1. Was sind Vitamine überhaupt?

Vitamine sind lebenswichtige organische Substanzen aus der Gruppe der Mikronährstoffe, die der Körper für lebenswichtige Funktionen benötigt, die aber keine Energieträger sind und im allgemeinen nicht von ihm selbst produziert werden können. Hier unterscheiden sie sich grundlegend von den Makronährstoffen wie z.B. Fetten, die der Körper auch selbst herstellen kann. Vitamine werden deshalb auch als essentielle Wirkstoffe bezeichnet, was bedeutet, dass sie zur Aufrechterhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers lebensnotwendig sind.

Werden Vitamine über eine längere Zeit nicht in ausreichendem Maß mit der Nahrung zugeführt, so kann dieser Mangel zu schweren Erkrankungen führen. Dieses liegt nicht zuletzt daran, dass nur bestimmte Vitamine gespeichert werden können, andere aber nicht. So war z.B. bei den ausgedehnten Seereisen vor einigen hundert Jahren der Skorbut weit verbreitet, eine Mangelerkrankung an nicht speicherbarem Vitamin C, die in ihrer Folge z.B. zu Zahnausfall führte. Glücklicherweise benötigt der Körper aber in der Regel nur geringe Mengen an Vitaminen, so dass solche Krankheiten durch extremen Mangel in der heutigen Zivilisationsgesellschaft kaum noch vorkommen. Trotzdem sind aber gerade bei einseitiger Ernährung immer wieder Unterversorgungen an verschiedenen Vitaminen anzutreffen.

Redet man von Vitaminen, so muß man zwei Gruppen unterscheiden, die wasserlöslichen (hydrophilen) und die fettlöslichen (lipophilen) Vitamine. Hierbei sind die wasserlöslichen Vitamine die, die vom Körper nicht gespeichert werden können, sondern deren überschüssig zugeführte Mengen mit dem Urin wieder ausgeschieden werden. Die einzige Ausnahme bildet hier das Vitamin B12, welches trotz seiner Wasserlöslichkeit vom Körper gespeichert werden kann. Fettlösliche Vitamine hingegen können generell im körpereigenen Fettgewebe eingelagert werden. Während wasserlösliche Vitamine in Milligramm (1/1000 Gramm) oder Mikrogramm (1/1000000 Gramm) gemessen werden, werden die fettlöslichen Vitamine in der Regel in internationalen Einheiten (I.E.) angegeben.

Daneben gibt es noch die Gruppe der Provitamine. Diese bezeichnen die biologische Vorstufe eines Vitamins, welche erst vom Körper zum entsprechenden Vitamin umgewandelt wird. Als Beispiel sei hier z.B. das Provitamin Beta-Carotin genannt, welches im Körper zu Vitamin A wird.



Abb.1: Die 13 essentiellen Vitamine
Vitamingruppe Bezeichnung chemischer Name
Wasserlöslich
(hydrophil)
Vitamin B1 Thiamin
Vitamin B2 Riboflavin
Vitamin B3 Niacon
Vitamin B5 Panthotensäure
Vitamin B6 Pyridoxin
Vitamin B7 Biotin
Vitamin B9 Folsäure
Vitamin B12 Cobalamin
Vitamin C Ascorbinsäure
Fettlöslich
(lipophil)
Vitamin A Retinol
Vitamin D Calciferol
Vitamin E Tocopherol
Vitamin K Phyllochinon

Die Aufgaben von Vitaminen im Körper sind vielfältig. Sie sorgen für das Funktionieren des Stoffwechsels und sind hierbei katalytisch und steuernd tätig. Jedes Vitamin hat hierbei seine eigene Aufgabe und Wirkungsweise. So regulieren sie z.B. die Verwertung der Makronährstoffe Protein, Fett und Kohlenhydrate und sind somit, auch wenn sie selbst keine Energieträger sind, an der Energiegewinnung beteiligt. Außerdem sind Vitamine unverzichtbar beim Aufbau von Zellen, Blutkörperchen, Knochen und Zähnen, sowie der Stärkung des Immunsystems.


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