1. Training bedeutet einen erhöhten Energiebedarf

Um die Zusammenhänge hierfür zu verstehen, ist es notwendig, kurz die wichtigsten Stoffwechselvorgänge im Zusammehang mit dem Training zusammenzufassen. Aber keine Sorge, hier soll keineswegs eine wissenschaftliche Abhandlung erfolgen, das komplexe Thema lässt sich auch mit einfachen Worten erklären.

Wenn der Körper Arbeit verrichtet, z.B. durch ein intensives Training, so benötigt er dafür Energie. Diese Energie führt man ihm in Form von Nahrung zu, die er dann in seinen Depots einlagert. Hiervon gibt es drei Arten: Die Glykogenspeicher in der Muskulatur und der Leber, die Muskeln selbst, sowie das Körperfett. Alle drei Depots stellen dabei anders geartete Energiequellen zur Verfügung, die auch vom Körper unterschiedlich effektiv genutzt werden können.
Am leichtesten kann der Körper auf die Glykogendepots zugreifen, die aus über die Nahrung zugeführten Kohlenhydraten bestehen, welche nach ihrer Umwandlung durch die Verdauung in Glucose (=Blutzucker) vom Körper in den Muskeln und der Leber als Glycogen gespeichert werden. Die mit der Nahrung zugeführten Fette und Proteine werden für den Muskelaufbau, Hormonproduktion und andere Funktionen genutzt. Führt man dem Körper aber mehr Nährstoffe zu als er benötigt, so werden diese als Energie in Form von Fettgewebe gespeichert, um bei einem Energiemangel zur Verfügung zu stehen.

Damit der Körper diese Energiequellen nutzen kann, schüttet er ein Hormon aus, das Glucagon. Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, daß ein anderes Hormon, Insulin, die Zellen mit Nährstoffen versorgt. Glucagon bewirkt genau das Gegenteil. Durch dieses kann der Körper seine Glykogenspeicher leeren und so das Glycogen wieder in Glucose aufspalten, damit es der Körper verbrennen kann. Das Glucagon ist damit der Gegenspieler des Insulins, denn ein hoher Glucagonspiegel bewirkt gleichzeitig einen niedrigen Insulinspiegel. Wenn der Körper einen hohen Verbrauch hat und dafür Energie aus den Depots zieht, kann er ja nicht gleichzeitig die Energie in diesen speichern. Damit würde er sich selbst behindern.

Aber auch die Energiegewinnung aus Muskel- und Fettgewebe wird vom Glucagon eingeleitet. Allerdings ist es für den Körper wesentlich einfacher die Glykogendepots zu entleeren, als auf wesentlich kompliziertere Weise Fett und Muskelprotein in Energie zurückzuwandeln. Zwar laufen diese Prozesse immer parallel ab, es gibt also keine Energiegewinnung „nur“ aus Fett oder Glycogen, zu Beginn der Belastung ist aber die Energiegewinnung aus den Glycogendepots deutlich größer und nimmt im Laufe der Belastungsdauer mit zunehmender Leerung dieser Speicher immer weiter zugunsten des Fett- und Proteinabbaus ab.


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