4. Kalium
Kalium ist neben Kalzium, Phosphor und Schwefel ist das
vierthäufigste Element unseres Körpers. Der Gehalt an Kalium hängt
dabei von der aktiven Körpermasse ab, da es fast vollständig
innerhalb unserer Zellen vorkommt. Es wird in unserem Körper vor
allem für die Energieproduktion benötigt. Außerdem ist es besonders
als der Gegenspieler des Natriums interessant. So wie letzteres
überwiegend in den extrazellulären Flüssigkeiten vorhanden ist,
kommt Kalium fast ausschließlich im Inneren der Zellen vor.
Zusammen mit Phosphat und Proteinen sorgt es dort für die
Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks. Vereinfacht ausgedrückt:
Natrium speichert das Wasser unter der Haut, während Kalium es im
Muskel hält. Weiterhin wird Kalium unter anderem für die Funktionen
von Herz- und Kreislauf, Nervenreizen, Muskelkontraktionen, Nieren
und Enzymen benötigt.
Für den Bodybuilder kann Kalium außerdem bei einer
Wettkampfvorbereitung zur kurzfristigen Manipulation des
Wasserhaushalts nützlich sein.
Auch wenn von der DGE 2000mg Kalium täglich als Mindestbedarf
empfohlen werden, so kann dieser Bedarf beim Sport noch einmal
drastisch ansteigen, abhängig von der Intensität. So mögen knapp
5000mg für einen Hobbysportler ausreichend sein, bei starker
körperlicher Belastung kann er aber durchaus bis auf 10000mg
schießen.
Dies hängt damit zusammen, daß unter Anstrengung Kalium aus der
Zelle ausgeschieden wird. Ehe es wieder durch die
Natrium-Kalium-Pumpe in die Zelle zurücktransportiert werden kann,
wandert ein Teil mit dem Blut davon. Zusätzlich steigt bei
Muskelarbeit die Milchsäurekonzentration im Muskel, die wiederum
von Kalium-Ionen abgepuffert wird. Je weniger Kalium-Ionen zur
Verfügung stehen, desto schlechter wird die Sauerstoffbilanz. Ein
Kaliummangel macht sich somit sehr schnell durch eine Minderung der
Muskelkraft bemerkbar. Zu den klassischen Symptomen gehört die an
den Beinen beginnende Muskelschwäche. In Zeiten intensiven
Trainings tritt also ein erhöhter Bedarf auf.
Der angegebene Mindestbedarf von 2000 mg für Nicht-Sportler wird
durch die Ernährung für gewöhnlich gedeckt. Ein Mangel an Kalium
kommt bei sehr intensiv trainierenden Sportlern aber durchaus vor.
Die Mangelerscheinungen an Kalium sind dabei eher unspezifischer
Natur und äußern sich durch Symptome wie Müdigkeit und schwankende
Stimmung. Es können aber auch Verstopfung, Schwindelgefühle,
Muskelschwächen, Herzstörungen und Kreislaufprobleme entstehen. Ein
Kaliummangel verringert das im Körper gespeicherte Glykogen.
Dadurch sinkt der Blutzucker und es können sich die typischen
Symptome einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) bilden.
Im Falle einer Nahrungsergänzung mit Kaliumpräparaten können in
seltenen Fällen Überdosierungserscheinungen wie Durchfälle und
Erbrechen auftreten. Mit einem Absetzen der Kaliumpräparate
verschwinden diese Symptome aber wieder. Besonders abzuraten ist
die gleichzeitige Zufuhr von Kaliumsparenden Diuretika und
Kaliumpräparaten. Hier kann es zu schweren Herzrhythmusstörungen
kommen. Leider begehen Wettkampfbodybuilder immer wieder diesen
Fehler. Es gab hier bereits Todesfälle, deshalb wird hier gesondert
darauf hingewiesen.
Kalium ist in vielen Lebensmitteln vorhanden. Nicht zuletzt durch
den Einsatz von Düngern auf Kaliumbasis kommt es besonders in Obst,
Gemüse und Getreide vor. Daneben ist es auch in Fleisch und Fisch
enthalten. Leider geht Kalium aber bei der Zubereitung von
Lebensmitteln oft in größeren Mengen verloren, besonders beim
Waschen und Kochen.






