2. Es gibt keinen "Fettverbrennungspuls"

Oft wird behauptet, eine effektive Fettverbrennung beim aeroben Training würde nur dann stattfinden, wenn die Pulsfrequenz bei ca. 130 Schlägen in der Minute liege. Training bei einer höheren Pulsfrequenz würde kein Körperfett mehr verbrennen, sondern ein Konditionstraining sein, bei dem man eher Muskelmasse verliere. Zusätzlich hätte das Training im Fettverbrennungsbereich den Vorteil, daß man direkt Körperfettdepots abbaut und dabei keine Diät halten müsse.

Jede Art von körperlicher Belastung benötigt Energie. Diese wird sowohl durch die Verbrennung von Glucose aus den muskulären Glykogenspeichern, als auch durch die Verbrennung von Fetten bereitgestellt. Beide Arten der Energiegewinnung sind parallel zu sehen, lediglich der jeweilige prozentuale Anteil ist unterschiedlich, abhängig vom Belastungsgrad. Die weitverbreitete Meinung, daß beim Training im "Fettverbrennungsbereich" die Energie lediglich aus Fett gewonnen wird, ist also ein Irrglaube. Es gibt hier kein entweder/oder, sondern nur ein sowohl/als auch, also ein Miteinander.

Im "Fettverbrennungsbereich" ist zwar das Verhältnis von verbrannter Energie aus Fetten zur Energie aus Glucose am besten. Nur, steigert man die Belastung, so wird dieses Verhältnis zwar ungünstiger, es wird aber trotzdem noch mehr Energie in Form von Fetten verbrannt. Dieses liegt daran, daß zwar prozentual gesehen weniger Fett verbrannt wird, der Gesamtverbrauch an Energie aber steigt, wodurch ebenfalls die absolute Menge verbrannter Fette steigt.

Ein weiterer Irrtum ist, daß die Fettverbrennung beim aeroben Training erst nach etwa 30 min. beginnt, also vorher die verbrauchte Energie lediglich aus den muskulären Glykogenspeichern gewonnen wird, die dafür erst geleert werden müssten.
Dieses ist so aber nicht richtig. Die Art der Energiebereitstellung wird fast vollständig von der Intensität der körperlichen Belastung bestimmt, nicht von ihrer Dauer. Das bedeutet, daß sowohl bei niedriger als auch bei hoher Trainingsintensität die Energie von Anfang an sowohl aus den Glykogenspeichern als auch aus Fetten gewonnen wird. Letztere werden dabei nicht nur aus dem Fettgewebe bezogen, sondern auch aus den muskulären Fettspeichern.


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