Substanzen, z.B. Kreatinkinase (CK) und Troponin T nachgewiesen
werden, die aus dem geschädigten Herzmuskel ins Blut gelangen. Im
Blut kann man in etwa 10% der Fälle auch das die Krankheit
auslösende Virus oder entsprechende Antikörper nachweisen.
Das sicherste Verfahren zur Bestimmung einer Herzmuskelentzündung
ist die so genannte Myokardbiopsie. Hierbei wird ein Herzkatheter
über eine große Vene in der Herzkammer platziert und eine kleine
Gewebeprobe des Herzmuskels entnommen, die anschließend im Labor
untersucht wird. Nur so ist eine exakte Beurteilung der
Entzündungsprozesse möglich und lässt sich auch Virus-DNA
nachweisen. Bislang wird eine solche Biopsie aber meist nur in
schwereren Fällen vorgenommen, auch wenn es sich mittlerweile um
einen Routineeingriff mit nur noch verschwindend geringem Risiko
handelt, der standardmäßig auch oft bei Herztransplantationen
vorgenommen wird.


