4. ...und besonders nach dem Training

Mit Beendigung der Trainingsbelastung sind die katabolen (=abbauenden) Prozesse im Körper auf ihrem Höhepunkt angelangt. Wie weiter oben beschrieben, ist zu diesem Zeitpunkt eine möglichst rasche Energiezufuhr zur Wiederaufnahme der Insulinausschüttung der beste Weg, um den Abbau der Muskelproteine zu stoppen. Zudem lechzt der Körper geradezu nach Energie, da während der Belastung durch die intensiven Muskelkontraktionen sogenannte Glucose-Transporter-Proteine an den Muskelzellen angelagert werden, die die Aufnahmefähigkeit der Muskelzellen nach dem Training drastisch erhöhen und so die Einlagerung von Nährstoffen begünstigen.

Dies erreicht man allerdings nicht mit der Zufuhr von komplexen Kohlenhydraten, wie in den Stunden vor dem Training, denn diese stehen durch ihre langsame, gleichmäßige Verdauung nicht schnell genug zur Verfügung. Vielmehr sollte auch hier, wie während des Trainings, die Zufuhr über Dextrose erfolgen. Da zudem die Belastung wieder auf ein Normalmaß zurückgegangen ist und ein hoher Glucagon-Spiegel die Insulinproduktion nicht mehr behindert, erreichen Sie die Kehrtwende zur anabolen Stoffwechsellage am einfachsten durch eine hohe Gabe davon. Durch die Transporter-Proteine muss hier zudem keine Sorge getragen werden, daß die hohe Dextrose-Gabe als Fett eingelagert werden könnte.

Dabei ist Dextrose als Energiequelle nach dem Training übrigens kein Dogma, nur weil man immer wieder davon liest. Viele Sportler bekommen durch große Mengen auf einmal davon ein Gefühl der Übelkeit. In diesem Fall können Sie den Traubenzucker auch durch das ähnlich schnelle Maltodextrin ersetzen, das für viele wesentlich verträglicher ist. Aber auch der normale Haushaltszucker ist als Energiequelle zum Training (allerdings wirklich nur dann!) eine Alternative.

Bei der richtigen Menge an schnellen Kohlenhydraten nach dem Training sollte man ein wenig differenzieren. Leider wird hier oft pauschal von 1g/kg Körpergewicht ausgegangen. So einfach sollte man es sich allerdings nicht machen, denn die passende Menge hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal auf diesem Wert festlegen. Die wichtigsten Variablen sind hierbei die Dauer des Trainings, die Trainingsintensität und der Leistungsstand (und damit der Grad an energieverbrennender Muskelmasse) des Athleten. Letztlich sollte sich die Zufuhr am Verbrauch durch das Training orientieren. Ein 30-minütiges HIT-Training erfordert einen wesentlich geringeren Refeed nach dem Training als ein 2-stündiges HST-Training, alleine schon dadurch, daß letzteres die Glykogenspeicher der Muskulatur infolge seiner Dauer wesentlich stärker leert. Gleiches gilt für den deutlich höheren Verbrauch eines Wettkampfathleten infolge seines größeren Anteils an Muskelmasse gegenüber dem Verbrauch eines Anfängers.

Als gutes Maß hat sich ingesamt bewährt, die Zufuhr nach dem Training mit

anzugeben. Wettkämpfer können bei entsprechender Trainingsintensität auch bis 0,8g hochgehen. Hierbei sollte aber bei Gesamtwerten von über 1,2g/kg Körpergewicht in Betracht gezogen werden, die Gesamtmenge auf einen Zeitraum von 60 Minuten nach dem Training zu verteilen, um den Körper nicht zu überfordern.

Etwa eine Stunde nach dem Training sollte dann eine volle Mahlzeit mit komplexen Kohlenhydraten und einer ausreichenden Menge (40-50g) Protein gegessen werden, um die Energieversorgung wieder langfristig zu gewährleisten.


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