2. Die Proteinqualität / biologische Wertigkeit

Je nach Qualität des zugeführten Nahrungsproteins liegen die Aminosäuren in einem unterschiedlichen Verhältnis vor. Dieses Verhältnis ist entscheidend dafür, wie viel von dem Protein der Körper auch tatsächlich verwerten kann. Es wird durch die biologische Wertigkeit ausgedrückt und richtet sich nach dem Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Damit der Körper das Nahrungsprotein verwerten kann, muß es also zuerst in seine einzelnen Aminosäuren zerlegt werden. Anschließend fügt er diese wiederum in für ihn optimale Aminosäurenverbindungen, sogenannte Peptidketten, zusammen. Ist hier eine Aminosäure nicht ausreichend oder vielleicht gar nicht vertreten, so kann das zugeführte Nahrungsprotein nicht vollständig verwertet werden. Insofern bildet die am geringsten vorhandene Aminosäure den limitierenden Faktor bei der biologischen Wertigkeit.

Volleiprotein dient hierbei als Referenz und wird mit einer biologische Wertigkeit von 100 angesetzt. Proteingemische die in ihrer biologischen Wertigkeit höher liegen, stellen dem Körper bei gleicher Gesamteiweißzufuhr mehr verwertbare Aminosäuren zur Verfügung. Insofern sind auch Angaben größer 100 möglich, da eben nicht angegeben wird, wie viel Protein absolut der menschliche Körper verwerten werden, sondern wie viel Protein im relativen Vergleich zu Volleiprotein.

Tierische Proteinquellen wie Fleisch, Eier, Milchprodukte oder Fisch haben aufgrund des höheren Gehalts an essentiellen Aminosäuren generell eine höhere Wertigkeit als pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Getreide oder Gemüse. Dafür haben tierische Proteinquellen allerdings auch wiederum den Nachteil, daß bei ihrem Verzehr oft auch größere Mengen an Fett, Cholesterin und Purin den Körper belasten. Diese negativen Begleiterscheinungen sind bei pflanzlichen Proteinquellen nicht anzutreffen. Dafür haben letztere oft nur einen recht geringen Proteingehalt, so daß bei größeren Mengen auch immer sehr viele Kohlenhydrate verzehrt werden.


Abb.1: Proteinquellen mit ihrer biologischen Wertigkeit:
Nahrungsmittel biologische Wertigkeit
Vollei
100
Kartoffeln
98
Rindfleisch
91
Fisch
87
Tofu
86
Edamer
84
Naturreis
81
Roggenmehl
76
Bohnen (grün)
73
Mais
72
Weizenmehl
57

Die biologische Wertigkeit lässt sich allerdings durch Mischen verschiedener Proteinquellen erhöhen, da hierdurch ein anderes Verhältnis der Aminosäuren erreicht wird. So sind z.B. Bohnen in ihrer Wertigkeit normalerweise recht gering, erreichen aber durch die Kombination mit Mais eine Wertigkeit, die der von Vollei gleichwertig ist.


Abb.2: Kombinationen von Proteinquellen
Nahrungskombination Verhältnis biologische Wertigkeit
Kartoffeln/Vollei
10/1
136
Tofu/Vollei
10/3
123
Milch/Vollei
2/5
122
Weizen/Vollei
1/3
118
Rindfleisch/Kartoffeln
3/1
114
Weizen/Joghurt
4/3
110
Reis/Vollei
2/3
106
Bohnen(grün)/Mais
7/6
100

Aufgrund der obigen negativen Begleiterscheinungen bei natürlichen Proteinquellen, sind Proteinkonzentrate eine gute Alternative. Natürlich sollten diese eine ausgewogene Ernährung zur Versorgung mit Protein nicht ersetzen, als Ergänzung sind sie jedoch sehr gut geeignet um dem Körper eine möglichst komplette Aminosäurenbilanz zu liefern. Der Schlüssel liegt hier, wie so oft im Bodybuilding, in der Abwechslung. Verzehren Sie möglichst viele verschieden Arten von Proteinquellen und sie werden dem Körper eine viel bessere Aminosäurenbilanz zur Verfügung stellen, als wenn Sie sich auf nur eine oder zwei Proteinquellen beschränken.


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