Schritt 2: Berechnung der Nährstoffanteile

Nachdem sie ihre angestrebte Kalorienzufuhr ermittelt haben, folgt nun der zweite Schritt, die Aufteilung der Kcal nach Nährstoffen. Hier muss der Einfachheit halber vorausgeschickt werden, daß diese Anleitung natürlich nicht sämtliche Ernährungsarten, z.B. Metabole Diät, Low-Carb, o.ä. abdecken kann. Das Prinzip ist aber auch hier identisch, da die prozentuale Nährstoffverteilung weitgehend vorgegeben wird, sie müssen also nur die Zahlen unten entsprechend anpassen.

Dieser Artikel soll sich aber mit der Ernährungsart beschäftigen, die man wohl am häufigsten im Bodybuilding findet und am ehesten als ausgewogene, proteinorientierte Mischkost bezeichnen könnte. Das Ziel dabei ist eine ausreichende Versorgung mit Protein, guten Kohlenhydraten und Fetten, jeweils zielgerichtet auf einen möglichst fettarmen Muskelauf- oder muskelverlustfreien Fettabbau.

Eine zentrale Rolle spielt dabei, wie der Begriff „proteinorientiert“ bereits vermuten lässt, die Eiweißzufuhr und genau an dieser scheiden sich allgemein die Geister. Während hier z.B. die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ nur von einem Bedarf von 0,8g/kg Körpergewicht ausgeht, gibt es wissenschaftliche Studien an Sportlern, die eine optimalen Zufuhr von 1,5g/kg ermittelt haben. Progressive, dem Kraftsport zugewandte Wissenschaftler wiederum schreiben von einer Zufuhr die über 2g, gelegentlich auch über 2,5g/kg liegt. Spitzen gehen hier bis 3g/kg hoch. Last but not least gibt es noch Generationen von erfolgreichen Bodybuildern, die festgestellt haben, daß sie am besten mit noch mehr Protein arbeiten, Profis erreichen teilweise 4-5g/kg täglich oder mehr. Es gibt eine schöne Weisheit die besagt, daß die Wahrheit im allgemeinen irgendwo dazwischen liegt, deswegen soll auch in diesem Artikel keine Wertung betrieben werden was nun richtig ist, sondern von einer durchschnittlichen Zufuhr von 2,5g/kg Körpergewicht ausgegangen werden. Ich empfehle ihnen aber mal ein wenig mit der Proteinmenge herumzuspielen und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Aber auch die Fettzufuhr folgt bei einer allgemein sportgerechten Ernährung einer einfachen Formel. Sie sollte bei ca. 25% der Gesamtkalorien liegen. Möchten sie ihre Fettzufuhr lieber anhand des Körpergewichts berechnen, so sollten sie von etwa 0,8-1,0g/kg Körpergewicht ausgehen. Leider ist die Berechnung anhand des Körpergewichts etwas problematisch, weil hier eher endomorphe Menschen mit einem langsamen Stoffwechsel überproportional viele Fette in der Ernährung haben, ektomorphe hingegen tendenziell zu wenig.

Aus der Protein- und Fettmenge ergibt sich am Ende automatisch die der Kohlenhydrate. Dafür muss man wissen, daß 1g Kohlenhydrate und Protein jeweils 4,1Kcal entspricht, sowie 1g Fett 9Kcal. Subtrahieren sie also einfach von ihren täglichen Gesamtkalorien die Protein- und Fettkalorien. Die Restkalorien sind die, die von ihnen in Kohlenhydraten zugeführt werden müssen. Die entsprechende Menge erhalten sie, indem sie die Kalorien einfach durch 4,1Kcal teilen.

Eine wichtige Mengenangabe wurde bis hierhin noch nicht erwähnt, die notwendige Flüssigkeitszufuhr. Für diese gibt es ebenfalls eine einfach Faustregel, die besagt, daß pro angefangene 20kg Körpergewicht ca. 1Liter Flüssigkeit konsumiert werden sollte. Ein 75kg schwerer Athlet dürfte also etwa 4Liter täglich trinken.

Unser Beispielathlet wiegt 80kg, hat also einen Proteinbedarf von 200g (2,5g/kg) oder 820Kcal. Sein Fettbedarf liegt bei 25% der Gesamtkalorien, das sind 750Kcal. Bei 9Kcal/g Fett mach das 83g Fett. Zusammen ergeben Fett und Protein 1570Kcal, bleiben also noch 1430Kcal für die Kohlenhydrate. Bei 4,1Kcal/g sind das 350g täglich.
Allerdings sollte bei der Errechnung der Werte berücksichtigt werden, daß die Genauigkeit der Nährwertangaben auf Lebensmittel doch manchmal etwas zu wünschen übrig lässt. Deshalb können kleine Ungenauigkeiten bei den Endsummen im eigentlichen Plan auftauchen. Diese sind aber vernachlässigbar.



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