Schritt 1: Ermittlung des persönlichen Kalorienbedarfs

Bereits beim ersten Schritt zum eigenen Ernährungsplan werden die größten Fehler gemacht, Berechnung des Kalorienbedarfs. Dabei sollte es eigentlich logisch sein, um auszurechnen, wieviel sie essen müssen um zu oder abzunehmen, müssen sie erst einmal wissen, wieviel sie überhaupt verbrauchen. Aus diesem Erhaltungsbedarf ergibt sich, daß sie zum Aufbau eine positive, zumindest aber ausgeglichene Energiebilanz brauchen, also mehr zuführen als zur Erhaltung notwendig ist, sowie zum Abnehmen eine negative.

Nur, wie ermittelt man am besten seinen Erhaltungsbedarf? Genau da liegt für viele bereits die erste Hürde, denn sie möchten am liebsten nur zwei bis drei Zahlen in einen im Internet verfügbaren Kalorienrechner eingeben und dieser soll am Ende ausspucken, was sie für einen Bedarf haben. Ganz so einfach geht es aber nicht, denn leider können diese Rechner nur Näherungswerte liefern.

Zur Ermittlung des Verbrauchs gibt es aber eine bessere Methode. Hierfür schreiben sie für den Zeitraum einiger Tage (3-5 Tage reichen in der Regel aus) alle Lebensmittel auf, die sie zu sich nehmen und errechnen anschließend mit Hilfe einer Kalorientabelle die durchschnittliche Kalorienzufuhr pro Tag. Steigt aktuell ihr Körpergewicht, so so ziehen sie pro 500g Gewichtszunahme/Woche etwa 400 Kcal ab, entsprechend umgedreht verfahren sie, wenn sie derzeit Gewicht verlieren. Beim errechneten Wert dürfte das Gewicht annähernd konstant bleiben und sie haben somit den Erhaltungsbedarf.

Wem dies zu kompliziert ist, der kann seinen ungefähren Erhaltungsbedarf auch direkt errechnen. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren, das einfachste ist das PAL-Verfahren, bei dem man seinen Grundumsatz bestimmt, den man anschließend mit einem Faktor für die eigene Aktivität, dem PAL (Physical Activity Level) multipliziert.


Abb. 1: Formel zum Erhaltungsbedarf nach der körperlichen Aktivität
Erhaltungsbedarf = Körpergewicht * 24 * PAL

Der Grundumsatz ist hierbei der Energieverbrauch in Kalorien, den der Körper bei einem Dauerschlaf von 24 Stunden hätte, also ohne jegliche körperliche Aktivität. Dieses wird ermittelt, indem man das eigene Körpergewicht mit dem Faktor 24 (für die Anzahl der Stunden eines Tages) multipliziert.

Die anschließende Bestimmung des PAL geschieht anhand der Tabelle, die in Abb.2 dargestellt ist.


Abb. 2: PAL (Physical Activity Level) je nach Aktivität
Arbeits- und Freizeitverhalten PAL
Ausschließlich sitzende oder liegende Lebensweise 1,2
Ausschließlich sitzende Tätigkeit ohne oder mit wenig anstrengender Freizeitaktivität 1,3-1,5
Sitzende, zeitweilig gehende oder stehende Tätigkeit 1,6-1,7
Überwiegend gehende oder stehende Arbeit 1,8-1,9
Körperlich anstrengende berufliche Arbeit >2,0
Zusätzlich wird der PAL an Trainingstagen um 0,3 erhöht.

Aber Vorsicht. Der über den PAL errechnete Wert ist nur ein Näherungswert, der auf Durchschnittswerten beruht und stark vereinfacht ist. Er kann für den einzelnen teilweise sehr weit abweichen, da z.B. Faktoren wie Körperfettanteil und Stoffwechselgeschwindigkeit nicht in die Berechnung mit eingehen. Sicherer ist also immer die Ermittelung über die Durchschnittsrechnung.

Haben sie ihren Erhaltungsbedarf ermittelt, so müssen sie diesen nur noch an ihr Ziel anpassen. Zum Zunehmen addieren sie zum Erhaltungsbedarf 10-15% hinzu, möchten sie abnehmen, so ziehen sie 10-15% ab. Vielleicht werden sie sich jetzt wundern, wieso hier keine größeren Veränderungen vorgenommen werden. Der Grund hierfür ist einfach, je schneller sie abnehmen, desto mehr Muskelmasse verlieren sie dabei. Umgekehrt, je schneller sie zunehmen, desto mehr Fett nehmen sie gleichzeitig zu. Bei der nur geringen Anpassung wird sich zwar ihr Gewicht nicht rasend schnell verändern, dafür aber die Abnahme überwiegend aus Fett, bzw. die Zunahme aus Muskelmasse bestehen.

Für unseren Beispielathleten bedeutet das einen Grundumsatz von 1920Kcal, der PAL liegt bei 1,4 an Trainingstagen bei 1,7. Das bedeutet eine Gesamtzufuhr von ca. 2700Kcal an trainingsfreien Tagen, wird Sport getrieben bei ca. 3250Kcal. Durch das Ziel der Muskelzunahme erhöht sich die Zufuhr um 10%, was einen Mehrbedarf von ca. 300Kcal ergibt. Also beträgt die letztendliche Zufuhr an trainingsfreien Tagen 3000Kcal, an Trainingstagen ca. 3550Kcal.



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