2. Mineralstoffzufuhr in der heutigen Gesellschaft

Diese Lebensnotwendigkeit der Zufuhr der Mengenelemente spielt heutzutage fast keine Rolle mehr. Traten in vergangenen Zeiten gar nicht mal so selten Mangelzustände bei zu geringer Zufuhr auf, so sind heute in unseren Industriegesellschaften alle Nahrungsmittel im Überfluss vorhanden und entsprechend ihres oft hohen Mineralstoffgehalts Unterversorgungen fast ausgestorben, zumindest, was den Durchschnittsbürger angeht.
Ein Mangel tritt heute nur noch für wenige Mineralstoffe auf, am häufigsten wohl bei Magnesium und Kalzium, was aber in der Regel an zu einseitiger Ernährung liegt. Verluste an Mineralstoffen treten vor allem dann auf, wenn, wie bei den Getreiden, die mineralstoffreichen Randschichten entfernt werden oder durch Verwerfen des Kochwassers ein Auslaugen der Mineralstoffe stattfindet.

Anders sieht der Fall bei Sportlern auf, besonders bei Bodybuildern. Hierfür sind mehrere Gründe besonders ausschlaggebend, zum einen ihre oft einseitige Ernährung, zum anderen das vermehrte Schwitzen beim Sport oder Ausschwemmen durch einen erhöhten Flüssigkeitskonsum.
Liegt auch noch ein erhöhtes Maß an Muskelmasse vor, was den Bedarf beispielsweise an Kalium und Magnesium zusätzlich erhöht, so sind Mangelerscheinungen bei manchen Elementen durchaus nicht selten. Da zudem die Mengenelemente an vielen Stoffwechselvorgängen entscheidenden Anteil haben, kann eine Unterversorgung hier durchaus Fortschritte im Sport behindern.

Die Symptome für einen Mangel treten zwar in der Regel nur kurzzeitig auf, da Mängel auch durch im Skelett gespeicherte Mineralstoffe wieder ausgeglichen werden können. Langfristig gesehen müssen diese Depots aber durch eine erhöhte Zufuhr wieder ausgeglichen werden, weil sonst schleichende Erkrankungen wie z.B. Osteoporose bei Kalziummangel auftreten können.
Überdosierungserscheinungen treten hingegen beim gesunden Menschen praktisch gar nicht auf, da zu viel zugeführte Mengenelemente vom Körper wieder ausgeschieden werden. Hierdurch ist auch die Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung durch eine Überversorgung weitgehend ausgeschlossen.

Besonders geeignet für die gezielte Nahrungsergänzung sind deshalb auch keine Einzel-, sondern eher Kombipräparate, die mittlerweile von vielen Sportnahrungsmittelherstellern in Tagespackungen (Hardcore-Paks) angeboten werden und die alle notwendigen Mineralien enthalten. Hierbei sind normalerweise nicht nur die Mengenelemente vertreten, sondern auch die Spurenelemente.
Für den Fall, daß Sie Ihre Ernährung lieber durch natürliche Nahrungsmittel optimieren wollen, finden Sie die besten Quellen für die einzelnen Nährstoffe einzeln aufgeführt. Auf diese Weise kann eine ausreichende Versorgung in der Regel ebenfalls gesichert werden. Im Auge behalten sollte man aber zumindest die Zufuhr an Kalzium und Magnesium trotzdem.

Quellen und Tagesbedarf der Mengenelemente
Mengenelemente
Mineralstoff DGE*) Bedarf Sportler**) Obergrenze***) Nahrungsmittel
Chlor 830mg 6000mg 9000mg Kochsalz, Thunfisch (Dose), Käse, Brot
Kalium 2000mg 6000mg 10000mg Petersilie, Broccoli, Kartoffeln, Bananen, Haferflocken
Kalzium 1000mg 2000mg 2500mg Milchprodukte, Tofu, Mandeln, Käse
Magnesium 400mg 500mg 700mg Weizenkleie, Sonnenblumenkerne, Sojamehl, Haferflocken
Natrium 550mg 4000mg 6000mg Kochsalz, Kasseler, Thunfisch(Dose), Käse
Phosphor 700mg 1500mg 2000mg Weizenkleie, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Putenfleisch
Schwefel 900mg 1200mg unbekannt Kabeljau, Rindfleisch, Haferflocken, Eiklar
*) Empfehlung nach der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ (DGE), für Schwefel geschätzt
**) Bedarf für einen hart trainierenden, fortgeschrittenen Bodybuilder
***) Sichere Obergrenze ohne Überdosierungserscheinungen


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