4. Der glykämische Index

Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass es nicht alle Kohlenhydratquellen auf den Blutzuckerspiegel gleich wirken. So können verschiedene Lebensmittel mit identischer Kohlenhydratmenge zu einem völlig unterschiedlich hohen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen. Diese unterschiedliche Wirkung wird "glykämischer Index" genannt und unterteilt die Lebensmittel bzgl. ihrer Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel. Dabei dient Glucose (Traubenzucker) als Referenzwert und wird mit 100 angenommen. Zeichnet man den Verlauf des Blutzuckerspiegels in ein Diagramm ein, so definiert der GI die Fläche unterhalb der Kurve der Blutzuckerwerte. Ein GI von 50 bedeutet also, dass der Blutzuckeranstieg dieses Lebensmittels nur die Hälfte des Anstiegs von Glucose ausmacht.

Lebensmittel die einen schnellen und/oder hohen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge haben, bekommen einen hohen GI. Lebensmittel, deren Verzehr sich hingegen nur geringfügig bzw. langsam auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, haben einen niedrigen GI. Letztere haben dafür zur Folge, dass der Blutzuckerspiegel länger auf erhöhtem Niveau ist, während er bei Lebensmitteln mit einem schnellen Anstieg auch genauso schnell wieder fällt.

Übrigens können dieselben Nahrungsmittel bei verschiedenen Menschen durchaus zu einem unterschiedlichen Anstieg des Blutzuckerspiegels führen. Die in der Literatur angegebenen Werte sind also immer nur annähernd richtig, daher gibt es auch unterschiedliche Tabellen hierzu. Außerdem gelten die Angaben immer nur für das einzelne Nahrungsmittel und nie für Nahrungsmittelkombinationen. Die Kombination von weißem Reis mit Putenfleisch führt z.B. zu einem deutlich langsameren Anstieg der Blutzuckerspiegels als bei weißem Reis alleine und hat damit einen niedrigeren GI. Man sollte daher Tabellen zum GI niemals stur als "Bibel" betrachten, sondern eher unter theoretischen Gesichtspunkten sehen.
Trotzdem sollte man versuchen starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, da es bei einem starken Abfall zu Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Schweissausbrüchen, sinkender Konzentrationsfähigkeit, Sehstörungen und vor allen Dingen Heißhunger kommen kann. Lebensmittel mit niedrigem GI sind also denen mit hohem GI immer vorzuziehen.


Abb.2: Unterteilung der Lebensmittel bzgl. des GI
Bereich Beschreibung Lebensmittel z.B.
Hoher GI
(über 70)
Lebensmittel, die einen raschen und hohen Blutzuckeranstieg bewirken Weißbrot, Honig, Cornflakes, Cola, Kuchen, Süßigkeiten
Mittlerer GI
(55-70)
Lebensmittel, die einen durchschnittlichen Anstieg des Blutzuckers bewirken Kartoffeln, Bananen, Haushaltszucker, Obstsäfte, Schokolade, weißer Reis, Mais
Niedriger GI
(unter 55)
Lebensmittel, nach deren Verzehr der Blutzucker nur flach und gering ansteigt Milch, Joghurt, Obst, Nudeln, Hülsenfrüchte, Gemüse, Nüsse, Haferflocken, Pumpernickel

Beim Betrachten der GI-Tabelle fallen ein paar Dinge auf, z.B. dass Vollkornprodukte immer einen niedrigeren GI haben, als normale Produkte. Junk Food steht erwartungsgemäß ganz oben auf der Liste.

Interessant ist übrigens auch, dass Spaghetti einen tieferen GI haben, wenn sie nicht ganz weichgekocht werden, sondern noch "al dente" sind, was sich übrigens auf alle anderen Arten von Pasta übertragen lässt. Weichgekochte Pasta wird schneller verdaut und damit schneller dem Organismus zur Verfügung gestellt. Deshalb ist Pasta immer "al dente" zu bevorzugen. Der GI von Pasta variiert übrigens auch je nach Dicke.


Zurück Anfang Weiter

Online-Shop
Forum
Werbung