1. Effektives Training: Grundübungen

Welche Übungen sind es aber nun, die Ihnen die besten Fortschritte bringen? Ganz einfach, die guten, alten „Grundübungen“. Das sind genau die Methoden, mit denen schon die Stars vergangener Zeiten, wie „Herkules“-Darsteller Steve Reeves oder Arnold Schwarzenegger trainiert haben. Das Problem bei diesen Übungen ist aber, dass sie bei falscher Ausführung ein höheres Verletzungsrisiko bergen können. Deshalb benötigen Sie gerade am Anfang eine ausführlichere Betreuung, bei der man Ihnen die Ausführung sorgfältig zeigt und auch gelegentlich kontrolliert.
Wenn Sie also durch diesen Artikel neugierig geworden sind und auch endlich effektiv trainieren wollen, so lassen Sie sich von Ihrem Trainer im Studio die unten beschriebenen Übungen sorgfältig zeigen und bitten Sie ihn auch gelegentlich Ihre Ausführung zu kontrollieren. Anschließend sollten Sie die ersten Wochen erst einmal mit einem niedrigeren Gewicht üben, bis Sie die Technik sicher beherrschen und auch höhere Gewicht kontrollieren können.

Sie werden es nicht bereuen, denn Grundübungen haben neben dem bestmöglichen Wachstumsreiz für die Muskulatur auch viele andere Vorteile:

  • Sie aktivieren nicht nur einen, sondern mehrere Muskelgruppen, so dass durch nur eine Übung verschiedene Körperbereiche gleichzeitig abgedeckt werden können. Deswegen werden sie auch als Verbundübungen bezeichnet.

  • Es gibt nicht den typischen „toten Punkt“ wie bei Isolationsübungen, da sie fast immer über mehrere Gelenke laufen. Dadurch können wesentlich höhere Gewichte bewegt werden, was in einem besserenWachstumsreiz resultiert.

  • Im Gegensatz zu Maschinenübungen, bei denen man durch das Gerät „geführt“ wird, belasten sie auch die Stütz-/Hilfsmuskulatur und schulen dadurch die intermuskuläre Koordination. Auf diese Weise wird gleichzeitig eine funktionale Muskulatur aufgebaut.

  • Sie sparen Zeit, denn durch die gleichzeitige Belastung mehrerer Muskelgruppen können andere Übungen eingespart werden.

Dabei sollte man sich aber natürlich ebenfalls vor Augen halten, dass Grundübungen nicht dazu da sind, um gezielt einzelne Muskeln zu trainieren oder gar Feinheiten herauszuarbeiten. Sie sind kein Schnitzmesser, sondern eher das Breitschwert bei der Modellierung der eigenen Körpers. Dafür sind sie aber auch unübertroffen in ihrer Effektivität gegenüber Maschinen- und Isolationsübungen und der maximale Muskelzuwachs ist es ja schließlich, den Sie erreichen wollen.

Aber natürlich haben Grundübungen auch Nachteile. Zum einen, wie bereits geschrieben, dass sie bei unsachgemäßer Ausführung ein höheres Verletzungsrisiko aufweisen. Natürlich birgt prinzipiell jede Art von Übung ein solches, aber durch ihre Komplexität stellen Grundübungen höhere Anforderungen an die Koordination, durch die hohen Gewichte ist diese aber nur bei guter Konzentration beizubehalten. Leider verleiten aber gerade die typischen „Powerübungen“ gerne zum Abfälschen, um eben noch etwas mehr an Gewicht oder die eine oder andere Wiederholung mehr zu schaffen. Fälscht man aber zu sehr ab oder verliert die Konzentration, so steigt durch die hohen Gewichte das Verletzungsrisiko deutlich stärker als beim Training mit Maschinen oder bei Isolationsübungen.

Der andere Nachteil ist eigentlich eher individuell. Durch die hohen Gewichte und vielen, gleichzeitig belasteten Muskelgruppen, sind Grundübungen deutlich anstrengender und atemraubender. Machen Sie einfach einmal den Selbstversuch und absolvieren Sie 15 Wiederholungen Beinstrecken mit einem Gewicht, das sie gerade so schaffen. Der Oberschenkel wird brennen, aber bereits nach einer knappen Minute wird dies deutlich nachgelassen haben und sie können weitertrainieren.
Nun machen sie einmal 15 Wiederholungen Kniebeugen, ebenso mit einem Gewicht, das sie gerade bewältigen können. Natürlich, wie beim Beinstrecken, ohne Pausen am oberen und unteren Bewegungsteil. Rauf, runter, rauf, runter... Ich garantiere Ihnen, wenn Sie es richtig machen, dann werden Sie Sternchen sehen und sicher „einige“ Minuten länger brauchen, bis sie weitermachen können.

Ich habe einmal den Spruch „Squats seperate the men from the boys“ (auf Deutsch: „Kniebeugen unterscheiden Männer von Jungs“) auf einem T-Shirt gelesen und keine Aussage trifft den Kern eines Trainingsprogramms, das auf Grundübungen basiert besser. Man keucht, schwitzt und muss mit dem Gewicht richtig kämpfen. Aber wenn man wirklich massiv und muskulös werden will, dann gibt es keinen Weg daran vorbei.


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