1. Die Form eine Muskels ist nicht veränderbar
Einer der häufigsten Irrtümer ist, daß ein Muskel durch
bestimmte Übungen in seiner Form beeinflusst werden kann. Wer kennt
nicht die These, daß Konzentrationscurls den Bizeps höher machen
oder enges Bankdrücken gerade die innere Brust aufbaut. Letzteres
soll hier einmal als Beispiel dienen.
Der Brustmuskel fängt vereinfacht am Brustbein an und endet am
Oberarm als aktiver Komponente. Stellen sie sich in diesem
vereinfachten Modell die einzelnen Muskelfasern als Gummibänder
vor. Um den Muskel nun zum Wachstum anzuregen, muß er kontrahiert
werden. Die Intensität der Kontraktion bestimmt die Stärke des
Anreizes zum Muskelwachstums. Um die innere Brust gezielt
aufzubauen, muß also dort ein größeres Muskelwachstum stattfinden,
als in den anderen Bereichen der Brust. Hierfür müssten die
Muskelfasersegmente in der Brustmitte nun stärker kontrahieren, als
in den anderen Bereichen. Dieses ist aber nicht möglich. Versuchen
sie einmal ein Gummiband an beiden Enden zu fassen, zu dehnen und
dann in unterschiedlichen Bereichen stärker kontrahieren zu
lassen.
Möglich ist hingegen, durch eine stärkere Kontraktion der oberen
oder unteren Brustmuskelfasern gezielt den oberen oder unteren
Brustbereich aufzubauen, wie sie durch verschiedene Schräglagen
einer Drückerbank erreicht wird. Hier werden nicht einzelne
Segmente der Fasern verstärkt belastet, sondern die oberen oder
unteren Muskelfasern als ganzes.
Dieses Prinzip ist auf jede Körperpartie übertragbar.
Beispiel Bizeps: Sie können zwar in Grenzen verstärkt den inneren
oder äußeren Bizepskopf belasten, aber nicht die Muskelfaserbereich
in der Mitte des Bizeps zu einem größeren Muskelwachstum anregen.
Der Effekt, der irrtümlich meist für das Wachstum der inneren Brust
oder der Bizepshöhe gehalten wird, ist nichts wieder als ein
Zunehmen der Muskelmasse oder eine gegebenenfalls gesteigerte
Definition.


