5. Gelenkschäden
Die bisher aufgezählten Verletzungsarten waren durchgehend
Schäden des Bänder- und Muskelapparats. Mindestens genauso häufig
sind die schleichenden Schäden an Gelenken, die durch langfristige
Fehl- und Überlastungen auftreten und sich anfangs nur leicht
bemerkbar machen, unter fortgeführter Belastung aber immer
schlimmer werden. Fast jeder Kraftsportler, der bereits etwas
länger in seinem Sport aktiv ist, wird davon berichten können. Die
am häufigsten betroffenen Gelenke sind dabei Schulter, Knie und
Ellbogen. Aber nicht nur schleichende Schäden durch
Fehlbelastungen, sondern auch direkte Verletzungen durch
Unachtsamkeit bei der Technik oder Selbstüberschätzung sind nicht
selten.
Das Spektrum an Gelenksverletzungen beim Gewichtstraining ist
allerdings so groß, dass an dieser Stelle nur dazu geraten werden
kann, nach einer Erstversorgung möglichst schnell einen
Spezialisten aufzusuchen oder sich vom Hausarzt dorthin überweisen
zu lassen. Bis dieser Gang zum Arzt möglich ist, sollte der Bereich
nicht belastet und auch das Gelenk nach Möglichkeit nicht gegen
einen Widerstand gebeugt oder gestreckt werden. Zusätzlich
empfiehlt es sich, den Bereich mit einer Kühlkompresse zu
versorgen, die mit einem großflächigen Verband unter leichtem Druck
angelegt wird. Wichtig ist dabei eine vollständige Ummantelung des
Gelenks und eine gleichmäßige Abkühlung. Es darf weder zu einer
Unterkühlung noch einer Überwärmung kommen.
Der Verband sollte dabei nicht zu eng angelegt werden, um das
Gelenk nicht abzuschnüren, da es sonst zu einem Venen- oder
Lymphstau kommen kann. Nach ca. 3 Stunden intensiver Kühlung kann
anschließend mit einem Salbenverband begonnen werden, bei dem das
Präparat großflächig etwa 2mm dick aufgetragen, mit einem Stück
angefeuchteten Verbandsmuss abgedeckt und zuletzt mit leichtem
Druck umwickelt wird.
Auf die Einnahme von Schmerzmitteln sollte bis zur Diagnose beim
Arzt verzichtet werden, da eine Schmerzbeschreibung bei der
Diagnose-Erstellung hilfreich ist und diese sonst erschwert
wird.


