3. Über- und Unterversorgung mit Vitaminen

Der Vitaminbedarf eines Menschen ist von sehr vielen Faktoren abhängig. So kann man einen normalen Berufstätigen mit einem Schreibtischjob kaum mit einem Arbeiter in der Stahlindustrie oder auch einem Profi-Bodybuilder vergleichen. Aber auch abgesehen von der Arbeit können den Bedarf viele weitere Lebensumstände und Umweltbedingungen beeinflussen, wie z.B. körperliche und nervliche Belastung, Streß, Ernährungsgewohnheiten, Schwangerschaft, Stillzeiten, Krankheit, Rauchen, Trinken, etc.
Besonders die Angabe des Bedarfs an fettlöslichen Vitaminen ist eher vorsichtig zu betrachten, da diese gespeichert werden können und es so bei einer Überversorgung zu Hypervitaminose, einer Vitaminvergiftung kommen kann, wenn die Zufuhr über einen längeren Zeitraum zu hoch ist.

Bei wasserlöslichen Vitaminen hingegen besteht genau das andere Problem. Durch die mangelnde Fähigkeit des Körpers sie zu speichern, werden zu hohe Einzelgaben einfach wieder über den Urin ausgeschieden. Deshalb kann es hier, im Gegensatz zu fettlöslichen Vitaminen, eher zur Hypovitaminose kommen, welche Vitaminmangelerkrankungen bezeichnet. Diese sind in der heutigen Zivilisationsgesellschaft allerdings sehr selten geworden. Lediglich ein B12-Mangel ist durch fehlerhafte einseitige Ernährung, besonders bei Veganern, gelegentlich zu beobachten. Alle anderen Mangelerscheinungen an wasserlöslichen Vitaminen sind meist auf Darmerkrankungen oder Störungen der Vitaminaufnahme zurückzuführen. Die mangelnde Speicherfähigkeit der Körpers bei wasserlöslichen Vitaminen bedingt allerdings, dass es für eine optimale Versorgung günstiger ist, die entsprechenden Vitamine häufiger zuzuführen, dafür aber in geringeren Dosierungen.


Abb.4: Tagesbedarf und Vorkommen für den Durchschnittsmenschen
Vitamin Tagesbedarf Überdosis Gute Quellen sind unter anderem...
DGE *) RDA **)
A 1000 µg 1000 µg >200 mg Milchprodukte, Leber, Karotten (Beta-Carotin)
B1 1,3 mg 1,2 mg unbekannt Schweinefleisch, Erbsen, Haferflocken
B2 1,5 mg 1,3 mg unbekannt Leber, Milch, Eier
B3 17 mg 15 mg >1,5-3 g Mageres Fleisch, Fisch, Hefe
B5 6 mg 5 mg >6 g/Tag Leber, Weizenkeime, Gemüse
B6 1,5 mg 1,3 mg >500 mg/Tag Leber, Fisch, Fleisch, Nüsse, Bananen, Kartoffeln
B7 30-60 µg 30 µg unbekannt Leber, Blumenkohl
B9 400 µg 400 µg >15 mg/Tag Leber, Weizenkeime, Kürbis
B12 3,0 µg 2,4 µg unbekannt Leber, Fisch, Milch, Lupinen, Algen
C 100 mg 60 mg unbekannt Zitrusfrüchte, Sanddorn, Kiwis, Grapefruit
D 5 µg 5 µg >500 µg/Tag Milch, Hering, Eigelb
E 15 mg 10 mg >3 g/Tag Pflanzliche Öle, Blattgemüse, Vollkornprodukte, Nüsse
K 70 µg 70 µg unbekannt Leber, Eier, Grünkohl

*) Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für 19-25-jährige Männer
**) "Recommende Dietary Allowances" (RDA) der National Academy of Sciences (USA) für 19-30-jährige Männer


Zurück Anfang Weiter

Online-Shop
Forum
Werbung