5. Die Optimale Verteilung der Proteinzufuhr über den Tag

Neben einer erhöhten Proteinzufuhr zum Muskelaufbau und der Wahl der optimalen Proteinquelle, ist aber auch entscheidend, wie der Athlet die Proteinzufuhr über den Tag gestaltet. Grundsätzlich sollte man seine Eiweißzufuhr gleichmäßig über den Tag verteilen, um die aufzunehmende Proteinmenge pro Mahlzeit möglichst niedrig zu halten. Zwar ist die immer wieder vorgebrachte Behauptung, daß man nur maximal 30g Protein mit einer Mahlzeit aufnehmen kann, in den Bereich der Märchen und Mythen einzuordnen, da es hierfür keine Daten gibt, die diese Theorie stützen. Im Gegenteil, der Magen-Darm-Trakt kann sogar 500-700g Aminosäuren täglich resorbieren. Dennoch ist im Zuge einer möglichst optimalen Proteinausnutzung festzuhalten, daß eine geringere Proteinmenge effizienter verarbeitet werden kann, als wenn man eine Eiweißmenge von 200g z.B. auf lediglich zwei Mahlzeiten verteilt.

Dabei kommen aber allen Dingen auch mengenmäßige Probleme zum Tragen, so wären für eine Proteinmenge von 200g über 800g Putenfleisch zu verzehren, was doch eher schwierig ist. Dennoch könnte der Körper theoretisch etwa 12-15 Stunden ohne erneute Proteinzufuhr auskommen bevor ein nennenswerter Eiweißabbau durch Glukoneogenese aus der Muskulatur beginnt, da er einen Aminosäurenpool besitzt, der etwa für diesen Zeitraum ausreichend ist.

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Proteinzufuhr nach dem Training geschenkt werden, sowie der letzten Mahlzeit des Tages vor dem Schlafengehen.
Direkt im Anschluß an das Training befindet sich der Körper in einem katabolen Zustand und ist bemüht, die verbrauchte Energie möglichst schnell wieder aufzufüllen. Aus diesem Grund ist es zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, direkt eine proteinlastige Mahlzeit zu sich zu nehmen, sondern der Schwerpunkt sollte auf schnell resorbierbaren Kohlenhydraten wie Dextrose liegen. Empfehlenswert ist eine Zufuhr von 0,7-1g Kohlenhydraten pro kg Körpergewicht. Idealerweise werden diese noch mit 10g Aminos und 30g Whey-Protein ergänzt. Zusätzlich kann ggf. noch Glutamin und Creatin hinzugefügt werden.

Wiederum 45-60 min. später, wenn der Insulinspiegel wieder abgesunken ist, sollte dann eine proteinreiche Mahlzeit auf dem Speiseplan stehen. Da der Körper aber auch zu diesem Zeitpunkt noch bemüht ist sein Energiedefizit auszugleichen, sollte man sinnvoller auf eine langsam verdauliche Proteinquelle, wie Fleisch, Eiklar, Quark oder ein 3-Komponenten-Proteinpulver zurückgreifen, da bei diesen der Aminosäurenspiegel im Blut über einen längeren Zeitraum hochgehalten wird und diese optimalerweise mit komplexen Kohlenhydraten ergänzen, wie Nudeln, Reis oder Haferflocken. 0,7g-1g/kg Körpergewicht sollte auch hier ein Anhaltspunkt für die Kohlenhydrate sein.

Ähnliches gilt für die letzte Mahlzeit des Tages vor dem Schlafengehen. Hier sollte bedacht werden, daß der Körper in der Schlafphase etwa 8 Stunden ohne erneute Nahrungszufuhr auskommen muß. Es wäre also falsch, nun ein extrem schnell verdauliches Protein zuzuführen. Vielmehr sollte man, wie nach dem Training, eine langsam verdauliche Proteinquelle nutzen. Hierdurch wird während der Schlafphase einem Stickstoffverlust und einer damit verbundenen Aminosäurenverbrennung vorgebeugt und somit die Muskulatur geschützt. Nicht wenige Bodybuilder essen vor dem Schlafen eine Portion Magerquark oder Hüttenkäse, die diese Lebensmittel die vielleicht besten Lieferanten für Casein sind und damit eine langsame Resorption sichergestellt wird.


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