3. Die Aufgaben der Kohlenhydrate im Körper

Kohlenhydrate sind die wichtigste und primäre Energiequelle für den Körper. Dabei liefert 1g Kohlenhydrate 4,1 Kcal Energie. Sind Kohlenhydrate für die meisten Zellarten im menschlichen Körper die wichtigste Energiequelle, so sind sie besonders für das Gehirn und die roten Blutkörperchen besonders wichtig, da diese ausschließlich auf Glucose als Energiequelle angewiesen sind. Das ist auch der Grund, wieso beim Umstellen auf eine ketogene (kohlenhydratarme) Ernährungsweise besonders die ersten Tage der Umgewöhnung zu einem deutlichen Verlust der Konzentrationsfähigkeit führen.

Um den menschlichen Körper unabhängiger von einer ständigen Zufuhr von Kohlenhydraten zu machen, besitzt er die Fähigkeit, Kohlenhydrate in Form von Glykogen in der Muskulatur und der Leber zu speichern. Dabei hat ein untrainierter Mensch eine Kapazität von etwa 400g Kohlenhydraten, wovon ¾ in der Muskulatur und etwa ¼ in der Leber gespeichert werden. Durch regelmäßiges Training ist es aber möglich, diese Speicherkapazität weiter auszubauen, weshalb ein ambitionierter Athlet durchaus 600g oder mehr speichern kann.

Liegt die Zufuhr von Kohlenhydraten über dem Wert, der momentan benötigt wird und sind zudem die Depots in Leber und Muskulatur prall gefüllt, so wird der Überschuss in Fett umgewandelt und anschließend in den Fettdepots gespeichert. Dabei geht allerdings durch diesen Umwandlungsprozess etwa 30% der Energie verloren.
Wird auf der anderen Seite zu wenig Energie in Form von Kohlenhydraten (aber auch Fetten) zugeführt, so beginnt der Körper seine benötigte Energie aus Protein zu gewinnen. Man spricht deshalb auch von der proteinsparenden Wirkung der Kohlenhydrate.

Übrigens bestehen auch Ballaststoffe aus Kohlenhydraten. Ging man bis vor einigen Jahren davon aus, dass sie vom Körper nicht verwertet werden können, so weiß man heute, dass ein Teil der Ballaststoffe durch Enzyme im Dickdarm fermentiert werden. Dabei entstehen neben Gasen auch kurzkettige Fettsäuren, die vom Menschen verwertet werden können. Da die täglich zugeführte Menge von Ballaststoffen aber recht gering ist (nach Studien werden oft kaum 30g erreicht), ist auch die teilweise Fettgewinnung aus ihnen vernachlässigbar.


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