Schwarzenegger lehnt erneut Gnadengesuch ab
06.Jan.2006 | 16:30 Uhr
| ArnoldNach der Hinrichtung des zum Tode verurteilten Tookie Williams lehnte Arnold Schwarzenegger erneut ein Gnadengesuch ab.Diesmal handelte es sich um das Ersuchen um die gerichtliche Anhörung für eine Begnadigung des 77-jährigen Todeskandidaten Clarence Ray Allen, der als zuckerkranker, blinder und tauber Mann in der Todeszelle sitzt. Allen war einst Geschäftsmann, bevor er zum Chef einer Diebesbande aufstieg. Ein Gericht verurteilte ihn 1977 zu lebenslanger Haft, weil er einen Killer mit der Ermordung der Freundin seinen Sohnes beauftragt hatte.
Aber auch während seiner Haftstrafe ordnete er weitere acht Morde an, unter anderem an Zeugen aus dem ersten Verfahren. Nach drei erfolgten Morden sitzt der beauftragte Killer Billy Hamilton heute ebenfalls in der Todeszelle.
Der an den Rollstuhl gefesselte Allen erlitt im Dezember einen fast tödlichen Herzschlag und ist seitdem extrem geschwächt. Dies ist auch die Begründung seiner Verteidiger, da er für niemanden mehr eine Gefahr darstelle. Einen blinden, alten und verkrüppelten Mann in die Hinrichtungskammer zu rollen, käme einem "bizarren Spektakel gleich, welches das Gewissen erschüttern und die elementaren Regeln menschlichen Anstands beleidigen würde", so die Juristen. Der Staatsanwalt hatte hingegen erklärt, daß die Morde zeigten, daß Allen auch im Gefängnis noch eine Bedrohung darstelle.
Der Exekutionstermin ist auf den 17. Januar festgelegt. Allen ist damit der zweitälteste Mann, der seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA hingerichtet wird. Mit der Entscheidung Schwarzeneggers steigt die Zahl der von ihm abgelehnten Gnadengesuche auf insgesamt vier.