2. Löslichkeit und Ernährung

Wie bereits erwähnt, unterteilt man Vitamine in zwei Gruppen, die wasser- und die fettlöslichen Vitamine, die sich durch ihre Trägersubstanz unterscheiden und damit darin, wie sie dem Körper zugeführt werden, bzw. wie die Ernährung für eine optimale Versorgung aussehen sollte.

Die Zufuhr von wasserlöslichen Vitaminen stellt in der Regel kein Problem dar, solange die Ernährung ausgewogen ist und ebenfalls frische Lebensmittel, besonders Obst und Gemüse enthält. Deshalb ist für diesen Fall eine zusätzliche Supplementierung nicht unbedingt erforderlich, bzw. nur zur Prophylaxe, z.B. zur Stärkung des Immunsystems. Hierbei sollte man aber bedenken, dass der Körper wasserlösliche Vitamine, mit Ausnahme des Vitamins B12, nicht speichern kann. Deshalb sollte man neben einer ausreichend hohen auch auf eine ausreichend häufige Zufuhr achten.



Abb.2: Die Aufgaben der wasserlöslichen Vitamine
Vitamin Wirkung Mangelerscheinungen u.a.
B1 Beeinflusst den Kohlenhydratstoffwechsel, wichtig für die Nerven und die Schilddrüsenfunktion Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels und des Nervensystems, Reizbarkeit, Depressionen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Muskelschwund, gestörte Energieproduktion
B2 Verwertung von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten, gut für Haut und Nägel Exantheme (Hautausschlag), Hautrisse, Lichtüberempfindlichkeit
B3 Gegen Migräne, fördert Merkfähigkeit und Konzentration Hautveränderungen, Entzündungen der Mund- und Magen-Darm-Schleimhäute, Durchfall, Depressionen
B5 Fördert die Wundheilung, verbessert die Abwehrreaktion Taube und schmerzende Muskeln, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depression, Anämie, Immunschwächen
B6 Schützt vor Nervenschädigung, wirkt mit beim Eiweißstoffwechsel Wachstumsstörungen, Anämie, Krampfzustände, Appetitverlust, Durchfall, Erbrechen, Hautprobleme, Reizbarkeit
B7 Schützt vor Hautentzündungen, gut für Haut, Haare und Nägel Hautstörungen, Haarausfall, Spröde Nägel, Müdigkeit, Ohnmacht, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen, erhöhte Gesamtcholesterinwerte, Unterzuckerung
B9 Verhindert Missbildungen bei Neugeborenen, gut für die Haut Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen, verlangsamte Wundheilung, Arteriosklerose, Schlaganfall
B12 Bildet und regeneriert rote Blutkörperchen, appetitfördernd, wichtig für die Nervenfunktion Anämie, Schädigungen des Nervensystems, Gedächtnisschwäche
C Schutz vor Infektionen, stärkt das Bindegewebe, Radikalfänger Skorbut, erhöhte Infektionsanfälligkeit

Dagegen bildet die Versorgung mit fettlöslichen Vitaminen in der Ernährung vieler Bodybuilder mit der klassischen fettarmen Ernährung ein Problem, versuchen doch viele einen möglichst geringen Anteil an Nahrungsfett aufzunehmen. Da aber diese Vitamine eben nur über Fett als Trägersubstanz aufgenommen werden können, kann es hier bei Bodybuildern leicht zur Unterversorgung kommen. Bodybuilder, die Steroide verwenden, gehen noch ein größeres Risiko der Mangelversorgung mit fettlöslichen Vitaminen ein, da ebenfalls Leberschäden die Verwertung dieser Vitamine stören können. Um das Risiko einer Mangelversorgung bei fettarmer Ernährung deshalb möglichst gering zu halten, sollten diese Vitamine immer mit einer Fettquelle zusammen konsumiert werden, sofern sie als Vitaminpräparat zu sich genommen werden, bzw. das entsprechende Nahrungsmittel mit etwas Öl kombiniert werden. So ist z.B. die Aufnahme von Beta-Carotin beim Verzehr von Karotten deutlich höher, wenn man Karottensalat mit einem Esslöffel Öl anmacht, als wenn man ihn pur verzehrt.


Abb.3: Die Aufgaben der fettlöslichen Vitamine
Vitamin Wirkung Mangelzustand u.a.
A Beeinflussung der Sehkraft, Beeinflussung des Zellwachstums, Radikalenfänger erhöhte Infektionsanfälligkeit, trockene Haut, Haarausfall, Sehstörungen, Wachstumsstörungen
D Förderung der Calziumaufnahme Rachitis, Osteoporose
E Dient der Zellerneuerung, hemmt entzündliche Prozesse, stärkt das Immunsystem Leistungsschwäche, Müdigkeit, Reizbarkeit, schlechte Wundheilung, trockene Haut, Förderung von Arteriosklerose
K Förderung der Blutbildung Störungen der Blutgerinnung, Verdauungsstörungen, Lebererkrankungen, Blutungen, z.B. Nasenschleimhaut, Magen/Darm

Aber auch die Bodybuilder, die nicht den fettarmen Weg gehen, sondern ketogene Diätformen, LowCarb oder die neuerdings aufkommende "Metabole Diät" befolgen, sollten bei ihrer Ernährung bedenken, dass diese Diätformen oft mit einem mangelnden Verzehr frischer Lebensmittel, besonders Obst und Salat, einhergehen und somit einige Vitamine durchaus unterversorgt sein können. Hierbei sollte besonders die Versorgung mit Vitamin A, C und dem B-Komplex beobachtet werden. Deshalb wird bei diesen Diätformen oft ein zusätzliches Vitaminpräparat empfohlen.
Aber auch der Vitaminverlust beim Kochen sollte immer mit beachtet werden. Gerade längeres Kochen kann zu einem Vitaminverlust von 10-30% oder mehr führen. So ist Vitamin C nur bis zu seinem Siedepunkt von 190°C erhitzbar, bei höheren Temperaturen wird es zerstört. Auch das Ultrahocherhitzen von H-Milch führt zur Verringerung des Vitamingehalts der Milch. Grundsätzlich gilt, dass Nahrungsmittel möglichst unverarbeitet konsumiert werden sollten, um den maximalen Grad an Vitaminen zu erhalten. Es gibt aber auch Ausnahme wie beim Provitamin A, wo gekochte Karotten die Aufnahme des Beta-Carotins verbessern.


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