1. Eine naturale Diät benötigt Zeit

Der größte Unterschied zwischen naturaler und „unterstützer“ Diät betrifft den nur kaum vorhandenen Schutz der Muskulatur bei einem Kaloriendefizit durch das fehlende hormonelle Umfeld. Der wöchentliche Gewichtsverlust sollte deshalb nur gering und die Diät auf einen längeren Zeitraum geplant werden, um nicht zu viel Muskulatur zu opfern.

Normalerweise beginnt eine Wettkampfdiät zwischen 12 und 20 Wochen vor dem Wettkampf. Wie lang sie dauert hängt letztendlich davon ab, welche Form bereits vorher vorhanden ist. Ein Athlet, der bereits die eine oder andere Saison absolviert hat, weiß in der Regel recht gut einzuschätzen, wo das Zielgewicht liegen wird. Einem Anfänger kann man hingegen nur raten lieber 4 Wochen mehr für die Diät einzuplanen, um hinterher keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Ein guter Richtwert für einen naturalen Gewichtsverlust pro Woche liegt bei etwa 500g bis 1000g. Je leichter die angestrebte Gewichtsklasse ist und je näher man seiner Wettkampfform rückt, desto weniger Gewicht sollte man pro Woche verlieren. Das gilt insbesondere für Frauen. Mit einer Crashdiät kommt man nicht in Form, das sollte sich ein Athlet immer vor Augen halten.
Für den Fettabbau selbst gibt es verschiedene Diätstrategien. Während nach wie vor viele Athleten auf eine stark fettreduzierte Ernährung setzen, schwenken doch in den letzten Jahren immer mehr Wettkämpfer auf kohlenhydratarme Varianten um, welche sich besonders für naturale Athleten zu bewähren scheinen. Die Entscheidung, welche Form effektiver ist hängt stark vom jeweiligen Körpertyp ab und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, deshalb sollen hier nur die für beide geltenden Grundregeln kurz aufgeführt werden.

Bereits zu Beginn der Diät sollten alle Nahrungsmittel, die einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren haben, aus der Ernährung gestrichen werden. Auch sind alle Nahrungsmittel die Haushaltszucker, Weißmehl und Alkohol enthalten absolut tabu. Empfehlenswert sind Getreideflocken, Vollkornreis und –nudeln und Kartoffeln. Obst (z.B. im Reis) in geringen Mengen ist erlaubt, sollte aber nicht übertrieben werden. Eier, mageres Geflügel- und Rindfleisch, Tatar und Fisch sollten die Proteinquellen der Wahl sein.
Ein kurzes Wort zu Milchprodukten: Oft wird behauptet, daß Milchprodukte in einer Diät weggelassen werden sollten, daß diese glatt machen. Eine pauschale Empfehlung ist hier aber nicht möglich. Ein Athlet der auf Nummer Sicher gehen will, sollte Sie sukzessiv nach und nach streichen und schließlich 3-4 Wochen vor dem Wettkampf nicht mehr zu sich nehmen. Die gilt auch für herkömmliche Proteinpräparate.
Weitere 1-2 Wochen später folgen Nudeln und Getreideflocken, welche Gluten enthalten, welche bei empfindlichen Menschen zu einer Wasserspeicherung im Körper führen können. Sollen trotzdem weiterhin Getreideflocken konsumiert werden, so sollten man solche wählen die glutenfrei sind, wie z.B. Hirseflocken. Bei den meisten Wettkampfathleten besteht die Ernähung in den letzten 2 Wochen vor dem Wettkampf nur noch aus Reis mit einer mageren Eiweißquelle.
Die Fettzufuhr sollte zumindest anfangs nicht zu sehr eingeschränkt werden, da der Stoffwechsel eine gewisse Grundmenge benötigt, u.a. zur körpereigenen Hormonproduktion. Sollte der Anteil in der Ernährung zu gering ausfallen, dann ist eine Zufuhr von hochwertigen Ölen wie Lein- oder Walnußöl, bzw. der Verzehr entsprechend hochwertiger, ölhaltiger Nahrungsmittel wie Walnüssen angeraten.

Zu Beginn der Diät sollte die tägliche Kalorienzufuhr etwa 500 Kcal unter dem Erhaltungsbedarf liegen. Dies reicht aus, um den Körper dazu zu bringen, Körperfett in Verbindung mit Training abzubauen. Eine zu hohe Einschränkung bereits bei Diätbeginn führt unweigerlich zum Verlust von Muskelmasse.
Gewöhnt sich der Stoffwechsel nach einiger Zeit an die niedrigere Kalorienzufuhr und der Fettverlust gerät ins Stocken, so werden die Kalorien stufenweise weiter reduziert. Dabei sollte die Reduzierung aber immer nur so moderat ausfallen, bis das Gewicht wieder sinkt.

Der Flüssigkeitskonsum sollte bei etwa 1l/20kg Körpergewicht liegen. Durch viel und häufiges Trinken werden die in der Diät vermehrt auftretenden Schadstoffe aus dem Körper ausgespült und die Leistungsfähigkeit erhalten. Vorzugsweise sollte die Zufuhr durch Wasser gedeckt werden. Alternativ kommen grüne Tees und kohlenhydratfreie Limonaden wie Cola Light in Betracht. Fruchtsäfte und zuckerhaltige Limonaden sind grundsätzlich zu vermeiden.
Etwa 14 Tage vor dem Wettkampf sollte der Flüssigkeitskonsum auf 7-8 Liter täglich gesteigert werden. Dies hat den Sinn, daß der Körper darauf trainiert wird, vermehrt Flüssigkeit auszuscheiden was für das spätere Entwässern entscheidend ist.

Ein letzter aber besonders wichtiger Punkt ist die Natriumzufuhr. Viele Athleten sind der Meinung, daß man den Salzkonsum stark einschränken und die letzten Wochen komplett streichen sollte, um möglichst wenig Wasser zu speichern. Diese Vorgehensweise bewirkt aber genau das Gegenteil. Der Grund hierfür ist, daß der Körper bei starkem Natriummangel das Hormon Aldosteron ausschüttet, welches als Ersatz fungiert und wieder Wasser zurückhält.
In einer Diät sollte ganz im Gegenteil reichlich gesalzen und der Körper auf eine hohe Natriumzufuhr sogar „trainiert“ werden. In den letzten Wochen vor dem Wettkampf wird hierfür die Zufuhr schrittweise immer weiter gesteigert. Wenn man davon ausgeht, daß ein hart trainierender Sportler ohnehin einen Bedarf von bis zu 4g täglich hat, so sollte die Zufuhr in den letztenTagen der erhöhten Wasserzufuhr sogar noch einmal drastisch gesteigert werden. Nur auf diese Weise funktioniert am Ende auch das Entwässern.


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