Ultras Interviewecke - Sabine Streubel
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Ich freue mich endlich mal wieder ein paar einleitende Zeilen zu einem ganz besonderen Interview schreiben zu dürfen, das sich diesmal mit eine ganze besonderen Wettkampfathletin beschäftigt. Sie aber nur auf den Status einer Athletin zu reduzieren würde ihr nicht gerecht werden, denn sie ist weitaus mehr.
Meine Interviewpartnerin diesmal ist die deutsche GNBF-Ausnahmeathletin Sabine Streubel. Einem Teil der Leser wird sie sicher auch noch unter ihrem Mädchennamen Sabine Bracht aus Ihrer Wettkampfvergangenheit bei der IFBB geläufig sein, wo sie von 1991 bis 1996 zahlreiche Titel sammelte, darunter den Deutschen Meister, Europameister und einen dritten Platz bei der Weltmeisterschaft. Nach diesen Erfolgen entschied sich Sabine allerdings gegen eine Profikarriere und suchte nach neuen Herausforderungen.
Bei der deutschen Meisterschaft des GNBF 2008 gab sie dann ihr erfolgreiches Bühnencomeback und dominierte die Konkurrenz, um sich ein Flugticket in die Vereinigten Staaten zu sichern. Berend Breitenstein sagte damals voraus, dass Sabine mit ihrer Form mindestens eine Top-5, wenn nicht sogar eine Top-3 Kandidatin bei den Weltmeisterschaften wäre. Und sie erfüllte nicht nur diese Erwartungen, sondern erkämpfte sich einen phänomenalen zweiten Platz hinter der Amerikanerin Brenda Rahe.
Warum sie sich zwölf Jahre später plötzlich für eine Profikarriere entschied und ob sie dieses Jahr erneut zur Jagd auf WM-Gold ansetzt, erfahrt ihr in diesem spannenden und persönlichen Interview.
Ultra (BBC): Hallo Sabine! Ich freue mich, dass du unserem Interview zugestimmt hast. Stell dich doch bitte erstmal unseren Lesern vor, die dich noch nicht kennen.
Sabine: Am 27. April 1962 wurde ich in Hamburg/ Hausbruch geboren. Meine Mutter stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, ist jetzt 79 Jahre jung und mein Vater war ein echter Hamburger (leider ist er bereits mit 76 Jahren verstorben). Seit September 1990 betreibe ich Bodybuilding.
Meine größten Erfolge waren bis heute:
Ultra (BBC): Du warst ja bereits als Kind sehr sportlich. Mit sieben Jahren hast du mit dem Leistungsturnen begonnen. Drei Jahre später hast du schon die Hamburger Meisterschaft für dich entschieden. Warum hast du damals mit diesem Sport aufgehört?
Sabine: Mit vierzehn Jahren hatte ich einen schweren Sportunfall in der Schule, welcher zur Folge hatte, dass mir das Turnen aufgrund schwerer innerer Verletzungen verboten wurde. Ich habe damals sehr lange gebraucht, um darüber hinwegzukommen.
Ultra (BBC): In meinem vierten Interview bist du jetzt schon der dritte Athlet mit Turnerhintergrund. Wer glaubt denn da bitte noch an Zufälle?
Sabine: Die Entscheidung für das Kunstturnen fiel bei mir eher spontan. Bodybuilding war damals noch nicht so bekannt.
Ich glaube allerdings, dass das Turnen ein solides Fundament für andere Sportarten legen kann. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Disziplin und man benötigt Kondition, Kraft, Körperspannung und Mut.
Ultra (BBC): Mit einundzwanzig Jahren hast du dann das erste Mal ein Fitnesscenter besucht. Wie kam es denn dazu und welche Eindrücke sind dir noch von diesem schicksalsschweren Tag in Erinnerung?
Sabine: Da muss ich dich korrigieren, denn ich war schon weit früher im Fitnessstudio. Ich glaube, das erste mal habe ich das Studio mit 18 oder 19 Jahren betreten. Ich habe drei Brüder, die bereits dort trainierten und wussten, dass mir der Sport fehlt.
Aufgrund meiner unterschiedlichen Arbeitszeiten waren die Öffnungszeiten des Studios für mich ideal.
Die ersten Eindrücke waren umwerfend. Solche Geräte hatte ich noch nie gesehen! Überall hingen Bilder von Menschen, die in meinen Augen eine tolle Körperentwicklung hatten. Das hat mich sehr beeindruckt.
Ich trainierte nach einem vorgegebenen Plan vom Studiobesitzer und fand diesen bereits nach Wochen langweilig. Also veränderte ich ohne sein Wissen das Gewicht und machte schnelle Fortschritte.
Eines Tages lag am Tresen ein Video von der Deutschen Meisterschaft, welches ich mit nach Hause nehmen durfte.
Wow! Ich sah Frauen mit ausgeprägter Muskulatur, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte! Ich ging daraufhin zum Studiobesitzer und fragte ihn, ob ich eine Chance hätte, dort mitzumachen… und was ich dafür machen muss.
Ultra (BBC): Wie, du fandest muskulöse Frauen also schon damals beeindruckend?
Sabine: Es sieht einfach toll aus, wenn ein Körper gleichmäßig trainiert ist! Ob der Besitzer nun eine Frau oder ein Mann ist, ist eher nebensächlich.
Ultra (BBC): Dann kam es zu einer kleineren Auszeit, an der dein Mann Christian nicht ganz unschuldig sein dürfte… Wie wichtig ist dir generell das Private gegenüber dem Sport?
Sabine: Naja, ganz unbeteiligt war ich daran ja nun auch nicht. =) Es war Liebe auf den ersten Blick und alles andere schien plötzlich nebensächlich.
Während einer Vorbereitungsphase fragte mich einmal ein Bekannter aus dem Studio, was mir wichtiger wäre, Christian oder der Sport. Damals antwortete ich „Bodybuilding“, worüber ich selbst etwas erschrocken war. Aber mein absoluter Traum war es damals Deutsche Meisterin zu werden.
Allerdings hatte ich das große Glück mich nie entscheiden zu müssen, denn Christian, meine ganze Familie und auch meine Freunde standen immer hinter mir.
Ultra (BBC): Im Herbst 1990 wolltest du es aber wieder einmal wissen und schon im April des folgenden Jahres hast du dich auf einer Wettkampfbühne präsentiert. Wer hat dich denn vorbereitet und was kam dabei heraus?
Sabine: Richtig! Im September 1990 bin ich wieder eingetreten, mit meinem Ziel vor Augen, Deutsche Meisterin zu werden. Hans-Walter Rössler (Studiobesitzer vom Fitnessstudio Form-Fit in Hamburg-Neugraben) brachte mir das Posing bei und Jonny Krüger trainierte mit mir. Meinen Diätplan hat der Studiobesitzer geschrieben und ich habe gedacht, ich muss verhungern. Es handelte sich um eine fettarme Diät, die ich über mehrere Monate durchziehen musste.
Ich weiß noch, dass ich ihn abends einmal angerufen habe, um ihm zu sagen, dass ich es nicht mehr aushalte. Seine Antwort war: „Kaue eine Möhre!“ - Das war eine denkbar schlechte Antwort!
Am Wettkampftag selbst war alles ziemlich anstrengend und natürlich war ich gespannt, welchen Platz ich beim ersten Mal belegen würde.
Ultra (BBC): 1991 folgten dann noch weitere erfolgreiche Auftritte. War der Wettkampfgewinn auf der Berliner Meisterschaft so etwas wie eine Initialzündung?
Sabine: So kann man das wohl sagen. Ich gewann zwei Meisterschaften auf Anhieb und wurde einmal Zweite. Außerdem erhielt ich damals ein Preisgeld (700DM), was mich noch zusätzlich anspornte.
Ultra (BBC): In den folgenden Jahren hast du deine Bilanz mit weiteren beachtlichen Erfolgen geschmückt. Darunter unter anderem der Gesamtsieg der Deutschen Meisterschaft, ein Europameistertitel und ein dritter Platz bei der Weltmeisterschaft (alles IFBB). Wann hast du begonnen in größeren Dimensionen zu denken?
Sabine: Ich hatte mir vorgenommen immer ein Jahr Meisterschaftspause zwischen den einzelnen Bewerben zu machen. Mein alleiniges Ziel war es Deutsche Meisterin zu werden und ich hatte selbst nicht im Entferntesten daran gedacht, eine Europameisterschaft oder gar eine WM mitzumachen. Auch wenn es mir keiner glaubt. Es war eine Danksagung an meinen damaligen Trainingspartner und ihm zuliebe bin ich dort gestartet.
Ultra (BBC): Wie sah denn dein Training zu dieser Zeit aus?
Sabine: Um es in kurze Worte zu fassen…
Ich habe vier Tage in der Woche trainiert, meistens schwere Gewichte benutzt mit vier bis acht Wiederholungen. Meine Satzzahl lag zwischen drei bis vier.
In der Meisterschaftsvorbereitung habe ich dann das Gewicht verringert und die Pausen zwischen den Sätzen verkürzt.
Das Splittraining war mir zu dieser Zeit noch nicht bekannt. Wir haben damals oft ein Trainingsprogramm genutzt, welches als Mammutsätze bekannt war…
Wie bei den meisten Turnern habe ich gute Schultern, einen breiten Rücken und einen starken Trizeps. Gute Bauchmuskeln habe ich schon seit meinem 12ten Lebensjahr…
Ultra (BBC): Wie hast du dein Wissen über Bodybuilding gesammelt und gibt es etwas, dass du Anfängerinnen/Anfängern empfehlen möchtest?
Sabine: Ich habe mich fast ausschließlich auf meinen Trainer verlassen und dabei über die Jahre meinen Körper und seine Reaktionen auf Training und Diät kennen gelernt. Heute weiß ich, was für mich funktioniert und was nicht.
Für Anfänger ist es besonders wichtig, sich auf die saubere Durchführung der einzelnen Übungen zu konzentrieren. Ich bin der Meinung, dass ein Bodybuilder nicht extrem schwer trainieren muss. Das überlassen wir lieber den Mädels und Jungs aus dem Kraftdreikampf.
Beim Bodybuilding kommt es darauf an, den ganzen Körper in Form zu bringen. Ich bin überzeugt, dass die Ernährung dabei etwa siebzig Prozent ausmacht. Gerade deshalb sollten auch Beginner schon darauf achten, sich an bestimmte Lebensmittel und Mahlzeitenfrequenzen zu halten.
Ultra (BBC): Auf deiner Homepage kann man erfahren, dass du damals drei Trainingspartner hattest. Trainierst du heute immer noch mit ihnen?
Sabine: Inzwischen trainiere ich nicht mehr mit ihnen. Jetzt trainiere ich aber zum ersten mal mit einer Frau und das ist eine ganz neue Erfahrung für mich. Ein Trainingspartner motiviert während des Trainings und spornt an mehr Leistung zu bringen.
Ultra (BBC): Nach der Weltmeisterschaft 1996 hast du das aktive Bodybuilding vorerst an den Nagel gehängt. War das Verlangen nach dem Weltmeistertitel oder einer Profilaufbahn damals nicht groß genug?
Sabine: Ich muss sagen, dass ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht habe. Für mich war Bodybuilding eben ein schönes Hobby.
Ich habe dann meine Gewichte verringert und seltener trainiert. Außerdem habe ich anderen Athleten bei der Vorbereitung geholfen.
Ultra (BBC): Bis 2006 hast du wirklich keine Hantel mehr angefasst?
Sabine: Mit Hanteln hatte ich nichts mehr am Hut und ich suchte mir ein neues Ziel. Kickboxen hatte mein Interesse geweckt. Leider musste ich die Sache nach einem Jahr aus beruflichen Gründen an den Nagel hängen.
Ultra (BBC): Doch ewig hast du es dann doch nicht ausgehalten…
Sabine: Aus ästhetischen Gründen hielt ich es für dringend angeraten, mal wieder etwas zu tun. Das war dann im Jahr 2006. Es stand für mich eigentlich außer Frage, noch mal auf die Bühne zurück zu kehren. Schließlich war ich damals schon 46 Jahre jung.
Doch 2007 fuhr ich als Betreuerin für einen Athleten auf eine Meisterschaft und habe sofort wieder Blut geleckt. Gänsehaut überzog meinen gesamten Körper und mir spukte die Frage im Kopf herum, wie ich das wohl am besten meinem Mann erkläre.
Ultra (BBC): Ein Jahr später hast du es noch mal richtig krachen lassen. Erster Platz bei der Deutschen Meisterschaft der GNBF und Vizeweltmeisterin der WNBF! Was hat dich bewogen bei den Naturalverbänden zu starten?
Sabine: Die Überlegung auch Deutsche Meisterin des GNBF zu werden, hatte einen gewissen Reiz.
Der Vorsitzende des Verbands (Berend Breitenstein) meinte aber bereits vor dem Gewinn der DM, dass ich das Zeug hätte, bei den Profis mit zu mischen. So kam sie dann, die Chance es doch noch einmal zu versuchen.
Ultra (BBC): Kannst du uns beschreiben, welche Atmosphäre auf einer Weltmeisterschaft der WNBF herrscht?
Sabine: Meine Weltmeisterschaft vom IFBB (1996) war in Italien. Die vom WNBF (2008) fand in New York statt, das sagt glaube ich schon einiges.
Die Amerikaner machen eine eindrucksvolle Veranstaltung daraus, vor allem beim Finale… Es erklang die amerikanische Nationalhymne und alle Teilnehmer hatten sich auf der Bühne eingefunden. Eine Frau mit einer wahnsinnig guten Stimme sang und alle Amerikaner hielten sich Ihre Hand aufs Herz… Wow!!
Die Zuschauerzahlen waren wohl entsprechend der Größe des Veranstaltungsortes, die Teilnehmerzahlen sehr hoch. Allein in der Frauen-Bodybuildingklasse 18 Teilnehmerinnen. (Naja, 1996 (bei der EM) hatte ich beim IFBB 34 Gegnerinnen… bauz!)
Ich trug auf der Straße von New York ein Shirt mit der Aufschrift „WNBF“, das die Leute erkannten und auch Anerkennung dafür zeigten.
Ultra (BBC): Hast du nach deiner langen Abstinenz Dinge bei der Ernährung und im Training geändert?
Sabine: Nein, 2008 noch nicht. Ich hatte damals sehr gute Erfolge erzielt und habe mir gedacht, warum sollte ich irgendetwas ändern, außer… dass ich mit meiner Diät früher angefangen habe. Jünger bin ich ja nicht geworden und hatte eigentlich damit gerechnet nicht so schnell hart zu werden. Da habe ich aber in den falschen Topf gegriffen, denn mein Körper reagierte besser als gedacht und ich war ein bisschen zu früh fertig.
Jetzt muss ich versuchen mehr Definition in meine Beine zu bekommen und probiere gerade eine neue Diät aus, wobei mir das Olympic in Hamburg tatkräftig zur Seite steht… um mein neues Ziel zu erreichen. Mehr möchte ich darüber noch nicht berichten, sondern erst einmal meine Erfahrungen sammeln.
Ultra (BBC): In diesem Jahr durftest du dann auch dein erstes Fotoshooting absolvieren. Hat es dir Spaß gemacht?
Sabine: JA!!!
Mein erstes Fotoshooting mit Siegfried Michaelis war schon vor der Deutschen im Jahr 2008. Siggi hatte mich auf der Fibo in Essen (2007) erkannt und rief hinter mir immer BRACHT, SABINE BRACHT… und schwupps hatte er mich schon fotografiert… Er fragte dann daraufhin nach einem Termin und im August des folgenden Jahres haben wir uns getroffen.
Es war herrlich! Siggi macht seine Sache wirklich sehr gut und die nicht gestellten Aufnahmen sind uns am besten gelungen. Das Foto mit meiner Trainingspartnerin rechts ist übrigens auch von ihm.
Ultra (BBC): Kannst du uns die Unterschiede zwischen dem Posen beim Shooting und auf der Bühne aufzeigen?
Sabine: Das Shooting hat sich über den ganzen Tag verteilt und irgendwann wurde ich auch ein bisschen müde, denn ich war ja bereits auf Diät und hatte teilweise ganz vergessen meine Mahlzeiten an diesem Tag einzuhalten… Anstrengend wurde es aber erst nach ein paar Stunden.
Auf einer Meisterschaft ist es auf jeden Fall anstrengender. Man wird von Anfang an direkt mit starken Strahlern ausgeleuchtet, daher ist es schon verdammt warm auf der Bühne. Aber wenigstens brauchen wir so nicht zu frieren.
Dann steckt ja nicht nur der Spaß in deinen Knochen, so dass du dich entspannen und deinen Auftritt in vollen Zügen genießen könntest, sondern auch etwas Aufregung und natürlich eine Portion Ehrgeiz.
Du gibst dort auf der Bühne 150%. Nach ein paar Minuten läuft einem schon der Schweiß über die Stirn, aber man denkt, das ist egal! Alles gipfelt in diesem einen besonderen Moment, denn dafür hat man seine Diät durchgehalten und viele Monate hartes Training absolviert. Am Ende wird man mit Applaus belohnt. Es lässt einen alles andere vergessen.
Ultra (BBC): Was können wir denn in diesem Jahr von Sabine Streubel erwarten? Hast du es auf den Weltmeistertitel abgesehen?
Sabine: Ich habe mich bereits für die Profiweltmeisterschaft des WNBF am 14. November angemeldet und werde dort, nach wie vor 150 % geben! Ich hoffe, es wird reichen dort einen guten Platz und eine Medaille mit nach Deutschland zu bringen. Ich möchte sicherlich gerne einmal in meinem Leben Weltmeisterin werden, aber ob es mir bei diesem zweiten Anlauf schon gelingt???
Ultra (BBC): Was hatte dir die Siegerin in deiner Klasse, die Amerikanerin Brenda Rahe, deiner Meinung nach voraus?
Sabine: Brenda hatte es in meinen Augen auf jeden Fall verdient. Sie war unheimlich definiert angetreten und war bereits das dritte Mal in Folge Weltmeisterin aller Klassen (Gesamtsiegerin) geworden!
Um sie schlagen zu können, muss ich besonders stark an meinen Beinen arbeiten. Ich habe in diesem Jahr einiges getan, um diese Schwachstelle in den Griff zu bekommen…
Ultra (BBC): Gibt es denn ein Idealbild, dem du nacheiferst?
Sabine: Nacheifern nicht unbedingt, aber Idole sind vorhanden: ANJA LANGER und LENDA MURRAY, beides Frauen, die sehr gut posen, sich sehr weiblich bewegen und dabei eine tolle Symmetrie gepaart mit Muskelmasse aufweisen.
Ultra (BBC): In den USA ist das Natural Bodybuilding und vor allem auch das zugehörige Marketing schon den Kinderschuhen entwachsen. Zahlreiche Athleten werden gesponsert und es gibt qualitativ hochwertige Druckerzeugnisse, wie beispielsweise das Natural Bodybuilding & Fitness Magazin. Wie sieht es diesbezüglich hier in Deutschland aus?
Sabine: Ohhh, kannst Du hellsehen??? Die Fachzeitschrift für Natural Bodybuilding wird voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres in deutscher Übersetzung erscheinen.
Berend Breitenstein hat sich sehr dafür eingesetzt. Ich bin schon sehr gespannt!!
Ultra (BBC): Hast du denn selbst einen Sponsor?
Sabine: Ja, ich habe seit April einen sehr erfolgreichen Sponsor aus Hamburg an meiner Seite!
"Bodies", ein Vertrieb für Fitness, Fitnessbedarf und Sporternährung (http://www.bodies-shop.de/).
Ich freue mich darüber sehr und möchte mich dann gleich auch bei Wolfgang und Nicola Franke für ihre tatkräftige Unterstützung in meiner Vorbereitungszeit bedanken.
Bodies unterstützt mich mit Nahrungsergänzungen, aber auch mit praktischer Hilfe im Trainingslager in Hamburg (Olympic).
Außerdem war ich mit ihnen 2009 auf der FIBO präsent!
Ultra (BBC): Frauenbodybuilding kämpft weiterhin mit Vorurteilen. Wirst du manchmal mit dummen Sprüchen konfrontiert, oder sind die Reaktionen überwiegend positiv?
Sabine: Zur Zeit ernte ich zu 90 % nur positive Reaktionen. Man kann aber natürlich nicht jeden Geschmack treffen.
Früher hatte ich es schwer, über schlechte Kritik hinweg zu sehen. Da habe ich ja auch knapp 9kg mehr Muskelmasse auf die Waage gebracht. Inzwischen denke ich mir meinen Teil und wie gesagt: Geschmäcker sind verschieden!
Ultra (BBC): Was sind besondere Eigenschaften, die Sabine Streubel charakterisieren? Wie wäre es denn mit ein paar positiven und auch negativen Eigenheiten?
Sabine: Wie jetzt, ich soll mich selbst loben??? Hmm, gute Eigenschaften: Ich bin ehrgeizig und diszipliniert, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Mein Mann sagt, dass ich ehrlich und zuverlässig bin. Okay, das muss reichen!
Nun zu den schlechten Eigenschaften. Für mich ist Geduld ein absolutes Fremdwort und ich bin manchmal etwas übereifrig.
Ultra (BBC): Zu welchen Aktivitäten nutzt du deine knappe Freizeit?
Sabine: Ich habe fast alle Tiere gern (Nur Pferde und Kühe machen mir irgendwie Angst). Sechzehn Jahre hatten wir Nicki (Katze), dreiundzwanzig Jahre Püppi (Katze) und leider ist im letzten Jahr auch unsere Anna (Boxerhündin) nach achteinhalb Jahren verstorben.
Jetzt möchten wir erstmal keine Haustiere mehr, außer vielleicht eine französische Bulldogge (Ich flippe immer total aus, wenn ich eine sehe).
Ich gehe gerne ins Kino (Schnulzen, Science Fiction, Fantasy) und tanzen ... (nach Funk, Soul, RnB und Hip Hop). Als Michael Jackson verstorben ist, war ich kurz vor dem Weinen.
Ansonsten lese ich noch oft und gern in Fachzeitschriften, liebe chinesisches und italienisches Essen und, nicht zu vergessen, Sushi!!
Ultra (BBC): Wo siehst du dich persönlich in zehn Jahren? Hast du noch besondere Ziele oder unverwirklichte Wünsche?
Sabine: Auf der Terrasse sitzend im Schaukelstuhl und eine französische Bulldogge auf dem Schoß!
Hihi, nein nun mal ehrlich. Ich hoffe, dass ich noch lange fit und gesund bleibe, um weiterhin meinen Sport auszuüben. Wo und Wie? Das wird die Zukunft zeigen.
Ich möchte mit meinem Mann gemeinsam alt werden und vielleicht schaffe ich es auch einmal Weltmeisterin im Natural Bodybuilding zu werden.
Ich habe auch noch einen gaaaaaanz großen Wunsch. Seit 1996 träume ich diesen schon: PAARPOSING! Vielleicht bekomme ich das auch noch hin.
Gut würde mir auch ein Flug mit dem Heli durch den Grand Canyon gefallen… (Vorher würde ich mir aber eine große Tüte in die Tasche stecken!)
Ultra (BBC): Kannst du uns vielleicht noch kurz annähernd beschreiben, was Bodybuilding für dich bedeutet?
Sabine: Körperkult!
Herausforderung!
Disziplin, Konsequenz, Ausdauer und Geduld (hihi)!
Ein Ausgleich vom Alltagsleben, für mich ein wunderbares Hobby.
Ultra (BBC): Ich möchte mich ganz herzlich für dieses ausführliche Interview bedanken! Die letzten Zeilen gehören natürlich dir!
Sabine: Auch ich bedanke mich bei Dir für das Interesse an meiner Person und wünsche allen, dass sie ihre Wünsche, Träume und Ziele im Leben verwirklichen können!
Liebe Grüße von Sabine Streubel
Ein kleiner Nachtrag:
Das Interview entstand mitten in der Vorbereitung zur Profi-WM in New York. Kurz nach der Veröffentlichung des Interviews fand der Wettkampf statt und Sabine gelang dort der ganz große Wurf - Sie wurde Profi-Weltmeisterin und konnte ihre Konkurrentin vom Vorjahr diesmal auf den 2. Platz verweisen.
Das ganze Team von BamBam's Corner gratuliert von ganzem Herzen zum Titel. Sabine, Du bist ein echtes Vorbild, nicht nur für uns, sondern auch für viele Männer und Frauen, die sich der naturalen Wettkampf-Bewegung verschrieben haben.

Begleitbeitrag zum Interview im Forum
Sabines private Homepage mit vielen Bildern: http://www.sabine-streubel.homepage.t-online.de
Umfangreiche Fotogalerie von Sabine: http://fibofoto.de/profiles/germany2/streubel/



