3. Passen Sie Ihr Training an die Erholungsfähigkeit Ihres Körpers an

Fast jeder, der mit dem Bodybuilding beginnt und Blut geleckt hat, möchte seine Muskeln am liebsten täglich trainieren, um so dem Muskelaufbau noch mehr auf die Sprünge zu helfen. Ein Trugschluss, wie zwangsläufig fast jeder erkennt, der diesen Sport schon länger betreibt. Das einzige was Sie damit erreichen ist einen Zustand des Übertrainings, den wohl größten Feind des Muskelaufbaus überhaupt. Letzteres kann sogar dazu führen, daß Sie mehr Rück- als Fortschritte machen, denn eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein dauerhaftes Muskelwachstum ist neben intensivem Training auch eine anschließende ausreichende Erholung.

Die Dauer bis ein Muskel vollständig regeneriert ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, wie Trainingsintensität und Entwicklungsstand, aber auch von Dingen wie Schlafdauer, Ernährung und Anspannung außerhalb vom Sport, z.B. im Beruf. Als Faustregel kann man für Anfänger und mäßig Fortgeschrittene von 48 Stunden für kleine und 72 Stunden für große Muskelgruppen ausgehen. Entscheidenden Einfluss hierbei hat auch das Training bis zum Muskelversagen oder gar darüber hinaus. Beim Workout ohne Muskelversagen können große Muskelgruppen schon nach 2 Tagen wieder trainiert werden. Trainiert man hingegen mit vielen Intensitätstechniken, so kann der Körper auch mal 5 Tage oder länger benötigen.
Der zentrale Knackpunkt hierbei ist letztlich nicht die Erholung des Muskels an sich, sondern vielmehr die maximale Belastungskapazität des zentralen Nervensystems (ZNS). Je weiter Sie den Körper an den Rand des absoluten Muskelversagens trainieren, also den (theoretischen) Punkt, wo Sie ihn auch bei leichter Belastung gar nicht mehr kontrahieren können, desto länger benötigt Ihr ZNS, um sich von diesem Stress zu regenerieren. Entsprechend sind auch die Übertrainingssymptome die gleichen, die Sie in anderen Stresssituationen haben: Gereiztheit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gliederschmerzen, usw.

Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, daß Sie nur einen bestimmten maximalen Trainingsumfang pro Woche zur Verfügung haben. Auch mit fortschreitendem Entwicklungsstand wächst die Kapazität des ZNS nicht im gleichen Maß wie die Muskulatur. Deswegen nimmt die Trainingsfrequenz der einzelnen Muskelgruppen umgekehrt zur Muskelgröße immer weiter ab, da größere Muskeln eine höhere Intensität in der jeweiligen Trainingseinheit erfordern, um einen erneuten Wachstumsreiz zu erhalten. Ein Anfänger sollte also den jeweiligen Muskel öfters pro Woche trainieren, da er nicht die Intensität eines Fortgeschrittenen erreicht und sich kleinere Muskeln schneller erholen, während ein Fortgeschrittener längere Pausen benötigt und jeden Muskel vielleicht nur noch alle 4-7 Tage trainiert.


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