5. Blutzuckerspiegel und Insulin

Mit dem Ansteigen des Blutzuckerspiegels sind die Kohlenhydrate zwar in der "Energiemaschinerie" des Körpers angekommen, können aber noch nicht genutzt werden. Zur weiteren Verwertung der Glucose wird in der Folge ein Hormon, das Insulin, benötigt, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird.
Insulin wird grundsätzlich immer dann ausgeschüttet, wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt. Die Folge ist, dass der Blutzuckerspiegel wieder sinkt. Es stellt somit einen Regelungsmechanismus im Energiestoffwechsel dar. Dabei ist die Menge des ausgeschütteten Insulins bei einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels durch Lebensmittel mit einem hohen GI wesentlich größer, als bei Lebensmitteln mit einem niedrigen GI und damit geringeren Anstieg des Blutzuckerspiegels. Besonders bei einem starken Anstieg fällt der Blutzuckerspiegel übrigens durch das hohe Maß an Insulin in der Regel sogar unter den Ausgangswert. Dies ist auch die Erklärung, wieso man nach Junkfood oder Süßigkeiten oft müde wird.

Die Hauptaufgabe des Insulins ist neben der Regelung des Blutzuckerspiegels die Versorgung der Zellen mit Energie. Als Energiequelle dient dazu neben der Glucose das mit der Nahrung aufgenommene Fett, welche das Insulin zu den Zellen transportiert und in sie schleust.

Besteht ein Überangebot an Glucose und Fett und sind die Energiespeicher bereits prall gefüllt, so werden die überschüssigen Nährstoffe in den Fettzellen gespeichert. Dies ist ein Schutzmechanismus des Körpers, der die gesamte Evolution überdauert hat und der dazu dienen soll, dass der Mensch auch Zeiten mit wenig Nahrung überstehen kann: in guten Zeiten Nährstoffe ansammeln für die schlechten Tage. Es konnte ja keiner das ständige heutige Überangebot an Nährstoffen in der Wohlstandsgesellschaft vorausahnen.

Hieraus ergibt sich auch eine ganz einfache Regel, die besagt, dass man Nahrungsmittel, die einen hohen GI haben und damit zu einem starken Anstieg des Insulinhaushalts führen, unter keinen Umständen mit fetthaltigen Nahrungsmitteln kombinieren sollte, da dieses Überangebot zu einem Füllen der Fettspeicher führt und somit gerade bei Menschen mit einem langsamen Stoffwechsel schneller Speck auf den Hüften ist, als ihnen lieb ist, besonders, wenn dieses regelmäßig passiert.

Insulin wird nicht zuletzt deshalb auch als anaboles Hormon bezeichnet, da es die Nährstoffe in die Zellen befördert, wo sie benötigt werden. Ohne Insulin gibt es keinen Muskelaufbau. Das ist auch der Grund, wieso rein ketogene (also extrem kohlenhydratarme) Ernährungsweisen auf Dauer im Bodybuilding keinen Erfolg bringen. Die einzige Ausnahme hierzu bildet die "anabole Diät", in der in regelmäßigen Abständen ein Refeed mit Kohlenhydraten erfolgt.


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