4. Kniebeugen sind nicht schlecht für die Knie
Jahrelang wurde von vielen Ärzten behauptet, daß Bodybuilding
und hier insbesondere Kniebeugen schlecht für die Kniegelenke
seien. Auch wenn viele Orthopäden, Chiropraktiker und
Sportmediziner ein Training mit Gewichten heute sogar empfehlen, um
eine allgemeine körperliche Fitness zu erlangen, gerade
Haltungsschäden entgegenzuwirken und ihnen vorzubeugen, so gibt es
immer noch ein paar Ärzte, oftmals Allgemeinmediziner der alten
Schule, also keine Spezialisten, die von diesem Sport ob seiner
"Verletzungsanfälligkeit" dringend abraten.
Der aktuelle Weltrekord der IPF liegt bei den Kniebeugen bei 475,5
kg. Selbst wenn man davon ausgeht, daß der Rekordhalter mit
Kniebandagen arbeitet und vielleicht eine besonders gute Genetik
besitzt, so müßte er doch eigentlich nicht mal mehr laufen können,
wenn Kniebeugen so ungesund ist. Wenn er aber selbst in diesen
extremen Bereichen gesunde Knie hat, dann sollte doch der
Normalathlet zumindest Kniebeugen mit einem Drittel oder Viertel
des Gewichts gefahrlos ausführen können. Nach einer Studie des
"Journal of Strength Conditioning Research" aus dem Jahre 1994
rangiert Gewichtstraining/Powerliftig bei der
Verletzungsträchtigkeit je ausgeübter Sportstunde übrigens weit
hinter Fußball, Leichathletik und Basketball.
Kniebeugen sind aber immer nur so gesund, wie die Technik gut ist,
mit der ein Athlet sie ausführt. Ein weit verbreiteter Fehler ist
z.B., ein Brett unter die Fersen zu legen, um damit mangelnde
Flexibilität im Wadenbereich auszugleichen. Diese kann aber auf
Dauer genauso zu einer Überdehnung und damit einem
Patellaspitzensyndrom führen, wie ein zu weites verschieben der
Knie über die Fußspitzen beim Absenken des Gewichts. Hier sollte
vor dem Beginn des Training von schweren Kniebeugen erst einmal für
die nötige Flexibilität durch ausgiebiges Dehnen gesorgt werden, um
diese Fehler zu vermeiden.
Ebenso falsch wie gefährlich ist es, wenn man aus der unbegründeten
Angst vor Verletzungen bei tiefen Kniebeugen nur halbe Kniebeugen
macht, bei denen der Oberschenkel nicht mal parallel zum Boden ist.
Hier ist die Gefahr zur Überdehnung der Bänder zwar nicht gegeben,
aber dafür liegt eine wesentlich höhere Stauchwirkung auf dem
Kniegelenk, die zu Knorpelschäden führen kann, erst recht, da durch
das Umgehen des schwächsten Abschnitts bei tiefen Kniebeugen ein
wesentlich höheres Gewicht bewegt werden kann.
Achten sie bei Kniebeugen auf die nötige Flexibilität, gehen sie
immer zumindest bis in die Parallele zum Boden, federn sie nicht im
unteren Bewegungsabschnitt, um mit Schwung mehr Gewicht zu
bewältigen und legen Sie kein Brett unter die Füße. Dazu ein
schulterweiter Stand und ein gerader Rücken, das sind die
wichtigsten Grundsätze für auf Dauer verletzungsfreie
Kniebeugen.






