6. Zum Aufbau von Muskeln ist keine Kalorienmast notwendig
Viele Athleten sind seit jeher der Meinung, daß man in einer
Massephase nur dann vernünftig Muskulatur aufbauen kann, wenn man
sein Körpergewicht ordentlich steigert. Dahinter steckt oft der
Gedanke, daß grundsätzlich zwischen zwei Phasen unterschieden wird,
der Massephase und der Definitionsphase. In der Massephase wird
stark zugenommen, ruhig auch etwas Fett, und in der
Definitionsphase dann die Muskulatur herausgearbeitet.
Studien haben hingegen gezeigt, daß, bis auf wenige
Ausnahmeathleten mit einem sehr schnellen Stoffwechsel, bei allen
anderen der Zuwachs an Gewicht bei diesem hohen Überschuß an
Kalorien lediglich zu etwa 20% in Form von Muskulatur, der Rest
hingegen in Form von Wasser und vor allen Dingen Fett erfolgte. Nun
werden in der anschließenden Definitionsphase die Kalorien jedoch
wieder reduziert um Körperfett zu verlieren. Ein Verlust von
Körperfett geht aber in fast allen Fällen mit einem zumindest
leichten Verlust an Muskelmasse einher. Dieser ist umso größer, je
länger die Diät andauert. Nimmt ein Athlet in so einer extremen
Massephase also sehr viel an Gewicht zu, so ist auch der Verlust an
Muskelmasse hinterher ungleich größer.
Gerade für natural trainierende Athleten bringt ein hoher
Körperfettanteil noch ein weiteres Problem mit sich, denn die
körpereigene Testosteronausschüttung sinkt bei Personen mit viel
Körperfett ab, wodurch die Fähigkeit zum weiteren Muskelaufbau
abnimmt.
Natürlich ist für einen erfolgreichen Muskelaufbau notwendig, daß
eine konstante Versorgung des Muskels mit Protein gewährleistet
ist, eine "Überfütterung" führt aber nicht zu weiterem
Muskelzuwachs sondern lediglich dazu, daß die überschüssigen
Kalorien in Form von Fett gespeichert werden.
Aus diesem Grund sollte man auch in einer Massephase die
Kalorienzufuhr nur leicht steigern, um möglichst fettfreie
Muskulatur aufzubauen und in einer evtl. anschließenden
Definitionsphase nicht zu lange Diät halten zu müssen und damit
wieder viel von der Muskulatur zu verlieren.


