5. Protein gehört ebenfalls dazu

Bislang hat sich dieser Artikel nur der Versorgnung mit Energie in Form von Kohlenhydraten gewidmet. Es wäre aber zu kurzsichtig, die Ernährung rund um das Training nur auf die Energieversorgung zu beschränken. Eine nahezu ebenso große Rolle spielt hierbei die Versorgung mit Proteinen bzw. Aminosäuren.

Wie bereits beschrieben verursacht ein intensives Training, wie es für den Aufbau von Muskelmasse nötig ist, im Muskel eine große Anzahl an Mikrotraumen, deren Reparatur den Muskel erst wachsen und stärker werden lässt. Der Baustoff der Muskulatur sind dabei Proteine. Ohne eine entsprechende Zufuhr fehlt also quasi das Reparaturmaterial, um die Verletzungen zu versorgen.
In diesem Fall reagiert der Körper ähnlich wie bei der Versorgung mit Energie. Wenn er einen erhöhten Bedarf hat und seine körpereigenen Speicher nicht ausreichen (bei den Proteinen ist das der körpereigene Aminosäurenpool), so baut er körpereigenes Gewebe ab und versorgt aus diesem wiederum sein Defizit. Da bedeutet analog, daß intaktes Muskelgewebe abgebaut wird, um die Verletzungen in Form von Mikrotraumen zu flicken.

Nach dem Training ist also nicht nur die Versorgung mit Kohlenhydraten essentiell, um die Depots wieder zu füllen und den Körper wieder zu einem anabolen Stoffwechsel zu führen, sondern ebenso die Versorgung mit Eiweißbausteinen, da ansonsten der körpereigene Proteinabbau nicht gestoppt werden kann. Außerdem ist zu diesem Zeitpunkt durch die oben beschriebenen Transportproteine die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskelzellen besonders wirkungsvoll. Untersuchungen zeigen, daß die Aminosäuren, die nach dem Training ins Blut gelangen, die Proteinsynthese nachhaltig beschleunigen und großen Einfluss auf den Stoffwechsel in den folgenden 48 Stunden haben.

Diese Versorgung erfolgt am effektivsten mit einem Proteinpräparat. Herkömmliches (Mehrkomponenten-) Proteinpulver oder gar natürliche Proteinquellen sind hierzu aber nur bedingt in der Lage. Der Grund dafür ist, daß diese nur langsam vom Körper verdaut werden und damit erst spät und zudem nur in geringer Menge zur Verfügung stehen. Damit sind sie für eine zügige Reparatur der Mikrotraumen ungeeignet.
Das Mittel der Wahl ist in diesem Fall Whey-Protein, eine durch ein spezielles Verfahren erzeugtes Protein, welches die Verdauung wesentlich schneller passiert als jedes andere Protein und dem Körper bereits nach 30 Minuten zur Verfügung steht. Nach 60 Minuten erreicht die Verfügbarkeit ihren Peak, also den Punkt, an dem die meisten Aminosäuren aus der Proteinportion zur Verfügung stehen. Effektiv wirksam bleibt Wheyprotein dabei für einen Zeitraum von bis zu 3 Stunden. Übrigens zeigen Studien, daß die Unterscheidung hinsichtlich Verfügbarkeit zwischen dem angeblich noch schnelleren Whey-Isolat und normalen Whey-Präparaten marginal ist und den Mehrpreis nicht rechtfertigt.
Aber auch bei Whey ist der Zeitpunkt der Verfügbarkeit nicht deckungsgleich mit dem Anstieg des Insulinspiels durch die Dextros. Die wäre jedoch wünschenswert, denn der starke anabole Effekt des Insulins würde die Versorgung der Zellen mit Aminsäuren aus dem Whey immens begünstigen und die katabole Phase würde noch schneller zu einem Ende kommen.

Um dies zu erreichen bedient man sich eines Tricks, indem man das Protein für den Zeitpunkt nach dem Training nicht erst im Anschluss nimmt, sondern bereits vorher. Die Einnahme eines Wheyproteins als Pre-Workout-Nutrition ist also in Wirklichkeit bereits die Post-Workout-Nutrition, da es erst 60 Minuten später voll zur Verfügung steht und damit erst im Anschluss ans Training seine Bedeutung bekommt. Da aber zu diesem Zeitpunkt auch die Insulinausschüttung forciert wird, kann letzteres die Aminosäuren in optimaler Weise den Zellen zum Wiederaufbau zur Verfügung stellen.

Dennoch hat auch die Proteinzufuhr nach dem Training ihren Zweck und sollte ebenso durch schnell verfügbares Whey-Protein erfolgen. Gerade in der Zeit nach dem Workout ist der Proteinbedarf extrem hoch und lässt sich durch den einen Shake vor dem Training nicht hinreichend decken, zumal ein Teil der Zufuhr bereits während des Trainings als Energie verbrannt wird, da zu diesem Zeitpunkt eine Einlagerung in die Zellen durch den hohen Glucagonspiegel unterbunden wird. Deswegen sollte auch im Anschluss nochmals eine Portion Whey eingenommen werde, um auch nachdem die bereits zur Verfügung stehenden Proteine aufgebraucht sind, dem Körper weiterhin Baustoffe zu liefern.

Die optimale Menge für die Whey-Gabe hängt, im Gegensatz von der Kohlenhydratzufuhr, nur begrenzt von der Dauer des Trainings ab. Das Ziel eines jeden Trainings ist ja die Erzeugung möglichst vieler Mikrotraumen. Da man aber mit jedem Training, unabhängig von der Dauer, eine möglichst große Anzahl davon erzeugen sollte, kann die Dauer als Maß für ihre Anzahl dienen. Deswegen hängt die zuzuführende Menge an Whey nur noch vom Körpergewicht ab und lässt sich am besten mit

angeben. Die Wheymenge bezieht sich dabei auf die jeweilige Portion vor bzw. nach dem Training. Übrigens, wenn Sie an einer besonders schnellen Bereitstellung der Whey-Proteine interessiert sind, so sollten Sie diese mit Wasser und nicht mit Milch anrühren. Das langsamere Milchprotein und der Fettanteil verzögern ansonsten den Zeitpunkt der Verfügbarkeit.


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