4. Fett und Kohlenhydrate? Besser nicht...
Neben der reinen Fettverdauung ist aber auch die Zufuhr von
Kohlenhydraten bei der Bereitstellung von Nährstoffen für den
Körper zu betrachten. Wie so oft versucht die Natur auch bei der
Energieversorgung immer den leichtesten Weg zu gehen. Dabei fällt
aber die Bereitstellung von Energie durch Kohlenhydrate leichter,
als die durch Fett. Eine besondere Bedeutung spielt hierbei das
Hormon Insulin.
Was passiert also, wenn dem Körper Kohlenhydrate und Fette
gleichzeitig zugeführt werden ?
Nun, parallel zur Verdauung der Fette werden die Kohlenhydrate
(Polysaccharide) vom Körper in immer kleinere Moleküle
aufgespaltet, bis sie irgendwann als Einfachzucker (Monosaccharide)
vom Körper aufgenommen werden können. Diese werden letztlich, genau
wie die Fettsäuren, im Dünndarm resorbiert und dem Blutkreislauf
als Blutzucker zugeführt. Auf dieses Ansteigen des
Blutzuckerspiegels reagiert der Körper wiederum mit der
Ausschüttung des Hormons Insulin. Letzteres hat, vereinfacht
gesehen, zwei Funktionen: es regelt den Blutzuckerspiegel und
schleust die Nährstoffe in die Zellen. Je größer der Anstieg des
Blutzuckerspiegels, desto höher auch der anschließende
Insulinausstoß. Wie welches Nahrungsmittel hier wirkt, das sagt der
glykämische Index (GI) eines Nahrungsmittels aus. Je größer der GI,
desto mehr Insulin wird produziert, was wiederum in einer
verstärkten Nährstoffspeicherung in den Zellen resultiert.
Wie weiter oben bereits beschrieben, sind Fette und Kohlenhydrate
die wichtigsten Energiespender für den Körper. Dabei sind
Kohlenhydrate aber leichter vom Körper als Energiequelle zu nutzen.
Für die Verdauung bedeutet das nun aber auch, dass bei
gleichzeitiger Zufuhr die Kohlenhydrate eher zur
Energiebereitstellung eingesetzt werden, während die Fette, die
nicht für andere Zwecke gebraucht werden, erst dafür herangezogen
werden, wenn keine Kohlenhydrate hierfür mehr vorhanden sind. Die
überschüssigen Nährstoffe wiederum, egal ob Fette oder
Kohlenhydrate, werden in den Fettdepots gespeichert.
Führt man dem Körper mehr Kalorien zu als er benötigt (positive
Energiebilanz), dann baut man langfristig Körperfett auf. Hierbei
ist die Art der zugeführten Nährstoffe nicht entscheidend. Nimmt
man zu viele Kohlenhydrate zu sich, dann baut man genauso
Körperfett auf, wie wenn man zu viel Fett konsumiert, da auch
Kohlenhydrate in Fette umgewandelt werden können.
Dabei bildet allerdings die gleichzeitige Zufuhr von Kohlenhydraten
mit hohem GI und gesättigten Fettsäuren den "Worst Case", treiben
doch die Kohlenhydrate den Insulinspiegel in die Höhe und können
anschließend die gesättigten Fettsäuren besonders leicht in die
Fettdepots eingelagert werden. Letztlich sind das genau die
Kombinationen, die gerade bei Junk-Food oder den typischen
Dickmachern vorliegen.
Führt man hingegen weniger zu (negative Energiebilanz), so baut man
Körperfett ab, da das Depotfett zur Energieversorgung des Körpers
herangezogen wird.






