1. Grundsätzliches zu Fetten für Einsteiger

Fette nehmen in unserer Ernährung eine zentrale Stellung als einer der 3 Makronährstoffe ein. Genau wie unser Körper nicht dauerhaft auf die beiden anderen (Proteine und Kohlenhydrate) verzichten kann ohne Mangelerscheinungen zu zeigen, so ist auch bei den Fetten eine regelmäßige Zufuhr erforderlich.
Dabei haben Fette neben der Funktion als Energiespeicher und Kälteschutz, die in den heutigen Industrieländern aufgrund des Überangebots an Nahrung eine eher untergeordnete Rolle spielen, für die Versorgung mit den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K zu sorgen. Außerdem sind sie an der Erzeugung von körpereigenen Hormonen beteiligt, was sie besonders für naturale Sportler wichtig macht, helfen beim Fetttransport im Blut oder spielen als Teil der Zellmembranen eine besondere Rolle.
Desweiteren kann der Körper auch Prostaglandine aus ihnen herstellen. Prostaglandine sind Botenstoffe in unserem Körper, die unter anderem den Blutdruck, die Blutgerinnung, den Salz- und Wasserhaushalt und die Entzündungsneigung bestimmen. Wir brauchen Prostaglandine, die Entzündungen fördern, damit wir uns damit gegen Infektionen wehren können. Wir brauchen aber auch Prostaglandine, die Entzündungen wieder bremsen können, weshalb beide Arten in einem Gleichgewicht stehen müssen.

Aber Fett ist nicht gleich Fett. Es werden drei Arten von Fettsäuren unterschieden, aus denen sich unsere Nahrungsfett aufbauen:

  • gesättigte Fettsäuren
  • einfach ungesättigte Fettsäuren
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Von diesen kann unser Körper nur die gesättigten Fettsäuren bei längerem Mangel selbst hestellen, die anderen müssen durch die Nahrung zugeführt werden, weshalb gerade bei ihnen auf genug Quellen in der Ernährung geachtet werden sollte und sie auch als essentielle Fettsäuren bezeichnet werden. Grundsätzlich sollten alle drei Fettsäurenarten in unserer Ernährung zu etwa gleichen Anteilen, also jeweils einem Drittel der Gesamtmenge, enthalten sein.

Tierische Fette bestehen in der Regel überwiegend aus gesättigte Fettsäuren, während pflanzliche Fettquellen mehr ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufweisen. Dabei gilt die einfache Regel, dass ein Öl umso mehr ungesättigte Fettsäuren aufweist, je flüssiger es ist. Falsch ist jedoch die Annahme, dass tierische Fette grundsätzlich nur aus gesättigten Fettsäuren bestehen, wie gelegentlich behauptet wird. Eine Ausnahme bei den pflanzlichen Fetten bildet zudem Kokosöl, das einen Anteil von über 90% gesättigten Fettsäuren enthält.

Eine besondere Stellung bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren nehmen die Omega-3- und Omega-6-, sowie bei den einfach ungesättigten die Omega-9-Fettsäuren (kurz O3, O6, O9) ein. Dieses gilt besonders im Hinblick auf die Herstellung der weiter oben erwähnten Prostaglandine. So stellen einige O3 entzündungshemmende, andere O6 entzündungsfördernde Prostaglandine dar. O3 haben aber neben dieser für intensiv trainierende Sportler besonders wichtigen Eigenschaft noch viele andere positive Wirkungen, z.B. sind sie wichtig als Vorbeugung für Herz-Kreislauferkrankungen, da sie positiv auf die Blutfettwerte und Blutdruck wirken.

Man könnte vermuten, daß es optimal wäre O6 komplett aus der Nahrung zu verbannen, aber das wäre falsch, denn beide Arten werden vom Körper benötigt. Hierfür sollten sie etwa im Verhältnis 1:3 bis 1:10 (jeweils O3:O6) mit der Nahrung aufgenommen werden, wogegen die tatsächliche Zufuhr in unserer Gesellschaft eher im Verhältnis 1:10 bis 1:50 liegt, was eine besondere Auswahl der Fettquellen bzw. zusätzliche Supplementierung erforderlich macht.
Übrigens spielt das mengenmäßige Verhältnis der beiden Fettsäuren eine wichtigere Rolle als die absolute Menge selbst, denn beide Fettsäuren konkurrieren um die gleichen Rezeptoren im Körper, wodurch ein zuviel der einen Fettsäure einen Mangelzustand der anderen bewirken kann.

Besonders gute O3-Quellen sind dabei unter den Ölen:

  • Leinsamenöl (58% O3-Anteil)
  • Lachsöl (25%)
  • Hanföl (20%)
  • Walnussöl (15%)
  • Rapsöl (9%)
  • Sojaöl (8%)

Dabei enthalten Fischölprodukte allerdings eine andere O3-Art als pflanzliche Produkte, weshalb die Zufuhr von O3-Fetten aus beiden Arten bestehen sollte.

Pflanzen hingegen sind die wichtigsten Quellen für O6. Viele Samenarten (z. B. Getreidearten, Baumwollsamen, Färberdistelsamen, Sojabohnen) sind reich an Linolsäure:

  • Distelöl (75% O6-Anteil)
  • Traubenkernöl (71%)
  • Sonnenblumenöl (65%)
  • Maiskeimöl (59%)
  • Sesamöl (45%)

Margarinesorten, die als Hauptbestandteil pflanzliche Öle enthalten, sind ebenfalls gute Linolsäurequellen, enthalten aber auch überdurchschnittlich viele gehärtete Fette, worauf später noch eingegangen wird.

Bleiben noch die O9-Fettsäuren. Ihre besten Quellen sind:

  • Olivenöl (70% O9-Anteil)
  • Mandelöl (70%)
  • Rapsöl (60%)
  • Haselnussöl (48%)
  • Erdnussöl (47%)
  • Sesamöl (40%)

Am besten ist es, verschiedene Ölsorten zu kombinieren. Da generell die Wahrscheinlichkeit einer Unterversorgung mit O3 größer ist als die mit O6 (letztere sind beim angestrebten Verhältnis eigentlich immer überrepräsentiert), sollte man als Richtschnur eine gezielte Ergänzung überwiegend aus guten O3- und O9-Quellen erfolgen.



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