8. Phosphor

Phosphor ist nach Kalzium der häufigste Mineralstoff in unserem Körper. Es kommt im Körper in der Regel nicht in seiner Ursprungsform, sondern vorwiegend in Form einer Verbindung, dem Phosphat, vor. Phosphate sind nahezu an allen Lebensvorgängen beteiligt, wie dem Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Neben den wichtigen Funktionen im Knochenstoffwechsel wird Phosphat besonders für den Energiestoffwechsel in Form von ATP (Adenosintriphosphat) als direkte Energiequelle für alle Zellvorgänge benötigt, beispielsweise Muskelkontraktionen oder für den Aufbau von Zellwänden. Der ATP-Vorrat der Muskulatur reicht jedoch nur für etwa eine bis zwei Kontraktionen und wird dann aus dem Kreatinphosphatspeicher aufgefüllt. Für beide wird somit Phosphor benötigt, was seine Bedeutung für den Sportler erklärt.

Der Tagesbedarf an Phosphor wird von der DGE bei Erwachsenen auf 700 mg täglich geschätzt, wobei einige Wissenschaftler aber auch von einem höheren Bedarf ausgehen. Für Sportler sollte die Zufuhr deshalb erhöht werden und bei 1000-1200 mg liegen. Die vermehrte Phosphor-Umsetzung bei Muskelkontraktionen bedeutet aber nicht nur einen erhöhten Bedarf, sondern auch eine vermehrte Ausscheidung.
Der tägliche Bedarf hängt zusätzlich noch von anderen Faktoren ab. So spielen unter anderem die Aufnahme von Kalzium und Vitamin D eine Rolle. Letzteres fördert die Aufnahme von Phosphor bei der Resorption im Darm. Den Phosphormehrbedarf des Leistungssportlers oder Schwerarbeiters kann man linear zum Energiemehrbedarf schätzen.

Ein Mangel an Phosphor tritt in unserer Ernährung praktisch nicht auf, da diese fast immer genügend Phosphor enthält und bei Bedarf außerdem Phosphor aus den Knochen freigesetzt werden kann. Im Durchschnitt werden etwa 70 Prozent des aufgenommen Phosphats im Darm resorbiert. Dies erfolgt abhängig vom Bedarf, bei höherer Aufnahme wird entsprechend mehr Phosphat ausgeschieden. Grundsätzlich ist der Bedarf an Phosphor an Kalzium gebunden. Die Ernährung liefert aber für gewöhnlich mehr Phosphor als Kalzium, weshalb Fachleute sogar oft empfehlen, die Aufnahme von Phosphor zugunsten der von Kalzium zu senken, bzw. mit mehr Milch und Milchprodukten die Aufnahme von Kalzium zu erhöhen.

Bei einer übermäßigen Phosphorzufuhr werden überschüssige Mengen über die Nieren wieder ausgeschieden. Leider wird bei sehr hoher Aufnahme aber auch die Aufnahme von Kalzium in den Körper gehemmt, bzw. der Kalziumstoffwechsel gestört, was hier zu einer Unterversorgung führen kann. Um gedreht kann aber auch eine sehr hohe Kalziumzufuhr die Aufnahme des Phosphors behindern. Bei Aufnahmen von mehr als 2g täglich sind im Versuch Durchfälle beobachtet worden. Diese Menge sollte also als sichere Grenze angesehen werden.

Phosphor kommt in vielen Lebensmitteln in größeren Mengen vor, darunter beispielsweise in Getreide, Fleisch, Fisch, Milch, Käse, Eier und Hülsenfrüchten. Vielen industriell hergestellten Lebensmitteln wird außerdem bei der Zubereitung Phosphat zugesetzt. Eine Ernährung, die reich an diesen Lebensmitteln ist, benötigt also keinerlei zusätzliche Zufuhr über entsprechende Präparate. Im Gegenteil, hier kann es sogar angebracht sein, die Phosphorzufuhr zu verringern, um die Aufnahme des Kalziums zu verbessern.
Relativ wenig Phosphor liefern dagegen Obst und frische Gemüse. Reine Veganer sollten daher auf eine ausreichende Zufuhr achten.



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