4. Die Vorteile einer erhöhten Proteinzufuhr
Manch einer mag jetzt entgegenhalten, daß es Studien mit
Bodybuildern gibt, in denen gezeigt wird, daß ein Proteinkonsum von
1,2g-1,5g/kg Körpergewicht ausreichend ist, um das
Stickstoffgleichgewicht aufrecht zu erhalten, denn bei einer zu
geringen Proteinzufuhr würde der Körper mit einem vermehrten Abbau
von Muskelzellen reagieren, was wiederum in einem gesteigerten
Stickstoffverlust resultieren würde, der nachweisbar wäre. Dieses
Stickstoffgleichgewicht sagt allerdings lediglich aus, daß der
Körper in der Lage ist, seine Muskelmasse zu erhalten. Die meisten
Bodybuilder sind allerdings an einem Muskelzuwachs interessiert.
Für diesen muß jedoch mehr Protein über die Nahrung zugeführt
werden, als zum Erhalt der Muskelmasse erforderlich ist. So wurde
auch in Studien nachgewiesen, daß einer erhöhte Eiweißzufuhr zu
einer verminderten Stickstoffausscheidung führt.
Auch das Argument, das eine ständig erhöhte Proteinzufuhr dazu
führt, daß ein größerer Anteil an Aminosäuren einfach oxidiert,
also verbrannt wird, kann so nicht stehengelassen werden. Zwar ist
es richtig, daß die überschüssigen Aminosäuren zur Energiegewinnung
herangezogen werden. Dieses ist auch sicher besser, als wenn sie
als Körperfett eingelagert werden, wie es mit einem Überschuß an
Fett geschieht.
Der menschliche Körper funktioniert aber nicht einfach so, daß eine
gewisse Menge an körpereigenen Eiweißen abgebaut wird, die dann nur
durch Nahrung ersetzt werden. Vielmehr wird vom abgebauten Eiweiß
ein Teil wieder zum Aufbau verwendet. Insgesamt baut der
menschliche Körper am Tag etwa 3-5g Eiweiß je kg Körpergewicht ab.
Hiervon wird der größte Teil aber erneut der Synthese zugeführt,
weshalb effektiv lediglich ein Verlust von etwa 50g eintritt.
Dieses entspricht der empfohlenen Eiweißmenge der DGE, die somit
den minimalen Erhaltungsbedarf bei darstellt ohne körperliche
Aktivität.
Dazu kommt aber noch der Eiweißabbau der eintritt, wenn die
Konzentration von Aminosäuren im menschlichen Körper einen
bestimmten Wert unterschreitet. Dieses ist z.B. bei einem harten
Training, schwerer Arbeit oder Streß der Fall, wo auch Aminosäuren
zur Energiegewinnung herangezogen werden. Hier bedeutet, daß der
zusätzliche Aminosäurenbedarf dazu führt, daß der Körper
Muskelgewebe abbaut, um diesen Bedarf zu decken. Diese
vorübergehenden Schädigungen des Gewebes führen aber wiederum zu
einer vermehrten Proteinsynthese nach dem Training. Aus diesem
Grund ist auch ein Proteinshake zeitnah zum Trainingsende sinnvoll,
um diese Aufbauvorgänge zu unterstützen.
Last but not least gibt es Studien die zeigen, daß es bei einer
erhöhten Eiweißzufuhr auch zu einer Erhöhung der IGF-1-Werte
(insulinähnlicher Wachstumsfaktor) des Körpers kommt. Hierbei hat
sich gezeigt, daß besonders Milchprotein (Casein) die
IGF-1-Ausschüttung begünstigt.






