6. Nutzen Sie die Kohlenhydrat/Insulin-Connection

Im vorherigen Punkt konnten Sie lesen, daß Kohlenhydrate durch ihre Wirkung auf den Blutzucker und damit den Insulinspiegel dafür verantwortlich sind, daß überschüssige Energie leicht als Fett eingelagert wird. Das bedeutet aber nicht, daß Kohlenhydrate für den Menschen automatisch schlecht sind, wie es von den Anhängern der immer populärer werdenden kohlenhydratarmen Ernährungsweise gepredigt wird. Gerade beim Muskelaufbau spielt Insulin für den Bodybuilder eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grund funktionieren kohlenhydratarme Ernährungspraktiken zwar gut in einer Diät, wo es gilt den Status Quo zu halten. Um neue Muskelmasse zu gewinnen sind sie aber eher ungeeignet.

Ähnlich wie bei den Fetten spielt deshalb auch bei den Kohlenhydraten die richtige Quelle eine wichtige Rolle. Denn wie ja bereits im vorherigen Punkt beschrieben, bewirkt ein stark schwankender Insulinspiegel, daß die Einlagerung von Körperfett begünstigt wird. Der Trick, um die Kohlenhydrat-Insulin-Connection für sich zu nutzen liegt folglich darin, daß man versucht den Spiegel über den Tag weitgehend konstant zu halten und so durch eine ständige, moderate Insulinsausschüttung die Muskelzellen permanent mit Nährstoffen zu versorgen. Hierdurch wird gleichzeitig unterbunden, daß kurzfristig eine zu hohe Nährstoffmenge angeboten wird, die wiederum in die Depots und hier besonders das Körperfett eingelagert werden muss um später wieder bereitgestellt zu werden. Die Nährstoffversorgung erfolgt also zielgerichteter zu genau den Zeitpunkten, wo sie benötigt wird.

Erreicht wird dies dadurch, daß die Kohlenhydratversorgung (mit Ausnahme der direkten Zufuhr nach dem Training, auf die ich später noch eingehe) fast ausschließlich mit komplexen Kohlenhydraten wie Vollkornprodukten, Haferflocken, Naturreis, Kartoffeln oder auch Vollkornnudeln erfolgt. Durch ihren hohen Anteil an langkettigen Kohlenhydraten und den meistens sehr hohen Ballaststoffanteil wirken diese besonders gleichmäßig auf den Blutzuckerspiegel, so daß eine konstante Energieversorgung bis zur nächsten Mahlzeit gewährleistet ist.
Ergänzt werden sollten diese Kohlenhydratquellen zusätzlich mit Gemüse und Salat, welche zwar eher über einen geringeren Energiegehalt verfügen, dafür aber einen hohen Anteil an Vitaminen und zusätzlichen Ballaststoffen haben, was sich wiederum positiv auf die Verdauung und damit den Abtransport von Giftstoffen aus dem Körper auswirkt. Gerade letzteres wird von vielen Athleten bei der Steigerung der Nährstoffzufuhr vergessen und behindert dann den Aufbau von Muskelmasse, in dem die Leistungsfähigkeit dadurch eingeschränkt wird. Die tägliche Zufuhr an Kohlenhydraten in der Aufbauphase sollte bei 3-6g/kg Körpergewicht liegen, je nach Trainingsstand und Körpertyp.


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