Schritt 6: Feintuning des fertigen Plans

Wenn sie bis zu diesem Schritt alles richtig gemacht haben, dann haben sie nun einen fertigen Ernährungsplan, der praktisch allen Ansprüchen an einen soliden Muskelauf- oder Fettabbau gerecht wird. Aber genau wie ein Trainingsplan, so muss auch ein Ernährungsplan regelmäßig angepasst werden. Dies betrifft zum einen das letzte Feintuning in den ersten 2-3 Wochen, in denen man mit dem Plan beginnt, zum anderen die Phasen, in denen das Gewicht zum Stillstand kommt und nicht mehr weiter fällt oder steigt.

In den ersten Tagen und Wochen des neuen Plans kann es durchaus sein, daß sich ihr Gewicht nicht so verändert, wie sie sich das vorstellen. Bedenken sie immer, daß die Basis aus Schritt 1, der Erhaltungsbedarf, immer nur einen Näherungswert darstellt, der auf einer realistischen Selbsteinschätzung beruht, wobei sich innere und äußere Wahrnehmung aber bekanntlich häufig unterscheiden. Wenn also ihr Gewicht z.B. konstant bleibt, sie aber zunehmen möchten, dann müssen sie den Plan ein wenig nach oben korrigieren. In Abb. 5 finden sie die entsprechenden Änderungsraten in Prozent in Verbindung mit der Nährstoffart, durch deren Mengenveränderung die Anpassung erfolgen sollte. Die einzige Nährstoffgruppe die konstant bleibt sind die Proteine. Sie errechnen sich anhand des Körpergewichts und eine Anpassung wird deshalb erst bei größeren Gewichtsveränderungen relevant.


Abb. 5: Vorschläge für Anpassungsraten des Ernährungsplans
Zielsetzung Veränderung/Woche Kcal-Anpassung KH Fett
Zunahme Zunahme über 300g -10% X
Zunahme bis 300g ----
Gewicht konstant +10% X
Gewichtsverlust +20% X X
Abnahme Abnahme über 500g +10% X
Abnahme bis 500g ----
Gewicht konstant -10% X
Gewichtszunahme -20% X X

Als Beobachtungszeitraum sollte hierfür etwa die Dauer von 1-2 Wochen eingeplant werden, in der das Gewicht regelmäßig kontrolliert wird. Diese Kontrolle sollte immer unter gleichen Bedingungen erfolgen, also z.B. morgens direkt nach dem Aufstehen. Dabei sollte allerdings auch auf die Uhrzeit geachtet werden, denn wenn sie z.B. einmal nur 6 Stunden geschlafen haben und um 7 Uhr aufstehen, am anderen Tag aber 10 Stunden schlafen und erst um 12 aus den Federn kommen, dann kann alleine durch den veränderten Flüssigkeitsverlust im Schlaf das Gewicht um 500-1000g schwanken. Solche Rahmenbedingungen sind also zu berücksichtigen.

Natürlich kann man nicht erwarten, daß sich die Waage in dem Beobachtungszeitraum gleichmäßig verhält, im Gegenteil, das Gewicht wird schwanken, das ist vollkommen normal. Was aber in dieser Zeit abzulesen sein sollte ist eine Tendenz, in welchem Maße sich das Gewicht verändert. Diese Tendenz wiederum fungiert als Basis für die Anpassung nach Abb. 5.



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