1. Mythos "Fettverbrennungspuls"
Jede Art von körperlicher Belastung benötigt Energie. Diese wird
sowohl durch die Verbrennung von Glucose aus den muskulären
Glykogenspeichern, als auch durch die Verbrennung von Fetten
bereitgestellt. Beide Arten der Energiegewinnung sind parallel zu
sehen, lediglich der jeweilige prozentuale Anteil ist
unterschiedlich, abhängig vom Belastungsgrad. Die weitverbreitete
Meinung, daß beim Training im "Fettverbrennungsbereich" die Energie
lediglich aus Fett gewonnen wird, ist also ein Irrglaube. Es gibt
hier kein entweder/oder, sondern nur ein sowohl/als auch, also ein
Miteinander.
Im Fettverbrennungsbereich ist allerdings das Verhältnis von
verbrannter Energie aus Fetten zur Energie aus Glucose am besten.
Nur, steigert man die Belastung, so wird dieses Verhältnis zwar
ungünstiger, es wird aber trotzdem noch mehr Energie in Form von
Fetten verbrannt. Dieses liegt daran, daß zwar prozentual gesehen
weniger Fett verbrannt wird, der Gesamtverbrauch an Energie aber
steigt, wodurch ebenfalls die absolute Menge verbrannter Fette
steigt.
Wie später gezeigt wird, ist die Menge an verbranntem Fett aber
nicht gleichzusetzen mit dem Abbau von Körperfett. Beides sind zwei
unterschiedliche Mechanismen im Körper.
Ein weiterer Mythos ist, daß die Fettverbrennung erst nach etwa 30
min. beginnt, also vorher die verbrauchte Energie lediglich aus den
muskulären Glykogenspeichern gewonnen wird, die dafür erst geleert
werden müssten.
Dieses ist so aber nicht richtig. Die Art der Energiebereitstellung
wird fast vollständig von der Intensität der körperlichen Belastung
bestimmt, nicht von ihrer Dauer. Das bedeutet, daß sowohl bei
niedriger als auch bei hoher Trainingsintensität die Energie von
Anfang an sowohl aus den Glykogenspeichern als auch aus Fetten
gewonnen wird. Letztere werden dabei nicht nur aus dem Fettgewebe
bezogen, sondern auch aus den muskulären Fettspeichern.


