2. Die Aufgabe der Fette im Körper
Führt man dem Körper 1g Fett zu, so entspricht das 9 Kcal. Es
ist damit das energiedichteste Lebensmittel, bringen doch Proteine
und Kohlenhydrate es nur auf 4,1 Kcal je Gramm. Dazu kommt noch,
dass Kohlenhydrate und Proteine oft in Lebensmitteln mit Wasser
verbunden sind und somit ein anderes Volumen aufweisen. Als
Beispiel soll hier Reis dienen, der beim Kochen auf das 3-fache
seines ursprünglichen Volumens ansteigt. Fett hingegen kann keine
Verbindung mit Wasser eingehen und liegt deshalb auch in
Nahrungsmitteln konzentrierter vor.
Fett ist der wichtigste Energiespeicher für den menschlichen
Organismus. Zwar ist die kurzfristige Energiegewinnung durch
Kohlenhydrate effektiver, doch der Körper kann Kohlenhydrate als
Glykogen nur in beschränktem Umfang in Leber und Muskeln speichern.
Der Durchschnittsmensch bringt es hierbei auf etwa 400g
Kohlenhydrate und selbst bei einem Leistungssportler sind es oft
nicht mehr als 600g.
Fett hingegen kann vom Körper unbegrenzt gespeichert werden. Als
Depot dienen hierbei in erster Linie die sichtbaren
Fettpölsterchen, sowie das übrige Unterhautfettgewebe, das sich auf
den gesamten Körper verteilt, allerdings mit unterschiedlichen
Schwerpunkten. Speichern Frauen ihr Fett eher an Gesäß und Hüfte,
so liegt es bei Männern eher am "Rettungsring" um den Bauch. Aber
auch in Muskeln und Organen kann Fett gespeichert werden. Ein
durchschnittlicher Mann besteht aus 15-20% Körperfett, eine Frau
bringt es hingegen auf ca. 25% Körperfett. 1g Fettgewebe besitzt
dabei aber im Gegensatz zum Nahrungsfett nur noch 7 Kcal. Zum
Vergleich: der Fettgehalt eines Wettkampfbodybuilders in Bühnenform
liegt zwischen 3-5% Körperfett.
Neben der Funktion als Energiedepot hat Fett für den Körper aber
noch andere Aufgaben. So sind die Fettdepots unter der Haut auch
gleichzeitig ein effektiver Kälteschutz, sowie ein Schutzpolster
vor Verletzungen. Als solches dient auch der Fettmantel, der um die
wichtigsten Organe liegt.
Als dritte wichtige Funktion dient Fett als Quelle für fettlösliche
essentielle Nährstoffe, wie etwa mehrfach ungesättigte Fettsäuren
oder lipophile Vitamine der Gruppen A, D, E und K. Enthält man ihm
Nahrungsfett über längere Zeit vor, so kann es hier zu
Mangelerscheinungen kommen. Dies macht auch klar, wieso eine zu
fettarme Ernährung auf Dauer für den Körper nicht gesund ist.
Natürlich haben Fette bzw. Fettsäuren noch weitere Funktionen im
Körper. Sie sind z.B. an der Erzeugung von körpereigenen Hormonen
beteiligt, helfen beim Fetttransport im Blut oder spielen als Teil
der Zellmembranen eine besondere Rolle. Desweiteren kann der Körper
auch Prostaglandine aus ihnen herstellen. Prostaglandine sind
Botenstoffe in unserem Körper, die unter anderem den Blutdruck, die
Blutgerinnung, den Salz- und Wasserhaushalt und die
Entzündungsneigung bestimmen. Wir brauchen Prostaglandine, die
Entzündungen fördern, damit wir uns damit gegen Infektionen wehren
können. Wir brauchen aber auch Prostaglandine, die Entzündungen
wieder bremsen können. Beides muss in einem vernünftigen
Gleichgewicht stehen.






