3. Der Super-GAU: Muskelbündelrisse und –abrisse

Stellt ein Muskelfaserriss ein verhältnismäßig schnell auskuriertes Ärgernis dar, so hat ein Bündel- oder Abriss eine Muskels eine ganz andere Qualität. Die Symptome sind dabei ähnlich wie bei einem Faserriss, allerdings ist je nach Schwere der Verletzung der Unterschied deutlich spürbar. Nicht selten ist die Schädigung auch akustisch durch ein reißendes Geräusch wahrzunehmen. Spätestens aber wenn sich ein Hämatom bildet, liegt der Verdacht auf eine solche Verletzung nahe.

Die Ursachen für einen Muskelriss sind dabei die gleichen wie bei einem Faserriss, lediglich der Grad und vor allem auch die Konstanz der Überlastung in den verangehenden Trainingseinheiten ist meistens höher. Vorsicht übrigens bei der Annahme, dass eine so schwere Verletzung nur weit Fortgeschrittenen, Wettkampfbodybuildern oder Powerliftern passiert. Auch Sportlern mit einem niedrigeren Leistungsstand kann eine solche Verletzung widerfahren, wenn sie sich im Training dauerhaft überschätzen.
Mehr noch als beim Muskelfaserriss ist bei einem Bündel- oder Abriss die gewissenhafte Erstversorgung wichtig. Die Maßnahmen sind dabei die gleichen, lediglich die Anzahl der Druckverbände sollte gegebenenfalls noch weiter gesteigert werden. Bei besonders schweren Verletzungen dieser Art kann die Nachblutung oft erst nach bis zu drei Stunden zum Stillstand gebracht werden.

Anschließend sollte bei einem Riss sofort der Gang zum Notarzt angetreten werden. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass ein Riss nicht genäht werden kann, ist dies in der heutigen Medizin durchaus möglich, so dass eine solche Verletzung nicht das Ende der Sportlerkarriere bedeuten muss. Allerdings stehen bekanntermaßen viele Mediziner dem Kraftsport eher kritisch gegenüber und nehmen ihn nicht als ernsthafte Sportart wahr, weshalb sie eine solche Maßnahme gar nicht erst in Betracht ziehen oder als notwendig erachten, schließlich wird die Funktion des gerissenen Muskels von anderen Muskelpartien ersetzt. Wenden Sie sich in diesem Fall am besten an einen der hiesigen Kraftsport- oder Bodybuildingverbände, wo man ihnen in der Regel einen Spezialisten nennen kann.

Übrigens sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass ein Alkoholkonsum bei allen Sportverletzungen, besonders aber bei solchen mit Einblutungen grundsätzlich in den ersten 24 Stunden vermieden werden sollte, da ansonsten der Flüssigkeitshaushalt und die körpereigenen Regulierungsmechanismen gestört werden. Die Folge wäre ansonsten eine weitere Zunahme der Gewebeschwellung.


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