10. Krafttraining macht nicht steif und unbeweglich
Das Gegenteil ist der Fall bei richtig geplantem Training. Nicht
umsonst ist heute in fast jeder Sportart, die den Einsatz des
Körpers erfordert, das Krafttraining ein zentraler Punkt im
Training. Erst das Anwenden von Trainingstechniken, wie es sie im
Bodybuilding seit Jahrzehnten gibt, hat dazu geführt, daß z.B. die
Athleten in der Leichtathletik immer schneller laufen, höher
springen und weiter werfen.
Um seine Flexibilität beim Kraftsport zu erhalten bzw. zu steigern
ist es allerdings unumgänglich, daß man die Übungen immer über den
gesamten Bewegungsablauf ausführt. Hierdurch wird vermieden, daß
der Kraftanstieg in bestimmten Bereichen der Bewegung
überproportional steigt und damit die Stütz- und Gegenmuskulatur
nicht ausreichend belastet wird, die für ein Kraftgleichgewicht der
Muskelgruppen verantwortlich ist. Ein positiver Nebeneffekt ist
hierbei übrigens, daß die Verletzungsgefahr durch zu punktuelle
Kraftzuwächse sinkt.
Neben dem Krafttraining sollte im Anschluß ein Dehnen der
trainierten Muskulatur erfolgen, um die Flexibilität weiter zu
fördern. Gerade nach dem Training, wenn eine aufgepumpte Muskulatur
die Beweglichkeit behindert, kann ein gutes Dehnprogramm hier gute
Dienst leisten.
Wichtig: Das Dehnen sollte nicht vor dem Krafttraining erfolgen, da
einmal die Muskulatur hier noch kalt ist und es ggf. zu
Verletzungen kommen kann. Außerdem wird durch das anschließende
Krafttraining die Muskulatur wieder verkürzt, so daß der
Dehnungseffekt wieder zerstört wird.
Übrigens sollte man das Krafttraining immer sportartspezifisch
anpassen. Wenn man Explosivkraft braucht wie z.B. beim 100m Sprint,
so sollte man nicht mit sehr langsamen Wiederholungen arbeiten,
sondern auch beim Krafttraining versuchen die
schnellkontrahierenden Muskelfasern zu erreichen.


