3. Die Grundversorgung mit Energie: Kohlenhydrate vor, während...

Vor dem Training müssen Sie dafür sorgen, daß Sie möglichst pralle Glycogenspeicher haben, damit diese möglichst lange reichen und so wenig Muskelgewebe wie nötig zur Energieversorgung genutzt wird. Während des Trainings sollten Sie immer wieder Energie nachliefern, damit die Leerung der Speicher noch weiter hinausgezögert wird und, last but not least, nach dem Training sollten Sie durch eine rasche Zufuhr die Abbauprozesse stoppen und den Körper wieder in eine anabole, aufbauende Stoffwechsellage katapultieren.

Um eine möglichst gute Ausgangsbasis für das Training zu schaffen bringt es nichts, sich schnell vor dem Training noch eine große Portion Kohlenhydrate einzuverleiben, womöglich noch durch die Zufuhr von Traubenzucker (Dextrose) als besonders schneller Kohlenhydratquelle. Diese bei einigen immer noch verbreitete Praxis bewirkt letztlich genau das Gegenteil. Durch den raschen Blutzuckeranstieg und des Insulinspiegels, sinkt der ersterer wieder genauso schnell ab, sogar unter seinen ursprünglichen Wert, und man wird müde und träge. Wer möchte aber schon gerne müde ins Training gehen?
Stattdessen sollten Sie darauf achten, in den Mahlzeiten vor dem Training auf eine Zufuhr von komplexen Kohlenhydraten wie Nudeln, Reis, Haferflocken oder auch Vollkornbrot zu achten, um den Körper gleichmäßig zu versorgen und die Depots möglichst weit aufzufüllen. Es ist wie so oft im Leben, was man über einen längeren Zeitraum versäumt hat, kann man nicht mit der „Hauruck-Methode“ kurzfristig korrigieren.

Während des Trainings ist die Situation hingegen eine andere. Durch die Glucagon-Ausschüttung ist der Insulinspiegel am Boden. Entsprechend bewirkt eine moderate Gabe von schnellen Kohlenhydraten wie Dextrose auch keinen kritischen Anstieg, der die oben beschriebenen Auswirkungen zur Folge hat. Im Gegenteil, führen Sie in kleineren Mengen regelmäßig Traubenzucker zu, so steht dieser dem Körper rasch zur Verfügung und kann helfen, die Leerung der Glycogendepots weiter hinauszuzögern und somit den Abbau von Muskelprotein weiter einzudämmen.
Wichtig ist hierbei allerdings, daß die Zufuhr immer nur in kleinen Mengen geschieht, so wie die Energie auch vom Körper verbraucht wird, da eine zu große Zufuhr durch das fehlende Insulin nicht gespeichert werden kann. Diesen Effekt machen sich z.B. isotonische Sportgetränke zunutze. Alternativ können Sie auch etwas Dextrose in Mineralwasser (oder kaltem Tee, etc.) auflösen und nach ca. 30 Trainingsminuten beginnen, in den Satzpausen schluckweise davon zu trinken. Übrigens gibt es von Dextro-Energen auf sog. „Minis“, von denen man alternativ zwischen den Sätzen (bzw. jedem 2. Satz) eine Tablette nimmt. Bei den 30 Minuten zählt allerdings die Aufwärmzeit für das Training nicht mit. Die Uhr beginnt erst zu laufen, wenn der erste, echte Trainingssatz absolviert wird.

Pro 20 Minuten verbleibendem(!) Training sollte man bei der Getränkvariante ca. 8-15g Dextrose lösen. Anfänger und leicht fortgeschrittene beginnen hier unbedingt mit dem niedrigen Wert. Ein zu viel kann hier den Insulinspiegel trotz des Glucagons Achterbahn fahren lassen und zu einer Leistungsminderung führen. Es geht alleine um optimale Abstimmung der Energiezuführung. Viel hilft hier nicht viel und ist schon gar nicht optimal!


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