10. Langsame Proteine am Abend

Kennen Sie auch den Spruch, daß man abends nach 18 Uhr nichts mehr essen soll, wenn man nicht fett werden möchte? Aus diesem Grund ist gerade in der letzten Zeit ein Modetrend aufgekommen, das sogenannte „Dinner-Cancelling“, von dem behauptet wird, daß es einen muskulöser macht und gleichzeitig den Fettabbau verbessert. Falls Sie zu so einer Praxis tendieren, dann lassen Sie sich gesagt sein, daß Sie damit Ihren Muskelaufbau schwer torpedieren.
Nein, das bedeutet nicht, daß Sie abends wahllos Nahrung in sich reinstopfen sollen, damit Sie Muskeln aufbauen, denn wie in jeder Volksweisheit, so steckt steckt auch in dieser durchaus ein wahrer Kern. Wichtiger ist vielmehr die richtige Wahl der Nährstoffe am Abend.

Der Hintergrund hierbei ist, daß der Körper im Schlaf Wachstumshormone ausschüttet. Diese Hormone wiederum begünstigen den Muskelaufbau und bewirken gleichzeitig eine verbesserte Fettverbrennung. Das Hindernis ist jedoch, daß Insulin nicht nur der Feind von Cortisol ist, sondern auch die körpereigene Ausschüttung von Wachstumshormonen unterdrückt. Wenn Sie also abends Kohlenhydrate zu sich nehmen und diese bis zum Schlafen noch nicht vollständig verdaut sind, dann nehmen Sie Ihrem Körper die Möglichkeit aus den Wachstumshormonen den vollen Nutzen zu ziehen, da die Ausschüttung erst später einsetzt, wenn der Insulinspiegel wieder abgesunken ist.

Nur, es gibt keinerlei Grund dafür, sämtliche Nahrungsaufnahme am Abend einzuschränken. Die vermehrte Ausschüttung von Insulin benötigt, wie bereits weiter oben beschrieben, einen erhöhten Blutzuckerspiegel, also die Zufuhr von Kohlenhydraten. Der Verdauungsprozess von diesen ist aber normalerweise nach höchstens 3 Stunden abgeschlossen, was damit auch etwa den Abstand der letzten kohlenhydrathaltigen Mahlzeit vor der Bettruhe bestimmt. Proteine und Fette beeinflussen den Blutzuckerspiegel aber nicht und können somit auch noch vor dem Schlafengehen verzehrt werden.
Im Gegenteil, Ihnen steht eine lange Nacht ohne Nahrung bevor, in der Ihr Körper aber am effektivsten an einer Reparatur der im Training in Mitleidenschaft genommenen Muskeln und ihrem weiteren Aufbau arbeiten kann. Aus diesem Grund sollten Sie ihn gerade vor dem Schlafen mit den optimalen Proteinbausteinen dafür versorgen. Am besten geeignet ist hierfür eine Eiweißquelle, die besonders langsam verstoffwechselt wird, wie Putenfleisch oder auch der beliebte Magerquark. So wird verhindert, daß der Körper in der langen Pause ohne Nahrung während der Nacht in eine katabole Phase kommt und Muskeln abbaut.

Aber es ist nicht nur wichtig Protein vor dem Schlafen zuzuführen. Auch Fette spielen in der Nacht eine besondere Rolle. Zum einen können diese die Freisetzung des Nahrungsproteins weiter verzögern und so für einen noch gleichmäßigere Zufuhr sorgen, zum anderen benötigt der Körper in der Nacht Fette auch, weil aus Ihnen diverse Hormone wie Testosteron gebildet werden oder ebenso durch einige entzündungshemmende Prozesse ablaufen, die wiederum die Regeneration des Körpers beschleunigen. Wichtig ist hierbei, wie beim Protein, die Zufuhr der richtigen Fette. Deshalb sollte besonders die Gabe von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, besonders Omega-3 und Omega-6 im Vordergrund stehen. Diese kann z.B. durch den Verzehr einiger Nüsse, besonders Walnüsse geschehen oder auch durch die Einnahme einiger Lachsölkapseln.


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